Arbeiten in einer Dschungel Lodge

Orinoco Travel Blog

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Nach ein paar Tagen erholen an der Karibikkueste in Chichiriviche ging ich auf die lange Reise nach Tucupita. Erst fuhren wir 3 Stunden nach Valencia wo aufgrund des bevorstehenden Osterwochenendes beinahe saemtliche Busse ausverkauft waren. Mit Glueck kriegte ich noch ein Ticket fuer den 4 Stunden spaeteren Bus. Die Wartezeit verbrachte im nahegelegenem Shoppingcenter. Danach wieder zurueck zum Busterminal wo ich feststellen musste dass der Bus auch noch 1 Stunde verspaetung hatte. Wenigstens war dann die Fahrt angenehm verlaufen und kam nach 14 Stunden Busfahrt in Tucupita an. Jedoch hatte das Versorgungsboot fuer die Lodge die Stadt bereits verlassen. Somit musste ich einmal in der Stadt uebernachten. So spannte ich meine Haengematten im Vorgarten der Agentur auf und verbrachte den Nachmittag mit Baden im Orinoco Fluss. Am naechsten morgen half ich erst den Pick-up mit allen Lebensmitteln beladen, bis das Fahrzeug beinahe auf den Felgen lief und fuhren damit zum Pier. Dort mussten wir nochmals einige Zeit warten bis das Boot ankam. Nach dem Umladen fuhren wir endlich los. Eigentlich sollte die Fahrt ca. 1.5 Stunden dauern, verschiedene Umstaende fuehrten aber dazu, dass die Fahrt mehr als 4 Stunden dauerte. Erstens war unser Boot dermassen beladen, dass das Boot weniger schnell fahren konnte. Und Zweitens hatte mein lieber Kaepten zu wenig Benzin dabei, so fielen irgendwann die Motoren aus und mussten ca. 1 Stunde warten bis wir aus unserer misslichen Lage gerettet wurden. Schlussendlich kam ich um ca. 16:00 Uhr in der Orinoco Delta Lodge an. Seit ich das Camp in Chichiriviche verlassen hatte waren somit mehr als 52 Stunden vergangen...
 
In der Lodge wurde ich dann in einem Zimmer mit anderen Arbeitern einquartiert. Danach hatte ich noch kurz Zeit um mich frisch zu machen und schon ging es mit der Arbeit in der Bar los. Die Arbeitszeit war jeden Tag von 06:00 - 23:00 Uhr und ca. 2 Stunden Pausen manchmal auch ohne. Die ersten 2 Naechte verbrachte ich in der Arbeiterunterkunft danach konnte ich ein Cabaña fuer mich beziehen. Waehrend meines Aufenthalts konnte ich noch bei drei Touren mitgehen. Die erste war eine 2 Stuendige Nachttour mit der Absicht Caimane zu entdecken, leider war auch diese Tour erfolglos. Auf der 2. Tour fuhren wir zu einer anderen Lodge welche noch tiefer im Dschungel liegt und machten da noch einen Dschungelspaziergang. Bei der dritten Tour ging es nochmals zu dieser Lodge und weiter zur Atlantiklodge. Unterwegs zur Atlantiklodge kamen wir noch an einer Stelle vorbei mit dutzenden knallroten Ibisen, welches ein farbenspektakel war. Insgesamt fuhren wir sehr grosse Strecken mit dem Schnellboot aber kriegten wenig zu sehen.
 
Waehrend meiner Arbeit wurde ich noch einige Male von Tieren geschockt. Das erste Erlebnis war als ich mir die ganze Anlage anschaute, da schlich auf dem Retourweg nur einen Meter vor mir eine Schlange ueber den Weg. Ein paar Tage spaeter hatten wir super Wetter, da packte ich die Gelegenheit um Fotos von meinem Arbeitsplatz zu schiessen. Wie immer bei der Arbeit auf der Lodge lief ich die ganze Zeit Barfuss umher. Als ich beim Hauptgebaeude am fotografieren war, achtete ich mich nicht gross auf den Fussboden und als ich mich dann ein wenig zur Seite bewegte fuer einen bessseren Standpunkt trat ich auf eine Tarantula. Leider hatte das Tier dadurch sein Leben verloren. Die Geschichte mit den Tieren ist aber damit noch nicht vorbei. Eines Abends habe ich wie immer den Generator ausgemacht und danach noch ein Bierchen auf dem Pier getrunken unter einem fantastischen Sternenhimmel. Danach lief ich mit meiner Stirnlampe ausgeruestet zurueck in meine Cabaña. Als ich dann die Zaehne geputzt und die Flip Flops (die hatte ich nach dem Tarantula zwischenfall vielfach an) ausgezogen hatte, wollte ich mich ins Bett legen. Doch da bin ich unglueckerweise auf einen Skorpion getreten. In diesem Fall hatte ich ein riesen Glueck, dass er nicht zugestochen hatte. Naja Pech fuer in, da er wenig spaeter krepiert ist.
 
Die ganze Anlage ist sehr schoen aufgebaut mit vielen Pflanzen wie in einem botanischen Garten. Daneben hat es da noch viele Tiere: Hunde, Katzen, einen Ara, einen Tucan und einen Affen welche sich alle frei auf dem Gelaende bewegen und ziemlich zahm sind. Der Tucan trank auf jeden Fall taeglich von meiner Cola und der Affe benoetigte auch immer wieder eine Streicheleinheit. Eingesperrt hat es auch noch einen Puma und ein Ozelot, dieser war jedoch vielfach nur mit einer Kette an einem Baum angemacht und liess mit sich spielen, wobei man jedoch immer auf die scharfen Krallen aufpassen musste.
 
Des weiteren funktionierte das Internet in der Lodge waehrend meines Aufenthalts ingesamt vielleicht eine Stunde. Und das Telefonieren von da war nicht erlaubt. Somit musste ich fuer ins Internet und telefonieren mit dem Boot beinahe 2 Stunden in die Stadt fahren, dies innerhalb von weniger als 2 Stunden erledigen, damit ich am selben Tag wieder zurueck zur Lodge fahren konnte. Da dies ziemlich umstaendlich war, machte ich diesen Trip nur einmal im Laufe meines Aufenthaltes.
 
Nach meiner Arbeitszeit in welcher ich kostenlose Unterkunft, Essen sowie Getraenke von der Bar hatte, fuhr ich den ganzen langen Weg zurueck nach Chichiriviche welches ich diesmal in weniger als 48 Stunden zuruecklegen konnte. Dort genoss ich noch ein letztes Mal die Karibik.
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Orinoco
photo by: elam