Titicacasee oder wo der Himmel das Wasser kuesst

Puno Travel Blog

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Schwimmende Inseln von Uros

Nach einer relativ kurzen Nacht in unserem Dreibettzimmer, fahren wir 4 Maedels (Katrien, July, Bettina, Silvia) morgens mit dem Bus an den Hafen um unter den ersten Passagieren auf einem der Boote zu sein. Es ist wirklich sehr, sehr kalt (momentan ist Winter hier in Peru), aber was uns heute an Eindruecken erwartet laesst jeden kalten Windzug vergessen. Manchmal gibt es Dinge, die viel schoener sind als dass man sie mit Worten beschreiben koennte. Dennoch moechte ich es mal versuchen...der See scheint unendlich zu sein und so weit wie das Meer. Tiefes, intensiv blaues Wasser, das am Horizont mit dem hellen Blau des Himmels zu verschmelzen scheint . Uebrhaupt fuehlt man sich dem "Himmel" hier so nahe...immerhin liegt der Titicacasee auf 3810 m ueber dem Meerespiegel.

Moechtegern-Uro Bettina
 Mit ca 20 Mann an Bord geht die Fahrt los und wir erreichen nach ca. 20 Minuten Fahrt die "schwimmenden Inseln"von Uros. Was uns hier erwartet ist wirklich unglaublich....dieses Urvolk ist vor vielen Jahrhunderten von der Kueste des Sees vertrieben worden und wohnt seitdem auf selbstgebauten, schwimmenden Inseln im See!!! Unser Guide und ein paar der Inselbewohner demonstrieren uns den Bau der Inseln, die eine ungefaehre Lebensdauer von 20 Jahren haben, bevor sie wieder im Wasser versinken. Insgesamt umfasst Uros 46 Inseln, darunter eine Insel mit Schule und Krankenhaus (das die Einwohner aber kaum nutzen, da sie lieber auf alte, traditionelle Medizin vertrauen) Nach dem Vortrag des Guides nimmt uns eine Uros Einwohnerin mit in ihre Huette wo wir spontan in ihre Kleider schluepfen duerfen.
Silvia vor herrlichem Panorama auf Taquile
Was fuer eine Gaudi :-) Nach den schwimmenden Inseln geht die Bootsfahrt weiter und wir erreichen nach 2.5 Stunden die wunderschoene Insel Taquile. Taquile wird auch die Insel der "strickenden Maenner" genannt. Man glaubt es fast nicht, aber hier strickt sich jeder Mann seine Muetzen und Socken selber. Das nenne ich Fortschritt :-) Und wieder einmal haben wir ein Riesenglueck, denn wie in Moray haben wir uns mal wieder einen Festtag ausgesucht um hierher zu kommen,d .h. alle Inselbewohner tragen ihre Festtagskleidung und spielen Musik oder tanzen. Die Insel hat ca 2000 Einwohner, die wie in einer Art Genossenschaft zusammenleben. Die Sprache ist Qechua und man lebt noch heute nach den alten Inka-Gesetzen "Ama suwa, ama llulla, ama qilla" (nicht stehlen, nicht lügen, nicht faul sein).
Strickender Junge
Polizisten braucht es dementsprechend nicht. Eventuelle Streitigkeiten werden am Sonntagmorgen nach der Messe auf dem Dorfplatz ausdiskutiert. Hier lebt man von Fischerei, Landwirtschaft und Tourismus. Sobald die jungen Burschen eine Muetze so fest stricken koennen, dass sie kein Wasser durchlaesst, sind sie im heiratsfaehigen Alter - so war es zumindest frueher. Heute sind die Regeln ein wenig lockerer, aber gestrickt wird nach wie vor und zwischenzeitlich darf man auch Leute vom Festland oder sogar Ausland heiraten. (Es leben eine Italienerin, eine Deutsche und eine Daenin hier auf der Insel) Irgendwie kann man das sogar verstehen. Die Insel ist ein Traum und hier scheint die Welt wirklich noch in Ordnung zu sein. Bei einem leckeren Mittagessen mit herrlichem Ausblick geniessen wir Quinoa-Suppe und gebratene Forelle (bzw Ruehrei ;-)) sowie Coca-Tee. Danach heisst es dann auch schon wieder Abschied nehmen. Mittlerweile ist die Sonne staerker geworden und wir geniessen die 2.5 stuendige Rueckfahrt an Deck unseres Bootes. Einfach nur herrlich - oder wie July meint: Chicas, das ist LEBEN! Zurueck am Hafen Puno's, heuern wir zwei Fahrradtaxis an. Natuerlich ein Riesengelaechter und jeweils zu zweit feuern wir den jeweiligen Chauffeur an. Unserer ist nicht gerade der Sportlichste, aber er gibt alles und faehrt seinem Kollegen wie wild davon. Wir koennen fast nicht mehr vor Lachen, wobei die Strassenueberquerungen recht halsbrecherisch sind zumal das Bremswerk nicht so zu funktionieren scheint. Bei einem abschliessenden "Jugo" (wir koennen nicht mehr ohne die Saefte) besprechen wir die Abendplanungen wo auch Martin wieder mit von der Partie sein wird.

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Strickender Junge
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Puno
photo by: lrecht