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Bremen Travel Blog

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Ich lieb mein Handy: Ein weiteres Panoramabild

Nun hie├č es bald: Abschied nehmen von der Heimat. Am Samstag sollte es nach Bremen gehen, was meine letzte Station vor den Niederlanden war. Am fr├╝hen Nachmittag wachte ich, immer noch etwas weingesch├Ądigt, in der 40-k├Âpfigen WG auf und viel nat├╝rlich sofort wieder der "Couch mit den Krallen" zum Opfer, die mich bis halb f├╝nf nicht wieder loslassen wollte. Dann schaffte ich es doch, sie endlich zu besiegen und radelte noch schnell zum Bahnhof um einige Postkarten zu besorgen. Das war nicht die beste Entscheidung, denn dort war die H├Âlle los, da zu dem ├╝blichen Hamburger Chaos noch gute 1500 Teilnehmer 3 unterschiedlicher Demonstartionen die komplette Umgebung verstopften.

Meine lieben Gastgeber Alexander, Katharina, Anna und Dave (v.r.n.l.)
Ich konnte mich trotzdem durchschlagen und zwei Karten ergattern bevor ich schleunigst wieder zur├╝ckfuhr.

Denn in der WG wartete schon Lena auf mich, die zu ihrer Schwester wollte und mir anbot mich zum n├Ąchsten Rastplatz an der A1 mitzunehmen. "Perfekt! Hier bist du in einer halben Stunde weg.", dachte ich als wir abfuhren und ich mich von Lena verabschiedete. Doch diese Annahme sollte sich als gr├╝ndlich falsch erweisen, denn die wenigen Leute, die die Tankstelle an diesem Tag frequentierten, waren reiche Hamburger, denen ihre dicken Schlitten viel zu schade waren, um jemanden darin mitzunehmen. Es dauerte zwei Stunden und ich war m├╝de geworden, die Fahrer dieser Oberklassewagen anzusprechen, als wiederum ein gro├čer Mercedes an die Tanks├Ąule fuhr.

So sch├Ân kann Industrieflair sein: Ein altes Speicherhaus am Hafen
Als der Fahrer zum Bezahlen an mir vorbeiging, l├Ąchelte er mich an, aber ich blieb stumm. Doch auf dem R├╝ckweg grinste er wieder und ich rannte ihm hinterher um zu fragen. Er schien nur darauf gewartet zu haben und lud mich sofort in sein Auto. Der ├Ąltere Herr aus dem Rheinland sparch zwar, als ob man ihm gerade in seine empfindlichste Stelle getreten habe und war wohl ein bisschen verr├╝ckt, aber ├╝braus freundlich. Schon oft hatte er Tramper mitgenommen und berichtete mir von seinen Erfahrungen, w├Ąhrend er mich trotz des Umweges direkt an mein Ziel in Bremen fuhr.

Dort schlug ich dann gegen halb neun bei Alexander und seinen Mitbewohnern Anna, Katharina, Dave und Bastian auf, die sich zu f├╝nft eine riesige Wohnung teilen, mit einem Flur, in dem man sich verlaufen kann.

Auch nach ernsthaften Handgreiflichkeiten wollten sich die Stadtmusikanten nicht zu einem Konzert ├╝berreden lassen
Ich schrieb ein paar Postkarten bevor mich Alexander mit auf eine kleine Kneipentour durch sein Viertel nahm und meinen Eindruck, das Bremen keine Weggehkultur habe, widerlegte. Es war von Anfang an sehr angenehm, da er eine Art hat, die Leute anzusprechen und auf sie zuzugehen, wie ich sie selten erlebt habe. So unterhielten wir uns an diesem Abend mit vielen Menschen und hatten eine sch├Âne Zeit, obwohl wir relativ zeitig die Segel strichen.

Am n├Ąchsten Morgen war ausnahmsweise mal wieder zeitiges Aufstehen angesagt, denn wir wollten auf den Flohmarkt und anschlie├čend eine kleine Sightseeing-Tour starten. Dummerweise haben wir in vollkommener geistiger Umnachtung nicht bemerkt, dass die Zeit in der Nacht eine Stunde zur├╝ckgestellt worden war und hatten somit noch genug Zeit f├╝r ein ausgedehntes Fr├╝hst├╝ck in einer Kneipe um die Ecke.

Lange Wartezeit: Die Schnoorstra├če Touristenfrei zu erwischen hat mich 10 Minuten gekostet
Als wir uns dieses einverleibt hatten,  nahmen wir die Bahn zum Weser-Wehr und zogen aus, den Flohmarkt zu pl├╝ndern. Alexander kaufte neben einem Fahrrad noch einiges anderes ein, aber bei mir schlug der Plan grundlegend fehl, da ich nichts bestimmtes suchte und der gr├Â├čtenteils angebotene Ramsch mich nicht unbedingt zu wilden Kaufexzessen verleiten wollte.

Dennnoch liefen wir etwa eine Stunde lang durch die St├Ąndereihen und schauten uns dies und das an, bevor wir in die Innenstadt aufbrachen. In Bremen war Freimarkt, weshalb unter anderem der komplette Marktplatz mit Karussellen und Imbissst├Ąnden voll war, wodurch leider auch jedes vern├╝nftige Foto unm├Âglich wurde. Um mich gegen den wohlriechenden Duft der Fressbuden zu immunisieren, ging ich als erstes in den Bleikeller, ein altes Domgew├Âlbe, wo neben etlichen historischen St├╝cken auch sieben mumifizierte Leichen ausgestellt sind.

