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Barcelona Travel Blog

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Meine lieben Leute,

es ist mal wieder der erste Oktober, oder anders gesagt, mal wieder Zeit loszuziehen. Die Sachen sind gepackt, das Zimmer ausgeräumt und die Arbeit sowieso schon seit Gott sei Dank zwölf Tagen vorbei. Der Abschied wird gründlich, kurz und schmerzlos, heute Abend um 21:30 mit dem Nachtzug nach Málaga, 12 Stunden und warme 1000 Kilometer weiter in den Süden. Hier ist der Herbst nämlich auch definitv angekommen und mit T-Shirt kann es manchmal gehörig frisch werden.
Trotzdem war meine Stimmung während der letzten Tage sehr seltsam, ein wenig traurig und bedauernd aufgrund des Gefühls, die Stadt und ihre Möglichkeiten komplett verpasst zu haben. Ich hatte sie über, ohne Frage, aber trotzdem liebte ich sie aufgrund ihrer Vielfalt und Farbenfreude. Auch waren da die vielen Menschen, Kollegen, Freunde, Bekannte, die ich vermissen werde, Andrea und den Plettau von AVIS und natürlich zuvorderst mein verehrter Herr Wohungsgenosse R. aus B. A., um genau zu sein der Pfundskerl mit vollem Namen Ramiro Bautista Robles Lorenzo, geboren in der argentinischen Hauptstadt.
Genau wie vor einem Jahr, kamen dieselben Zweifel auf, die Bequemlichkeit, die Frage nach dem Sinn des Ganzen und ob oder wie überhaupt es funktionieren würde. Ich fühlte mich verloren, doch trotzdem liess mich mein inneres Gefühl voranschreiten und je weiter ich dachte, je mehr ich eventuelle Routen plante, nach Orten und Möglichkeiten suchte, desto klarer wurde alles, ein Puzzle fügte sich zusammen und mir wurde bewusst, dass es unweigerlich wieder losgehen müsse und dass ich es doch kann, weil es ja eigentlich so einfach ist. Mit diesem Gefühl verbrachte ich die letzten zwei, drei Tage in dieser so oder so grossartigen Stadt in Frieden mit mir selbst und zielgerichtet auf das was kommen mochte.
Am Abend des 30. September, nachdem ich mit Ramiro und seinem Compagnon Gregorio zu einem Japaner essen gegangen war und wir noch ein letztes mal im Wohnzimmer zusammengesessen hatten, musste ich dann meinem geliebten Platz auf der Dachterasse noch einen Besuch abstatten. Und als ich da so sass und sich die Stadt und das Meer vor mir erstreckte wurde mir bewusst, dass alle meine Sorge Unsinn war. Im Gegenteil, ich hatte die Stadt kennengelernt und für mich erobert, hatte mir bewiesen, dass ich es schaffen konnte, hier alleine auf die Beine zu kommen. Ich kannte die Stadt in diesem Moment aus jedem Winkel und wusste, dass ich immer wieder hierher zurück kommen könnte. Das machte mir Freude, denn ich würde all diese Menschen, Gebäude und Blicke bald wiedersehen, schon in zweieinhalb Monaten!
Ich konnte es nicht erwarten und schlief kaum letzte Nacht, aber das ist egal, denn das Gefühl, dass ich jetzt habe, die Vorfreude, endlich wieder neue Orte, neue Farben zu sehen, neue Töne zu hören und vor allem neue Menschen kennenzulernen, dieses Gefühl ist stärker als jeder Kaffee. Ich mus los!

Erkenntnis des Tages: Erst durch Abschied kann man Wiedersehen.

Held des Tages: Mein lieber Kumpel Ramiro
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Barcelona
photo by: fivepointpalm