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Wüste Gobi

Erlian Travel Blog

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In der Nacht sind leider noch einige Leute ins Hostel gekommen und haben recht unangenehm laut die Nachtruhe der bereits schlafenden gestört. Bin überflüssigerweise früh aufgestanden, denn der Zug nach Peking hatte knapp eine Stunde Verspätung. Hab mich zum Bahnhof bringen lassen. Der Zug schließlich war eigentlich voll von Touristen, ich hab mein Abteil mit drei alten Damen aus Wales geteilt. Der Waggon war recht sauber und neu, bis aufs Klo, das wurde angeblich seit Moskau nicht geputzt, also hab ich das im nächsten Waggon verwendet. (Fürs Putzen ist der Schaffner im jeweiligen Waggon zuständig.)

Die Fahrt war schön, die Strecke durch die Mongolei ist nur einspurig und nicht elektrifiziert. Die Landschaft wurde zusehends einsamer, trockener und flacher und ist so ins Gebiet der Wüste Gobi übergegangen. Beeindruckende Weiten von absolut leerer Landschaft auf beiden Seiten des Zuges. Der Schaffner wollte natürlich nicht, daß man die Fenster öffnet, weils natürlich den Sand hereingeweht hat, hab also nur zum Fotographieren immer kurz das Fenster aufgemacht bzw. die Abteiltür verschlossen und dort das Fenster geöffnet. Mit den Schweden aus dem Nebenabteil bin ich am frühen Nachtmittag in den mongolischen Speisewagen gegangen - der war sehr beeindruckend, innen ausgiebig mit Holzschnitzereien verziert. Der Speisewagen war allerdings mehr ein Genuß fürs Auge als für den Gaumen.

Nach einem langen Sonnenuntergang über der Wüstenlandschaft habe ich schließlich die mongolisch-chinesische Grenze erreicht. Die drei englischen Damen haben den Nachmittag im Speisewagen verbracht - zwei davon sind nicht besonders nüchtern zurückgekehrt. Als der Zug schließlich in Erlian, auf der chinesischen Seite, eingefahren ist, gabs gleich chinesische Musik, dürfte irgendeine Hymne gewesen sein. Danach haben sie aber sehr europäische Walzermusik gespielt.  In Erlian wurden die Fahrgestelle von russischer auf Normalspur getauscht, im Prinzip ähnlich wie in der Ukraine, allerdings hat es hier etwas moderner ausgesehen und der Zug wird dazu in eine Halle gefahren. In Summe war an der Grenze mehr als 5 Stunden Aufenthalt - dann wars schon 2 in der Nacht und ich bin endlich schlafen gegangen.
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Erlian
photo by: eefab