Kann alles, muss aber nicht

Indianapolis Travel Blog

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Leckeres, aber beinhartes, Schokiherz

Frankfurt 7:20 Uhr.

Steh am Check-In auf dem Flug von Frankfurt nach Indianapolis über Newark. Ein bodenschlanker Mann vor mir macht mich höflicherweise darauf aufmerksam, dass der Check-In erst in einer Stunde ist. What the hell? Wahrscheinlich hatte er Angst, dass ich mich vordrängel J.

 

8:20 Uhr

Hab selber schon eingecheckt und seh jetz Phyllis winkend auf mich zusteuern. Da ich mich für sie nochmal in die Check-In-Schlange gestellt hab, stehen wir ziemlich zügig vor der Frau am Schalter, welche uns murmelnd noch einmal die üblichen Fragen über das Nicht-Mitführen von Waffen, Nagelfeilen und dergleichen versucht auszuquetschen.

Noch mal 1 1/2 Stunden Verspätung - hängen ja grad mal 8 Stunden am Flughafen fest...
Da das Gemurmel eher einer Indianischen-Vodoo-Verzauberungsformel ähnelt, versuchen Phyllis und ich angestrengt, auf die Schlüsselwörter zu achten, um möglichst schnell Richtung Gate entschlüpfen zu können.

 

11:20

Boarding Time

Nach kurzen Diskussionen mit unseren jeweiligen Sitznachbarn, haben wir es geschafft, in der 200 Mann Maschine schlussendlich nebeneinander zu sitzen.

Da wir noch ein kleines Buch „Macchiavelli’s Der Fürst“ bis zur Ankunft in Amerika lesen dürfen, stürzen wir uns mit Begeisterung (*hust*, „juhu“) darauf und schaffen es genau bis zu Zeile 3 um uns dann gegenseitig vielsagend anzuschauen und ohne große Worte zu wissen: „Das kann ja heiter werden“.

Und ich glaub, des Bier hat auch schon mal besser geschmeckt....

Es ist weiterhin auch leicht schwer, sich auf Macchiavelli zu konzentrieren, wenn in den Bordcomputern vor uns ständig Folgen von „House“ oder Kinofilme über die Leinwand huschen.

Nachdem wir uns nach Hälfte der Zeit mit Hühnchen, Pasta sowie einem steinharten Schoki-Herz und Chips mit Senf (!!!) den Bauch vollgeschlagen haben, nehmen wir den Kampf mit dem „Fürsten“ wieder auf �" und finden wirklich, dass dieses Buch zwar interessant, aber in unserer jetzigen Situation ETWAS schwer zu lesen sei �" außer als ideale Schlaflektüre.

 

13:55 (Ortszeit) Newark, NY - die Frisur…hält nicht, weil windig, kalt und sturzbach-regnerisch

Wir schleppen uns nach 7 Stunden Flug aus dem Flieger und schauen ach dementsprechend frisch wir der junge Frühling aus.

Vom Hostel zum Sheraton upgegradet... nur fair, finden wir.
Nach 200m auf unserem Weg zu unserem Anschlussflug nach Indianapolis kreuzt eine „Massage Bar“ unseren Weg, aus welcher sanfte Klänge und Düfte uns zum Verweilen einladen.

Da wir beide irgendwie finden, dass wir unseren Amerika-Aufenthalt so schön wie möglich machen sollten, sitzen wir kurze Zeit später Kopf-Über in 2 Massage-Stühlen und lassen uns 15 Minuten lang den Nacken kraulen, die Rücken massieren und die Seele streicheln.

 

17:30 (Ortszeit)

Am Gate, von wo aus unser Connection-Flight starten sollte, wird uns gesagt, dass wir nicht wie geplant um 19:05, sondern aufgrund von Nebel erst gegen 21:45 Uhr starten werden.

Was uns umgehend veranlasst, uns nach diesem (bis jetzt 20 Stunden-Tag) erst mal ein Bier inkl.

fettiger Nachos mit Guacamole, Chilli-Sauce kredenzen zu lassen.

Ich bezahle �" aber anscheinend hätte (hat?) die Bedienung mir eine andere Rechnung (natürlicher doppelter Preis) zu meiner Kreditkarte gelegt. Ich merke es �" sie merkt es �" und bringt mir unsere alte Rechnung. Sie versichert mir, dass sie vorher nichts abgebucht hat �" ich kann es aber nicht überprüfen.

Mittlerweile checkt Phyllis unsere Flugzeiten und kommt mit der Meldung zurück, dass wir wahrscheinlich nicht vor 22:30 wegkommen. Was uns veranlasst, ernsthaft darüber nachzudenken, noch eine Bottle Bier zu bestellen �" lassen aber davon ab, weil wir vermeiden möchten, unseren Anschluss-Flug deshalb zu verpassen.

Nach all diesem Stress muss ich mal aufs Klo und finde, zusammen mit anderen Frauen, 6 der 12 Toiletten am Gate überflutet und wie von einem bösen Geist besetzt ständig spülend vor.

Da ich mittlerweile aber echt aufs Klo muss, kämpfe ich mich über Wasser (und ich hoffe, es war nur Wasser)-Lachen hüpfend zu einer ständig spülenden, aber nach außen hin nicht überflutenden Toilette durch.

Als ich wieder raus komm, sehen Phyllis und ich sehr interessiert und bestürzt eine lange Schlange am Information Point der Continental Airlines.

Wir nähern uns und bevor wir es überhaupt bis zum Information Desk schaffen, quatscht mich unaufgefordert ein Typ von hinten an und meint:

„Ist Ihr Flug auch gecancelt worden?“

Fassungsloses Schweigen von mir und Phyllis.

Dann: „Nein, wir denken nicht. Wir fliegen heute noch nach Indianapolis.“

Er: „Das glaub ich nicht. Da wollt ich nämlich auch hin. Ist gecancelt.“

Fassungsloses Schweigen die Zweite….

 

Nach einem Anruf bei John, dem Typen, welcher uns zum Hostel bringen sollte, um ihm zu sagen, dass wir nicht mehr kommen, laufen wir einer Continental Lady hinterher, welche uns eröffnet, dass wir erst morgen über Cleveland nach Indianapolis fliegen können. Da uns vor Wut, Fassungslosigkeit und Galgenhumor der Kamm schon so geschwollen ist, dass wir nicht mal mehr losschreien und schimpfen können, lassen wir diese Information einfach unkommentiert geschehen.

Auf unserer Fahrt zur Unterkunft, welche uns zur Verfügung gestellt wurde, geschieht das erste kleine Wunder dieses Tages. Wir werden upgegradet. Und zwar so was von. Von einem 2-Sterne Hotel ins Sheraton New York (4 Sterne).

Wir trauen dem Braten erst, als wir wirklich und tatsächlich im riesigen Zimmer mit zwei King-Size Betten, Badewanne, Balkon und Fernseher stehen.

Nach einer ausgiebigen Bade-Tour im zimmereigenen Wellness-Bereich, geht es uns schon viel besser. Todmüde fallen wir ins Bett und in eine traumlose Nacht.

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Noch mal 1 1/2 Stunden Verspätung…
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Und ich glaub, des Bier hat auch s…
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Vom Hostel zum Sheraton upgegradet…
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