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Nieuweschans Travel Blog

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Ein grandioser Gastgeber: Youssef aus Nieuweschans

Es war so weit: Am Dienstag wollte ich Deutschland endlich verlassen, wenn auch nur ein Stückchen: Meine nächste Station war Nieuweschans, das so nah an der Grenze liegt, dass ich im Handumdrehen hätte zurücklaufen können. Aber immerhin ist es niederländisches Staatsgebiet.

Doch bevor es soweit war, stand erst einmal noch eine kleine Radtour mit Dave durch Bremens Hafen- und Industriegebiet an. Deshlab stand ich extra schon um neun auf, aber mein Füherer machte mir einen Strich durch die Rechnung und schlief entspannt aus. Als er dann wieder unter den Lebenden weilte, saß ich gewaltig in der Zwickmühle, denn einer seits war es abzusehen, dass es sich schwierig gestalten würde an mein Ziel zu trampen und ich lieber zeitig genung losfahren sollte, andererseits war ich aber auch sehr auf Daves Qualitäten als Rad-Guide gespannt, die mir Alexander schon am ersten Abend angepriesen hatte. Naach langem Hin und Her, entschied ich mich, mir den komplizierten Trampingweg zu ersparen und abends mit dem Zug an mein Ziel zu fahren, nachdem ich den Fahrradausflug mitgenommen hatte.

Das war eine großartige Entscheidung, denn Dave kannte sich wirklich aus. Immer an der Weser lang brachte er mich vom Zentrum zum Hafen, wo er mit mir quer durch die alten Industrieanlagen fuhr, die einen ganz eigen Charme versprühen. Er konnte mir viel aus vergangenen Zeiten erzählen, was es mir auch ermöglichte, den enormen Wandel, den dieses Gebiet mitgemacht hat, nachzuvollziehen. Nach einem letzten Halt ganz am Ende einer Mole im Hafen, von wo aus man den wunderbaren Ausblick hatte, der auf den Fotos zu sehen ist, verholf Dave mir noch zu etwas Eisenbahnromantik auf einer Brücke an einem alten Rangierbahnhof. Ich hätte nie gedacht, dass ein größtenteils heruntergekommenes Industriegebiet ein solch eigentümlich schönes Ambiente erzeugen kann und war Dave zu tiefstem Dank für diesen Einblick in den riesigen Bremer Hafen verpflichtet, als wir gegen halb sechs wieder in der Wohnung ankamen und ich mich kurz darauf verabschiedete.

Nun lagen knappe zwei Stunden Zugfahrt hinter mir, die sich aber nach einer qualvollen ersten Etappe nach Oldenburg in einem prallvollen Zug doch noch recht interessant gestaltete. Denn kaum hatte ich mir einen Sitzplatz ergattert, sprachen mich vier ältere Damen wegen meines montröen Rucksacks an und schenkten mir spontan eine Tüte Spekulatius und etwas Schokolade. So sind sie halt, die Omas! Auch auf der zweiten Fahrt von Leer nach Nieuweschans fand ich schnell jemanden zum unterhalten und so verging die Zeit wie im Flug, bis ich um neun bei Youssef klingelte.

Youssef war ein grandioser Gastgeber, der wohl auch seine Bettdeck mit mir geteilt hätte, wenn es denn nötig gewesen wäre. Die Frage vom Vorabend, wann ich das nächste Mal so lecker essen würde erübrigte sich, als er anfing das Abendessen zu Kochen und Pasta mit leckerem Fisch auf den Tisch zauberte. Es war ein Genuss, besonders weil ich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte, und ich schlug mir den Magen voll. Wir unterhielten uns und ich versuchte sofort die Grundlagen der niederländischen Sprache zu erlernen, wobei mich Youssef mit Rat und Tat unterstützte. Er ist schon viel gereist und berichtete mir von seinen Erfahrungen, zeigte Bilder von seinem Ausflug auf die Faroer Inseln und ließ damit gleich wieder neue Reiseideen in meinem Kopf aufblühen. Wir hätten noch ewig so sitzen und erzählen können doch die Vernunft siegte letztendlich und wir gingen gegen zwölf ins Bett, denn der nächste Tag sollt früh beginnen.

Erkenntnis des Tages: Nicht alles glänzt, was Gold ist.

Held des Tages: Youssef

krissi-und-maria says:
Heyyy Fabian.

Es gibt so viel zu erzählen...Maria und ich haben uns extra dafür jetzt hier angemeldet um alles gleich mit dem berühmten Senf zu krönen ;)
Uns geht es gut, wir hoffen wir auch.
Deine Berichte sind der absolute Kracher, wir fiebern immer mit!
Gössel ist so freundlich und druckt es Maria immer aus, da sie ja kein Internet hat
Wir haben uns mega gefreut, deine Eltern waren ja am Sonntag im Theater...ach das war toll.
Lass es dir gut gehen, wir hoffen du denkst ab und an mal an uns, bei deinen vielen Erlebnissen.

die liebsten Grüße Maria und Krissi
Posted on: Nov 02, 2007
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Ein grandioser Gastgeber: Youssef …
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Nieuweschans
photo by: horsebadorties