Richard Wagner lässt grüßen

Bayreuth Travel Blog

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Mein lieber Robert als Paul in der Bayreuther Innenstadt

Heute sollte es nach Bayreuth gehen. Obwohl das überhaupt nicht auf meiner Route liegt, wollte ich Karo und Robert doch unbedingt noch einmal besuchen. Nach einem ausgiebigen Frühstück bei meiner lieben Elke, brachte sie mich noch mit dem Auto bis zum Rasthof Osterfeld an der A9, bevor wir uns verabschiedeten. Dort beschloss ich spontan, dass Frühstück noch weiter auszudehnen und saß noch bis um eins im Rasthof und schrieb bei Pfefferminztee mit Zitrone mein Reisetagebuch. Dann malte ich mein Schild und zog los, eine Mitfahrgelegenheit zu suchen. Es dauerte eine Dreiviertelstunde voll von Autos die in die falsche Richtung fuhren, Firmenwagenfahrern die wegen der Versicherung niemanden mitnehmen dürfen und peinlich berührtem, hektischem und "höchst unauffälligem" Wegschauen bis ich ein Ehepaar mit Bayreuther Kennzeichen entdeckte und zu ihnen ging.

Wo ein Filmschauspieler ist, da sind auch Kameras nicht weit!
Der Mann, ein großer, grau mellierter Enddreißiger ließ mich kaum zu Wort kommen und sagte gleich: "Ich nehme grundsätzlich keine Tramper mit!" Doch ich sah sofort, wie die Frau, eine zierliche, leise Blondine im selben Alter, ihren Gatten mit deutlich fragendem Blick ansah. Ich glaubte ihr sympathisch zu sein und verabschiedete mich vortäuschend, nach weiteren Autos suchen zu wollen, nur um die beiden alleine zu lassen und eine Minute später noch einmal vorbeizugehen. "Das haben sie alles meiner Frau zu verdanken.", sagte der Mann, ein schnauzbärtiger Bundespolizist, zu mir, als ich meinen Rucksack dann ins Auto lud. Durch seine leichte Antipathie gegen mich, die er gekonnt hinter der immer höflichen Art eines Polizisten zu verstecken versuchte, entstand zu Beginn ein peinliches Schweigen, dass ich jedoch schnell mit einigen Fragen gebrochen hatte.
Karo, Robert und ich beim Muskelaufbautraining durch einarmiges Stämmen im Bayreuther "Kraftraum"
Bald unterhielten wir uns rege aber eigentlich belanglos über Politik, Verkehrsregeln und die bayrische Landschaft und auch seine anfängliche Abneigung war verflogen. Glücklicherweise fuhren die beiden direkt ins Stadtzentrum, sodass ich, nachdem ich mich herzlichst bedankt und verabschiedet hatte, in kurzer Zeit in der Dammallee war, wo Robert mich freudig empfing.

Oder sollte ich besser sagen, Paul wartete auf mich? Denn Paul, der eigentlich Robert heißt, ist Hauptfigur eines Films, den Robert, der manchmal Paul ist, gerade mit einigen Kommillitonen dreht. Bald kam auch Roberts Freundin, die liebe Karo angeradelt und wir schauten zu, wie sich vor der Kamera Robert in Paul und Paul in Robert verwandelte. Um die Verwirrung nicht zu groß werden zu lassen, war der Drehtag bald beendet und wir schlenderten zu Karo, die zur großen Freude meines krampfenden Magens ein leckeres Abendessen auf den Tisch zauberte.

Robert beim Versuch, den durch reichlich Bier verursachten Schluckauf durch sogenanntes "Rückwärtstrinken" zu bekämpfen

Damit war auch eine gute Grundlage für den Angriff auf meine Gehirnzellen geschaffen, den ich gleich im Anschluss wie  in Bayreuth üblich, mit reichlich Hellem startete. Dabei habe ich sogar etwas für den Muskelaufbau getan, denn wir fanden uns gesellig im "Kraftraum" ein, um unseren Bizeps durch einarmiges Stämmen mit immer leichter werdenden Bierglasgewichten zu trainieren. Als wir dann nachts um eins zu dritt (fast waren wir schon sechs) nach Hause trotteten, war ich froh, diesen kleinen Ausreißer gemacht zu haben.

Held des Tages: Karoline Metzker mit ihrem wunderbaren Abendessen

Erkenntnis des Tages: Manchmal muss es auch ein Umweg sein!

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Bayreuth
photo by: Photo-Tom