Panamakanal, Kolonialbauten und american-way-of-life in Panama City
vom san blas archipel auf der karibikseite von panama bringt uns eine abenteuerliche, schlammschlachtmaessige, 9-h-fahrt am montag nach panama city an die pazifikkueste: von unserem segelboot werden wir mit einem kleinen motorboot abgeholt und an die kueste, und von dort durch einen langen schmalen fluss ins landesinnere gebracht. von dort fuehrt eine 40km lange ungeteerte piste durch dichten urwald zurueck in die zivilisation. die fahrt dauert oft nur 2 stunden, doch wegen starken regenfaellen in den letzten tagen ist die strasse an einigen steilen steigungen so schlecht passierbar, dass alle (manchmal auch nur die maennlichen) passagiere im 4-WD-jeep gebeten werden, auszusteigen und zu fuss (und da in flipflops, gezwungenermassen barfuss) den berg hochzukraxeln. derweilen bleiben die jeeps, insbesondere jene ohne schneeketten an den reifen, reihenweise im schlamm stecken und muessen von den staerkeren und besser ausgeruesteten fahrzeugen rausgezogen resp.
den berg hochgeschleppt werden. zwischendurch treffen wir immer mal wieder auf jeeps sowie einen lastwagen, welche in der gegenrichtung unterwegs sind und (teils schon mehrere stunden vor unserer ankunft) stecken geblieben sind, die wir ebenfalls befreien muessen. entsprechend dauert die fahrt bis zu einer normalen strasse 6 stunden. dafuer haben wir ziemlich was erlebt, sowie die huegelige, urwaldbedeckte kuestenregion gesehen. (wer einige weitere eindruecke unseres schlamm-trips ansehen moechte, kann dies unter http://picasaweb.google.com/mammutmeetsllama/KunaYalaDirtRoad02 tun.)
panama city, hier auch einfach nur panama genannt, ist viel schoener als erwartet.
im aelteren stadtteil stehen viele, zwar stark heruntergekommene, jedoch farbige und mit viel holz gebaute haueser im kolonialstil. es gibt zudem einen kleinen, exklusiven (3.85 dollar fuer eine kugel) glaceladen mit dem besten vanilleeis von mittelamerika, wenn nicht sogar weltweit. der alte stadtteil steht am meer, und man hat eine nette aussicht rueber zur neuen, von hochhauesern gesaeumten skyline des bankenviertels.
zudem ist in panama city die einfahrt zum beruehmten panamkanal. eigentlich wuerden wir diesen gerne besichtigen indem wir mit einem segelschiff durchfahren. von skippern haben wir gehoert, dass segelschiffe jeweils hilfe bei der 7-stuendigen und 80km langen durchquerung bauchen, weil man mindestens zu viert sein muss, um das schiff in den schleusen richtig befestigen zu koennen.
entsprechend stehen wir an unserem zweiten tag in panama bereits um 5.30 uhr auf und fahren zum yachtklub, in der hoffnung dort ein schiff zu finden, welches unsere hilfe braucht. leider ist im moment nicht allzuviel los, da die segelschiffe wegen der aufkommenden rauhen karibik-see zur zeit eher von der karibik- an die pazifikkueste fahren als umgekehrt, weshalb wir erfolglos bleiben. stattdessen fahren wir zur ersten schleuse des kanals, wo man aus naechster naehe beobachten kann, wie die schiffe mit hifle von kleinen lokomotiven sowie super viel suesswasser (welches dann einfach ins meer geschwemmt wird) riesen tanker und frachtschiffe durch den kanal gelotst werden. es ist schon eindruecklich, dieses in jahrzehnten entstandene bauwerk zu sehen, welches ueber 20'000 leuten bei der entstehung (wegen dengue- und gelbfieber sowie malaria) das leben gekostet hat, bei dessen entstehung soviel material ausgegraben wurde, dass wenn man alles auf einen gueterzug packen wuerde, dieser viermal die erde umrunden wuerde, und welches all den schiffen ermoeglicht, viel schneller von europa nach asien oder von ost- nach westamerika zu gelangen.
zu unserem erstaunen ist der panamakanal auch nicht nur ein kanal, sondern im prinzip ein see, der durch einige kanalabschnitte und je drei schlaeusen im norden und sueden jeweils mit der karibik- resp. pazifikkueste verbindet wird.
panama ist wider erwarten eigentlich ein sehr nettes kleines land. die leute sind ausgesprochen freundlich (man braucht nur eine karte aus der tasche zu ziehen und schon steht mindestens ein panamanianer, oft sogar ein polizist neben einem und fragt ob er helfen kann), und es ist alles gar nicht so teuer wie erwartet. durch die jahrelange amerikanische praesenz im zusammenhang mit dem panamakanal, sowie wohl auch durch die geographsiche naehe zu den USA und erschliessung per strasse ist zudem alles ziemlich amerikanisch gepraegt und sehr mordern.
man bezahlt mit US-dollar, alle reden sehr gut englisch (heute haben wir einen aelteren black guy getroffen, der kaum mehr zaehne aber einem perfektem amerikanischem suedstaaten akzent hatte - hey man, whazz up? -, obwohl er nie in den USA war und bloss in eine amerikanische schule ging), man sieht jede menge amerikanische fastfood chains (dairy queen, wendy's, dunkin' donut) und laeden (payless shoe source) und die computer in den internetkaffees sind so neu und schnell wie zu hause.
nach zwei tagen geht es weiter in den norden an die karibikkueste nach bocas del tore wo wir ueber weihnachten bleiben werden.










