Magdeburg rocks!

Magdeburg Travel Blog

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Leo, ich, Daniel und etliche leere Flaschen in der Magdeburger Abschusshölle.

Heute ging es nach Magdeburg. Zuerst ging ich mit Anne jedoch noch einmal in die Erfurter Altstadt, die ich mir doch unbedingt noch einmal ansehen wollte. Ich kann nur sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat. Der Dom und die umgebende Altstadt sind einfach wunderbar und man kann sich entspannt durch die engen Straßen treiben lassen und diese kleinen, gemütlich-alten Häuser bewundern. Obwohl wir an einigen Stellen sogar schon fast hetzten, war es nach diesem Ausflug selbstverständlich mal wieder zu spät. Um 14:00 Uhr stand ich an der Straße und arbeitete mich von dortaus langsam über Land- und Bundesstraßen vorwärts. Es waren kleine Sprünge die ich an diesem Tag machte, denn wenn man nicht gerade an der Autobahn steht, ist es schwierig jemanden zu finden, der mehr als 40 Kilometer in die richtige Richtung fährt.

Das Ende vom Lied. Sie sehen von links nach rechts: Leo und Daniel sowie Kurz Kurz und Lang Lang alias Martin und Kay.
So landete ich zuerst in Sömmerda und dann in Weißensee. Dort nahmen mich zwei Handwerker, die gerade von der Arbeit kamen, ein gutes Stück bis nach Artern mit und empfahlen mir, mich in Sangerhausen an einen großen Autohof zu stellen, weil von dort angeblich viele nach Magdeburg fahren würden. Ich vertraute den beiden und ließ mich von einer jungen Frau dorthin mitnehmen.

Das war fatal! Denn am Rasthof angekommen, waren da zwar massenweise Autos, aber niemand fuhr nach Magdeburg. Ich beging den Fehler, mich an der Idee festzubeißen, von dort direkt an mein Ziel zu kommen, anstatt meine Taktik weiterzumachen und immer den nächstgrößeren Ort in 30 bis 40 Kilometern Entfernung auf mein kleines Schild zu schreiben. Außerdem stand dort ein Audi mit Magdeburger Kennzeichen und ich wollte auf den Fahrer warten. Dieser verzockte jedoch entweder gerade sein komplettes Vermögen inklusive des Wagens in der nahen Spielhalle, war auf den halbstündlich gereinigten McDonalds-Toiletten eingeschlafen oder hatte, was mir am wahrscheinlichsten erschien, das Auto einfach nur dort abgestellt und sich von einem Kollegen mitnehmen lassen. Jedenfalls hockte ich volle zwei Stunden neben dem Auto, bevor ich um kurz nach 19:00 Uhr entnervt aufgab und einmal mehr mit dem Gedanken spielte, den Zug zu nehmen. Ich dachte mir dann, dass ich versuchen könnte doch wenigstens noch ein kleines Stückchen weiterzukommen und malte mir ein neues Schild, mit dem ich mich freundlich lächelnd an der Ausfahrt des Parkplatzes postierte.

Und dann hielt nach einer knappen halben Stunde - es war unterdessen schon dunkel und fünf Minuten später wäre ich wohl zum Bahnhof gelaufen - Kolle aus Hettstedt an, der mich bis dahin mitnehmen wollte. Kolle ist 20, lernt IT-Systemelektroniker bei der Bundeswehr in Bad Frankenhausen und war der großartigste Mensch, den ich an diesem Tag getroffen habe. Wir unterhielten und während der gut halbstündigen Fahrt über alles mögliche und waren absolut ruhig. Es war wirklich ganz komisch, denn ich hatte das Gefühl, ihn schon Jahre zu kennen und es gab nicht den Hauch einer Spannung zwischen uns. Er brachte mich bis zum Hettstedter Bahnhof, da ich unterwegs erkannt hatte, dass viel zu wenig Autos noch auf der Straße sind und der Versuch weiterzutrampen ähnlich sinnvoll wäre wie die Eier des Papstes. Doch als ob seine Hilfe nicht schon genug gewesen wäre, spendierte er mir sogar noch etwas warmes zu futtern und eine Packung Tabak. Er muss gerochen haben, dass ich hungrig war und unter schwerer Rauchwarenunterversorgung litt. Ich fühlte mich schon beinahe schäbig, da ich ihm nicht mehr Gutes tun konnte, als mich zu bedanken, was ich auch an dieser Stelle noch einmal tun werde: DANKE KOLLE!!!

Am Bahnhof musste ich dann feststellen, dass der Automat anscheinend reich genug war, um mein Geld nicht anzunehmen. Ordentlich und unbescholten wie ich bin, wollte ich das Ticket im Zug kaufen, der jedoch bis auf mich keine weiteren Fahrgäste geschweige den einen Fahrkartenkontrolleur hatte. "Es reicht ja eigentlich auch, wenn der Schaffner da ist.", dachte ich mir und musste über mich selbst schmunzeln als ich mich setzte. Bis Magdeburg fragte mich auch niemand mehr nach meinem Ticket und ich kam gegen 10 bei Leos und Daniels Wohnung an, wo wir noch dafür sorgten, dass unsere Gehirnzellen schleunigst weniger wurden, um dem Alkohol mehr Platz bieten zu können. So war ich an diesem Tag mehr oder weniger unkompliziert nach Magdeburg gekommen, hatte immer einen vollen Magen, konnte wieder rauchen wie ein Schlot und hab nicht einen Cent dafür ausgegeben. Einfach wunderbar!

Erkenntnis des Tages: Es geht auch ohne Geld.

Held des Tages: Kolle, Kolle und noch einmal Kolle!

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Das Ende vom Lied. Sie sehen von l…
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photo by: lisbethsdragon27