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Sweet little Schwerin

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Here you can watch the course of my hitchhiking trip to Spain. Starting the 1st October I plan to arrive in Barcelona around New Years Eve. From there I want to work and travel around the country in order to learn the Spanish language and get to know the people and their culture. I would be happy to see you as my reader or to find a mail of yours in my inbox. Everybody is welcome!

Sweet little Schwerin

Das prächtige Schloss, das ich wirklich stundenlang betrachten könnte

Es war hammerhart, als mein Wecker nach viereinhalb Stunden Schlaf um halb acht klingelte. Aber was tut man nicht alles, wenn man sich einen Tag mit ausgestrecktem Daumen an der Landstraße ersparen kann und stattdessen direkt von Wittenberge nach Schwerin kommt. Ich hatte großes Glück und Sarahs Vater, der an diesem Tag nach Rostock fuhr, war bereit, den Umweg über Schwerin in Kauf zu nehmen und mich direkt ins Zentrum zu fahren, wo ich um 10 Uhr ankam. "Mein Gott!", dachte ich mir, "Um diese Uhrzeit stehst du sonst noch nicht einmal auf.", und ging zum nächsten Internetcafé, wo ich erst einmal dafür sorgte, dass ich in den nächsten Tagen bis Kiel eine Unterkunft habe.

Um eins ging es dann zum Paffenteich wo ich mit Jule, meiner heutigen Gastgeberin verabredet war.

Jule und ich bei Bier und Wein im Schweriner "Freischütz"
Doch bevor sie kam, traf ich erst noch Steffen, der mir von Anfang an suspekt erschien. Der angebliche KIK-Bezirksleiter fragte mich nach Feuer und bot mir auch eine Zigarette an, die wir zusammen rauchten, während er im 10-Sekunden-Takt auf den Boden spuckte. Wenn alle KIK-Chefs so sind wie dieses Exemplar, geht der Textil-Discounter sicherlich bald zugrunde, denn der gute Herr wollte mich doch ernsthaft mittags um eins auf ein Bier einladen, was ich dankend ablehnte. Spätestens als er dann anfing über die "zwei geilen Fickschlampen" (das ist ein Zitat!) neben uns zu erzählen, hatte ich jegliches Vertrauen zu dem Mann verloren und betete, das Jule bald auftauchen möge.

Und sie kam wie gerufen! Wir gingen zu ihrer WG, wo sie erst einmal ein sehr leckeres, wenn auch ungewöhnliches Mittagessen auf den Tisch zauberte.

Ein Blick über den wunderbaren Schweriner See
Ich schlug mir den Magen voll, bevor wir zu einer kleinen Stadtführung aufbrachen. Schwerin ist einfach wundervoll. Überragt vom mächtigen Dom liegen die schmalen, gepflasterten Straßen mit ihren gemütlichen Fachwerkhäusern und geben regelmäßig großartige Blicke frei. So taucht zum Beispiel manchmal das prächtige Schloss, dass ich stundenlang betrachten könnte, hinter der einen oder anderen Hausecke auf, um kurz danach wieder in den verwinkelten Gassen zu verschwinden. Auch das Wasser, das die Stadt umgibt und durchzieht, verleiht Schwerin eine ganz besondere Note, von der ich mich nur sehr ungern schon am nächsten Tag wieder trennen wollte.

Da es irgendwie immer kälter wurde und gefühlte minus zehn Grad herrschten gingen wir zum Aufwärmen auf einen Kakao ins "Café Kunterbunt", das seinem Namen wirklich alle Ehre macht.

Der Schweriner Dom, der mächtig über den Dächern der Stadt thront
Drinnen waren die Wände in den unterschiedlichsten Farben bemalt, auf jedem Tisch gab es frische Rosen und die Wände waren von Bücherregalen gesäumt, während im Hintergrund leise Tomte lief. Obwohl es dort ganz anders aussah, erinnerte mich die gemütlich-dämmrige Atmosphäre irgendwie an mein geliebtes "Independent" in Wittenberg. Dieses Gefühl verstärkte sich, als wir den Kakao serviert bekamen, der wirklich haargenau so gemacht war und schmeckte wie in meiner Stammkneipe mit dem faulsten Barkeeper der Welt. Ich forschte genauer nach und war verblüfft festzustellen, dass es haufenweise Parallelen gab. Die Bedienungen waren durchgängig jung und weiblich, es gab Afri statt normaler Cola und sowohl die Preise als auch die Toiletten waren gleich.
Hier lässt sich Gott die Haare schneiden
Eine absolute Empfehlung für jeden Inde-Gänger, den es mal nach Schwerin verschlägt.

Nach dem Abendesssen hatten wir dann keine Lust mehr auf analkoholischen Kakao und Jule führte mich auf ein Bier und ein Glas Wein in ihr Stammlokal, den "Freischütz". Dort war dann wieder einmal viel rauchen und quatschen, quatschen, quatschen angesagt, bevor wir um kurz vor elf dem Ruf unserer Matratze folgten. Was hinter mir lag, war ein durch und durch angenehmer Tag in einer wunderbaren Stadt!

Erkenntnis des Tages: Ein Inde gibt es überall.

Held des Tages: Sarahs Vater der mich direkt nach Schwerin mitnahm

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