Melaka 2. Tag

Malacca Travel Blog

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Als wir heute vormittag etwas verspaetet aufgewacht sind, sah es ziemlich verregnet aus. Aber schon waehrend des amerikanischen Fruehstuecks in einem kleinen Cafe auf der gegenueberliegenden Strassenseite kam die Sonne raus. Also sind wir direkt im Anschluss Richtung Stadtzentrum spaziert. Einige Sehenswuerdigkeiten standen noch auf unserer Liste bevor wir den Abend auf den Nachtmarkt in Chinatown verbringen wollten. Das Muzium Budaya, eine Nachbildung eines traditionellen Malaienpalastes hatte gerade geschlossen, sodass wir nur, aber immerhin, das Gelaende und die Gaerten besuchen konnten. Direkt angrenzend befindet sich der St.Pauls Hill mit Eingang durch die Porta de Santiago, eines der ehemaligen Festungstore der portugiesischen A Famosa.
Die einstige St. Pauls Church, 1521 errichtet, ist mittlerweile zu einer Ruine verfallen. Trotzdem einen Besuch wert, nicht zuletzt weil man von hier einen Blick auf die Stadt werfen und das Meer sehen kann. Unterdessen war es unertraeglich heiss geworden und der Besuch im naechst gelegenen Foodcourt unumgaeglich. Auf dem Weg dorthin sind wir noch einmal am "Roten Platz" vorbei gekommen, dem Marktplatz des historischen Stadtkerns. Nach dem Fischcurry haben wir uns von der netten alten Dame noch eine frische Ananas schneiden und in den ueblich Plastikbeuteln mitgeben lassen. Hier bekommt man alles im Plastikbeutel: Obst, fritierte Snacks jeglicher Art, Saefte, was nicht passt wirds passend gemacht, Konsistenzen werden ignoriert, Fluessigkeiten oder Sosse in die Tuete geschuettet und dann Strohpalm oder Holzspiesse rein, damit mans wieder rausbekommt.
Fertig.
Um Chinatown auch bei Tageslicht gesehen zu haben und auch wegen des Baba-Nyonya Heritage Museums, dass nur bis 16:30 geoeffnet hat, sind wir direkt nach dem Mittag ins alte Chinesische Viertel marschiert. Zwischen den alten Shophaeusern sind ueber den kleinen Gassen mit winzigen Laeden und Restaurants zahlreiche Lichterketten gespannt, an denen die typischen roten Lampions befestigt sind. Bunt, lebendig und geschaeftig gehts auf den Strassen zu. Das Baba-Nyonya Museum war schnell gefunden. Die Baba-Nyonya-Kultur entstand durch die Nachfahren chinesischer Haendler und einheimischer malaiischer Frauen. Das Museum zeigt das aus drei aelteren Haeusern zu einem ausgebaute Heim einer wohlhabenden Baba-Nyonya-Familie. Wir hatten Glueck und gerade begann eine der kostenlosen Fuehrungen durch das Haus.
Wie in allen Wonhaeusern (auch Hostels) wurden die Wohnraeume barfuss besucht. Bei einem ganzen Haufen schwitzender Touristen kann das auch schon mal etwas streng riechen. :O
Bis zum Beginn des Nachtmarkts war noch etwas Zeit. Zufaelligerweise fand sich ein Hostelcafe, in dem wir ausnahmsweise das Internet benutzen durften. Und so war wieder ganz schnell eine Stunde rum und schon gings los auf den Strassen der Chinatown. Menschenmassen, und nicht nur Touristen, versammelten sich auf den Strassen, vor allem an den Essensstaenden, es wurde eine Buehne aufgebaut und die Stimmung war toll.  Vor der Buehne nahmen die ersten direkt auf den Plastikstuehlen Platz und warteten auf die ersten Karaoke-Kandidaten. Karaoke scheint hier eine ganz normale Stadtfestunterhaltung zu sein, die (ich weiss nicht wie es sonst ist) vor allem bei den aelteren Herren und Damen beliebt ist.
Teilweise mit hoechst beeindruckender Performance gaben ebendiese Volkslieder zum besten. Nachdem wir die Strasse dreimal rauf und runter gelaufen waren, Corni einen Hut und ich ein paar Lederbaender, Alex sich an diversen Essenstaenden guetlich getan und noch Cuttlefish in der Tuete zum snacken erstanden hatten (... Cuttlefish sind chipsplatt gehauene und geroestete Tintenfischchen, die einen unglaublichen Gestank verbreiten koennen, sobald man die Tuete oeffnet) haben wir uns von einer aelteren Frau in ein Tea House einladen lassen. Durch einen nicht mal ein Meter breiten Gang, vorbei an Haengepflanzen bahnten wir uns den Weg und ploetzlich fernab von allem Trubel erreichten wir in einen hohen stillen Raum mit kleinen Holzstischen. Der Tee war koestlich und die Dame, die den Tee an unserem Tisch zubereitete und nachschenkte, erzaehlte uns waehrend dessen von Tee, Teezeremonien und einiges aus der Geschichte Malakkas. Zurueck auf dem Nachtmarkt haben wir uns in eine Bar gesestzt und den Tag bei einem Drink und netten Gespraechen ausklingen lassen. 
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Malacca
photo by: louise2553