One night in Paris

Paris Travel Blog

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Blick auf den Place de la Bastille
Obwohl ich wusste, dass ich sie bald wiedersehen würde, war es reichlich schwer, mich von Chloé zu verabschieden, denn nach gerade einmal einem Tag fühlte sich die Freundschaft zu ihr so intensiv an, als ob wir uns schon Jahre kennen würden. Sie brachte mich zur Autbahnauffahrt, gab mir einen Kuss und ich konnte ihr ansehen, dass sie sich genau so entzückt war wie ich, "Bis bald!" anstatt "Auf Wiedersehen" sagen zu können. Nun freute ich mich noch mehr auf Barcelona.

Petrus machte sich bei mir auch an diesem Tag nicht sonderlich beliebt, denn nach nicht einmal fünf Minuten brach ein Unwetter los, wie es im Buche steht. Der Wind war so stark, dass ich mich zur Seite lehnen musste um nicht umzufallen und der Regen fast waagerecht auf mich geschossen wurde. Binnen eines Augenblicks war ich komplett durchnässt und mein Schild flatterte als glitschiges, weißes Knäuel unlesbar vor meiner Brust.
Stairway to bed: Das nenn ich Luxus
Ich war heilfroh, dass es nicht allzu lange dauerte, bis ich meine Kleidung im Auto zweier schwarzer Frauen auf dem Weg nach Paris notdürftig trocknen konnte. Es ging verrückterweise schneller, die 150 Kilometer von Amiens bis zur Stadtgrenze Paris' zurückzulegen, als von dort aus in die Stadt bis zum Gare de Lyon zu kommen. So war es schon nach acht, als ich meinen Fahrschein für den Zug erstand, der mich am nächsten Morgen nach Rennes bringen sollte und den Weg zu meinem Gastgeber antrat.

Francesco wohnte unweit vom Place de la Bastille direkt in einem der Herzen, die Paris rund um die Uhr mit lebendigem Puls schlagen lassen. Ich legte meine Kleider über die Heizung und er versorgte mich umgehend mit einem heißen Tee, der mich langsam wieder durchwärmte. Ich probierte auch einige Leckereien aus seinem Kühlschrank, der mindestens genauso exotisch war wie seine Reiseerfahrungen und genoss es, hier in diesem kleinen, geheizten Studio zu sein während es draußen immer ungemütlicher wurde.

Als sich das Wetter wieder beruhigt hatte, entschlossen wir uns noch eine kleine Runde im nächtlichen Paris zu drehen, was sich als klarer Fehler herausstellen sollte. Listig wie Petrus nun einmal ist, hatte er uns mit den wenigen regenfreien Minuten in einen Hinterhalt gelockt, um das Unwetter am Punkt der größten Entfernung von unserem Heim wie einen Paukenschlag von Neuem explodieren zu lassen. Binnen Sekunden stand der komplette Place de la Bastille zentimeterhoch unter Wasser und Stühle, Plakate und etliches anderes Geröll wurden vom Sturm darüber gefegt. Unsere Regenschirme waren daher ungefähr genauso effektiv wie eine Pipette bei der Bekämpfung eines Großbrandes und es dauerte nicht lange, bis meine gerade getrockneten Sachen wieder komplett nass waren. Doch das störte mich in keinster Weise mehr, denn ich konnte den Eiffelturm sehen und wusste, dass es nur Wasser war, das bald verschwunden sein würde, während ich bei einem heißen Grog wieder im Warmen saß.

Erkenntnis des Tages: Was nass ist trocknet wieder.

Held des Tages: Chloé
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Blick auf den Place de la Bastille
Blick auf den Place de la Bastille
Stairway to bed: Das nenn ich Luxus
Stairway to bed: Das nenn ich Luxus
Paris
photo by: Sweetski