Whitehorse

Watson Lake Travel Blog

 › entry 239 of 296 › view all entries
Mit der schönen Aussicht über den Yukon River war heute früh nichts, der wolkenverhangene Himmel hat mich zum Aufbruch bewegt. Obwohl ich vier Wochen Zeit hatte, um Alaska und den Norden Kanadas zu besuchen, geht mir die Zeit aus, in fünf Tagen sollte ich wieder in Vancouver sein. Also mußte ich, wie befürchtet, auf Dawson City verzichten, stattdessen bin ich den Klondike Highway wieder zurück zu jeder Stelle gefahren, wo er den Alaska Highway kreuzt. Die Fahrt kam mir deutlich länger vor als gestern, wahrscheinlich, weil durch das schlechte Wetter die Landschaft viel eintöniger gewirkt hat als gestern.

Nach Whitehorse, der Hauptstadt Yukons, war es nun nicht mehr weit - nur um sicherzugehen wollte ich mich nach den Straßenverhältnissen am Alaska Highway Richtung Süden erkundigen. Die beiden älteren Damen bei der Information waren allerdings beinahe überfordert, so hat es einige Zeit gedauert, bis ich eine Antwort auf diese und einige andere Fragen erhalten habe. Noch einmal habe ich meinen Vorrat an Proviant aufgestockt, anschließend habe ich mir den Ort ein wenig angesehen. Leider war auch die nördliche Endstation der White Pass & Yukon Route Railway geschlossen, dort hätte es ein kleines Museum zum Eisenbahnbau gegeben, das sicher interessant gewesen wäre. Das öffnet allerdings, wie die meisten Attraktionen hier, erst Mitte Mai.

Außerdem steht hier am Ufer des Yukon River die "SS Klondike", ein Raddampfer, der zuerst Kohle zu den Minenstädten, dann bis in die fünfziger Jahre Passagiere transportiert hat. Das Schiff ist leider nur sommers begehbar. Nachdem Whitehorse sonst nicht viel zu bieten hatte, bin ich am frühen Nachmittag aufgebrochen. Wenige Kilometer nach Whitehorse habe ich den Punkt erreicht, wo die Straße nach Skagway abzweigt. Als ich vor einer Woche von dort gekommen bin, ist hier noch jede Menge Schnee gelegen, heute ist davon fast nichts mehr da - auch die mit Schnee und Eis bedeckte Straße ist heute gottseidank staubtrocken. Auffallend ist, daß zwar noch immer wenig, aber deutlich mehr Verkehr als vor einer Woche herrscht. Jedes zweite Auto ist ein Wohnmobil oder Wohnwagen in der Größe eines Reisebusses. Allerdings handelt es sich nicht um Touristen, sondern um Saisonarbeiter, die sich im beginnenden Sommer als Touristenführer verdingen.

Das nach wie vor schlechte Wetter hat mich davon abgehalten, für mehr als nur kurze Erholungspausen anzuhalten. Während bei Sonnenschein das trockene Gras gelb und die laubfreien Büsche beiderseits der Straße rot leuchten, sieht heute alles grau aus - noch gibt es keine frühlingshafte Vegetation. Eigentlich wollte ich heute bis Watson Lake, dem nächsten größeren Ort, kommen, doch lange vorher hat mich die Müdigkeit übermannt. Nahe einer Siedlung namens "Pine Lake" ist ein Forstweg von der Straße abgezweigt, der nach wenigen Metern im tiefen Schnee geendet hat. Das hat mich vermuten lassen, daß hier wohl kein Verkehr herrscht, so habe ich diesen Punkt knapp unter der (ohnehin kaum befahrenen) Hauptstraße zur Übernachtung gewählt. 
Join TravBuddy to leave comments, meet new friends and share travel tips!
Watson Lake
photo by: silan