White Island

Rotorua Travel Blog

 › entry 153 of 296 › view all entries
In jenem Moment, als um halb sieben in der Früh unser Wecker geläutet hat, ist ein weiterer Kleinbus am Parkplatz aufgetaucht. Wie sich herausgestellt hat, war das der Reinigungsdienst für die Parkplatztoilette. Nachdem wir die frisch gereinigten sanitären Anlagen zu rudimentärer Körperpflege verwendet haben, haben wir uns auf den Weg nach Whakatane gemacht. Von dort wollten wir nach White Island, Neuseelands einziger aktiver Vulkaninsel, fahren. Nachdem es aber stark bewölkt war und auf der Fahrt dorthin auch geregnet hat, waren wir uns zunächst nicht ganz sicher, ob wir wirklich dorthin fahren sollten.

Am Horizont ist es allerdings dann heller geworden und gegen halb neun waren wir in Whakatane und eine Dreiviertelstunde später bereits auf einem kleinen Schiff. Die Fahrt nach White Island hat etwa eineinhalb Stunden gedauert. In der Nähe der Insel konnten wir schon das Aroma von Schwefeldampf wahrnehmen. Ein vertrauter Geruch, den wir schon von unserem Island-Urlaub kennen. Die Passagiere wurden mit Helmen und Gasmasken ausgestattet - für den Fall eines Ausbruchs oder für diejenigen, die den starken Schwefelgeruch nicht ertragen können. Das Schiff konnte aber nicht an der Insel anlegen und so wurden alle Passagiere in vier Gruppen zu etwa zehn Personen mit einem Schlauchboot an Land gebracht. Der Anblick war mindestens so vertraut wie der Geruch: Größere und kleinere Fumarolen blasen unterschiedliche Mengen Dampf in die Luft, rundherum Ansammlungen von Schwefel am Boden und auf den Felsen.

Durch diese spektakuläre Landschaft wurden wir bis zu einem milchigen und dampfenden Kratersee geführt. Am Weg zurück zum Boot sind wir an mehreren heißen Bächen und kochenden Schlammlöchern vorbeigekommen. Der Ausflug auf der Insel hat fast drei Stunden gedauert, die Führer haben unterdessen jede Menge über den Vulkan erzählt und Fragen beantwortet. Dort, wo wir über einen zusammengebrochenen Steg das Schlauchboot besteigen mußten, das uns wieder zum Schiff gebracht hat, erinnern Betonruinen und verrostete Maschinen an jene Zeit vor etwa 75 Jahren, als auf der Insel Schwefel abgebaut wurde - bis die Arbeiter bei einem Ausbruch verschüttet wurden.

Als wir wieder am Schiff waren und Gasmasken und Helme wieder abgelegt hatten, haben wir eine Kleinigkeit zum Mittagessen bekommen. Das Wetter auf der Insel war etwas bewölkt, auf der Rückfahrt ist es dann schöner geworden und eine zeitlang konnten wir neben dem Schiff schwimmende Delphine beobachten. Um halb vier Uhr nachmittags waren wir wieder zurück in Whakatane und haben uns Gedanken über unser nächstes Ziel gemacht. Wir wollten in die Nähe von Rotorua kommen, wo weitere Schwefellöcher, heiße Bäche und Geysire auf uns warten. Dort in der Nähe haben wir uns auch auf die Suche nach einem geeigneten Platz zur Übernachtung gemacht - das hat allerdings ein wenig Zeit in Anspruch genommen, schließlich sind wir in der Nähe von "Hell's Gate" fündig geworden. Am Ende einer Straße, die durch das Gelände eines Reitstalls führt, haben wir es uns gemütlich gemacht.
Join TravBuddy to leave comments, meet new friends and share travel tips!
Rotorua
photo by: Vanessa_Mun_Yee