P├Ąuschen: Aus den sieben Faulen werden acht
Das war interessant und seltsam zugleich, denn jede von ihnen hatte einen anderen Ausdruck und man meine fast, sie irgendwie zu kennen, wenn man sie dort so unterm Glas ihres Sarges liegen sah. Ich lie├č mir Zeit um alles zu studieren und mir kleine Geschichten zu den Toten zusammenzuspinnen, bevor ich den Keller am Bremer Roland vorbei in Richtung Dom verlie├č.

Dieser ist einen Besuch absolut wert. Zum Einen kann man f├╝r einen Euro auf seinen Turm steigen, was wohl einen netten Ausblick ├╝ber Bremen bescheren d├╝rfte. Der gotische Innenraum ist allerdings viel interessanter, da er dank verschiedenster Ornamentik, wunderbaren Buntglasfenstern und etlichen Seitenkapellen einen reichhaltigen, fast schon etwas ├╝berladenen Anblick bietet. Auch das angrenzende Dommuseum ist zwar sehr detailliert aber durchaus interesant und bietet f├╝r kostenlosen Eintritt viele Informationen zur Geschichte des Domes und der Kirche in Bremen allgemein.

Wo kommen nur die blanken Stellen her? - Die meistber├╝hrten Br├╝ste Bremens

Direkt neben dem Dom sorgte ich daf├╝r, dass ich auch weiterhin soviel Gl├╝ck habe, indem ich kr├Ąftig beide Beine des  Esels am Denkmal der Bremer Stadtmusikanten umfasste, bevor eine noch sch├Ânere Ecke folgte: Die B├Âttcherstra├če. In dieser engen Stra├če die links und rechts von alten, hohen Backsteinbauten ges├Ąumt ist, sind viele Kunsthandwerksbetriebe ans├Ąssig und mit etwas Gl├╝ck kann man den Handwerkern durch eines der Schaufenster sogar bei ihrer Arbeit zusehen. Wir am├╝sierten uns ├╝ber Touristen, die das wunderbare Glockenspiel fotografierten, nur weil es spielte, lie├čen uns am dortigen "Sieben-Faulen-Brunnen" spontan nieder und statteten in einem Hinterhof der meistbegrabbeltsten Frau Bremens einen Besuch ab (siehe Foto).

Eisenbahnromantik und Fernsehturm

Nachdem Alexander schon aufgebrochen war, um das Abendessen zu kochen, erkundete ich dann noch auf eigene Faust da Gangviertel, was mir schon in L├╝beck gro├čartig gefallen hatte. Allerdings musste ich entt├Ąuscht feststellen, dass es hier l├Ąngst nicht so liebreizend war wie dort, da es eigentlich nur aus einer Stra├če bestand, die viel breiter war und von riesigen Toruistenstr├Âmen niedergewalzt wurde, was sich an unz├Ąhligen Souvenirgesch├Ąften bemerkbar machte. Als ich mich dann letztendlich auch noch verlief und viel zu sp├Ąt zum Essen kam, war ich mir sicher, dass man sich ein solches Viertel definitiv lieber in L├╝beck anschauen sollte.

Nach dem Abendessen tankte ich dann etwas Schlaf und Alexander und ich lie├čen uns franz├Âsischen K├Ąse mit einer Flasche Rotwein schmecken, bevor wir auch mit den anderen noch eine ganze Weile lang zusammensa├čen und uns in lustiger Stimmung unterhielten, bis wir den Abend mit selbstgemachtem Caipirinha beendeten.

Gott sei Dank nicht f├╝r Blutalkohol: Der alte Pegel am Hafen

├ťber den n├Ąchsten und letzten Tag gibt es leider nicht sonderlich viel zu berichten, da es regnete und ich in der Wohnung blieb und die Zeit nutzte um meinen Blog mal wieder auf Vordermann zu bringen und mich darum zu k├╝mmern, dass ich in den n├Ąchsten Tagen nicht unter irgendwelchen Br├╝cken schlafen muss. Das einzig Erw├Ąhnenswerte war das Abendessen, das Alexander und ich beim Einkaufen spontan zu einem Drei-G├Ąnge-Men├╝ audehnten und das allen wirklich mundete. Auch ich war satt und zufrieden und dachte dar├╝ber nach, was mich wohl au├čerhalb Deutschlands erwarten w├╝rde und wann ich das n├Ąchste mal ein solche Essen h├Ątte. "Hoffentlich bald!", dachte ich als ich noch einmal alle bisherigen Bilder in meinem Kopf Revue passieren lie├č und langsam begann, mich von Deutschland zu verabschieden.

Atemberaubend: Dort liegt mein n├Ąchstes Ziel

Erkenntnis der Tage: Trau dich und gib nicht so schnell auf! Die Leute kommen auf dich zu!

Held der Tage: Der Rheinl├Ąnder, der mir eine zweit Chance gab

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Bremen
photo by: aloneinthecrowd