Wieder Nationalpark

Ulaanbaatar Travel Blog

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Heute war ein ereignisreicher Tag. Wir vier (Wieder der Peruaner, Engländer, Schwede und ich) wollten zu einem weiteren Nationalpark (Tuv Aimag) fahren, wo es Ruinen eines budhistischen Klosters zu sehen gibt. Das Hostel hätte uns Auto und Chauffeur für 50 USD zur Verfügung gestellt, wir haben aber gemeint, mit Taxi wäre es billiger. War es schlußendlich auch und hat uns zu einem seltsamen Erlebnis verholfen. Wir haben mit dem Taxifahrer einen Preis von 20000 Tukrit, etwa 15 EUR, ausgehandelt. (Die mongolische Währung ist lustig, man fühlt sich schnell reich - es gibt nur Scheine, keine Münzen.) In einem Ort unweit des Eingangs zum Nationalpark wurden wir von der Polizei angehalten. Der Grund war nicht offensichtlich, wir haben gemeint, der Taxifahrer würde kontrolliert. Wurde er auch und er mußte auch irgendwas zahlen. Dennoch mußten wir mit dem Taxi zur Polizeistation fahren, wo wir aussteigen und erstmal warten mußten. Wir hatten keine Ahnung, worum es eigentlich ging. Nach 15 Minuten ist eine Polizistin gekommen und hat uns gebeten, ihr zu folgen. Das unter anderem auch englischsprachige Schild neben der Tür ließ nichts Gutes ahnen - "Criminal Department" stand da drauf. Im Grunde wollten drei Polizisten nur unsere Pässe sehen und haben gefragt, wo wir wohnen. Das war zwar nicht so einfach, weil die anderen drei natürlich keinen Paß dabei hatten, aber im Grunde wars harmlos, denn nach weiteren 10 Minuten haben sie uns sehr freundlich nach draußen gebeten und sich bedankt. Wofür das ganze, das wissen wir noch immer nicht. Im Hostel hats nachher geheißen, wahrscheinlich hätten sie gerne eine Spende von uns gesehen.

Naja, war ein seltsames Erlebnis und wenige Minuten später sind wir am Eingang zum Nationalpark angekommen. Dort sind wir einige Zeit spazieren gegangen und haben dort auch zu Mittag gegessen. Dort gab es neben dem Museum mit ausgestopften Tieren auch einen Bronzekessel zum Kochen von 10 Schafen auf einmal. Weiter oben war dann die Tempelanlage, von der nicht mehr viel übrig war. Einer der Tempel war noch in gutem Zustand und zu einem Museum ausgebaut, daneben nur noch Ruinen. Aber selbst in dem Museum stecken die Leute zu den Buddhastatuen Geld dazu.

Die Gegend war schön, sehr herbstlich, viele gelbe Birken. Die Berge, oder eher Hügel rundherum sind ziemlich glatt und mit ein wenig Gras bewachsen. Wald gibt es praktisch keinen und auf den mageren Wiesen grasen die Schaf- und Rinderherden der Nomaden. Die stellen überall dort ihre Jurten auf, alles in allem ein sehr idyllisches Bild. Durch diese Idylle also sind wir etwa 5 km zurückgegangen in jenen Ort, in dem besagte Polizeistation war. Als wir an den Stadtrand gekommen sind, sind wir durch eine sehr, sehr ärmliche Gegend gegangen. Straßen sehr holprig und steinig, natürlich nicht asphaltiert. Links und Rechts der Straße haben sich sehr einfache Holzhäuser hinter schäbigen Holzzäunen versteckt. Schlußendlich haben wir jedoch den Ort gefunden, von dem die Busse nach Ulan Bator zurückfahren und einen solchen genommen. An den kriminellen Fahrstil der Mongolen haben wir uns schon gewöhnt. Wieder zurück in der Stadt sind wir noch amerikanisch Pizza essen gegangen (Broadway Pizza) und nach einem Besuch im Internetcafe reichlich müde ins Hostel zurückgekehrt.

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Ulaanbaatar
photo by: Biedjee