Schildkroeten-Tour in San Juan del Sur

San Juan del Sur Travel Blog

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Schildkroetchen auf dem Weg zum Meer

am neujahrstag fahren kaum busse weshalb wir erst spaet nachmittags san juan del sur an der atlantik-kueste von nicaragua erreichen. das kaff ist ziemlich bekannt, allerdings sehr touristisch, ueberteuert und zu unser enttaeschung alles andere als schoen. heruasragende naegel an der strandpromenade, ueberall herumliegender muell am strand, zu teure hotels und nur teure gringo-restaurants.

am 2. januar machen wir von san juan aus einen kleinen ausflug an den nahe gelegenen, voellig unbebauten und schoenen sandstrand playa madera, der unter surfern fuer die guten wellen bekannt ist. nachts machen wir dann mit einer tour einen ausflug zum naturschutzpark la flor, wo zur zeit olive ridley schildkroeten eier legen.

Frisch gelegte Schildkroeteneier

dort koennen wir als allererstes kleine, frisch geschluepfte schildkroeten ins wasser schicken. sie sind tagsueber ausgeschluepft und wurden zum schutz vor hungrigen voegeln von den park-rangern eingesammelt, um sie dann bei dunkelheit wieder freizulassen. danach widmen wir uns den ausgewachsenen, knapp 1m grossen weibchen. wir haben grosses glueck, denn diese kommen in jener nacht zu hunderten an den strand zum eier legen und hocken dabei in 2m abstaenden im sad, und dies soweit das auge (resp. der taschenlampenstrahl) reicht. immer wieder kommt eine weitere schildkroete aus dem wasser und ist so zielstrebig unterwegs, dass wir ihr sofort aus dem weg treten muessen um sie nicht einzuschraenken. wir sehen wie eine eben erst angekommene schildkroete mit ihren hinterflossen ein ca.

Tourist mit zappeligem Schildkroetchen
35 cm tiefes loch buddelte um dort ihre eier hineinzulegen. zudem oeffnete unsere kanadische tour-guide ein nest bei einer gerade eier-legenden schildkroete (offenbar fachgerecht, so dass die schildkroete nicht gestoert und die eier nicht gefaerdet werden) und wir koennen beobachten wie die weissen, pingpongball grossen eier ins nest plumsen. nachdem die schildkroete ihre ca. 100 eier ins Nest gelegt hat, macht sie das nest wieder zu, und drueckt den sand mit hilfe ihres koerpers und ihrer hinterbeine zu, und zwar so stark, dass man dabei dumpfe toene vernehmen kann. sobald das nest wieder gut verschlossen ist, macht die schildkroete sich wieder auf den weg zum meer und verschwindet im wasser.

schildkroeten sind sehr lichtempfindlich, und kehren nur an ihren geburtsstrand zurueck, wenn dieser sehr dunkel ist.

...und tschuess
entsprechend verwendet unsere gruppe nur rot-licht-taschenlampen. die park-ranger hingegen, welche jede nacht unterwegs sind und die schildkroeten zaehlen sowie nest-pluenderer vertreiben, sind allerdings aus kostengruenden nicht mit solchen ausgeruestet... wir duerfen dann allerdings auch photos machen, was eigentlich ein bisschen doof ist. unsere guide meint allerdings die eigentliche gefahr fuer die schildkroeten seien bei dieser gesunden population nicht die paar touristen, welche alle ein einziges photo schiessen, sondern die illegalen eier-diebe, welche sich am strand im gebuesch verstecken um die nester zu pluendern. damit kochen sie schildkroeten-eier-suppe (war bis vor wenigen jahren in nicaragua noch voellig legal und ist es teilweise immer noch in costa rica), in der hoffnung diese mahlzeit ersetze viagra und garantiere ihnen ein langes leben.

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...und tschuess
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