Yukon

Beaver Creek Travel Blog

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Geschneit hat es über Nacht gottseidank nicht - aber als ich morgens aufgewacht bin, hatte es -12 Grad. Dank meiner drei Decken war mir aber nicht kalt. Mein erstes Ziel war der Supermarkt in Whitehorse, danach war nochmals auftanken angesagt für meine erste Etappe am Alaskan Highway. Bevor ich mich auf den Weg gemacht habe, habe ich mich bei der Touristeninformation nach den Straßenverhältnissen erkundigt - die wurden mir als ausgezeichnet beschrieben. Das allerdings war für die ersten 50 Kilometer nicht zutreffend, die waren ein besserer Eislaufplatz - entsprechend langsam bin ich voran gekommen. Danach allerdings sehr plötzlich war die Straße staubtrocken, Verkehr gab es auch keinen mehr.

Der Alaskan Highway führt hier durch weite Täler mit schneebedeckten Bergen an allen Seiten. Die erste Siedlung unterwegs, nach etwa 100 Kilometern, war Haines Junction. Abgesehen von der namensgebenden Kreuzung gibt es hier nur ein paar Motels und gleich drei Tankstellen. Eine davon war geöffnet, diese Gelegenheit habe ich genutzt - dem Rat folgend, den Tank auf dieser Strecke immer möglichst voll zu halten.

Bald bin ich - heute endlich bei Sonnenschein - an den völlig zugefrorenen Lake Kluane gekommen, dort hatte ich die erste Begegnung mit einheimischen Tieren: Ein Wolf ist unmittelbar vor meinem Auto über die Straße gelaufen, ganz zur winterlichen Landschaft passend. Ein eisiger Wind bei -10 Grad hat in dieser Gegend Aussteigen und Photographieren beinahe unmöglich gemacht, deshalb habe ich mich nirgendwo lange aufgehalten. Wenn es irgendwo ein Ende der Welt gibt, dann ist es vermutlich irgendwo hier in Yukon. Die Straße ging weiter entlang des Sees bis zum nächsten Ort mit dem klingenden Namen "Destruction Bay" - im Prinzip genau die gleiche Sorte Ort, Motel und Tankstelle.

Am Abend habe ich den nächsten gleichartigen Ort erreicht: Beaver Creek, mein Tagesziel. Obwohl noch gut 30 Kilometer von der Grenze nach Alaska entfernt, ist hier der kanadische Grenzposten platziert - für das Land verlassende Fahrzeuge interessiert sich dort niemand. Übernachten wollte ich aber noch in Kanada, also habe ich mir zwischen Kanada und Alaska einen Platz zur Übernachtung gesucht. Diesmal nahe an der Straße, denn wie gesagt, Verkehr gibt es hier praktisch keinen, ich denke alle Autos, die mir tagsüber abseits der Orte begegnet sind, kann man an zehn Fingern abzählen. Zum Schlafengehen mußte ich mich zwingen, denn die Sonne geht hier erst um 10 Uhr abends unter, dunkel wird es erst viel später.
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Beaver Creek
photo by: esterrene