Toronto

Toronto Travel Blog

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Zwar war heute morgen die Landschaft immer noch spannend, allerdings von einer dicken Neuschneeschicht überzogen. Besonders kalt kann es draußen allerdings nicht gewesen sein, denn der Schnee ist bald wieder verschwunden. Regelmäßig sind beiderseits der Schienen kleine Seen aufgetaucht, auf einigen waren Fischer unterwegs, die immer wieder dem vorbeifahrenden Zug zugewunken haben. Nachdem mein im Supermarkt erworbener Essensvorrat langsam zur Neige ging, habe ich das Mittagessen heute im Speisewagen zu mir genommen - derselbe war überraschenderweise sogar recht günstig und ich habe Bison verzehrt - Hat aber nicht viel anders als Rindfleisch geschmeckt.

Gegen vier Uhr nachmittags hat der Zug mit bereits drei Stunden Verspätung Capreol erreicht. Dort gab es trotz Verspätung einen längeren Aufenthalt, denn es dauert eine Zeit, bis alle drei Lokomotiven wieder aufgetankt sind. Zu diesem Zweck steht ein Tanklaster am Bahnsteig und füllt die Tanks nach der Reihe auf, außerdem werden die Abwassertanks der Toiletten entleert. An diesen Stationen wird auch das Zugpersonal inklusive Lokführer getauscht.

Auch heute habe ich den Abend wieder im "Dome Car" verbracht. Nachdem es sich schon abgezeichet hat, daß der Zug sein Ziel Toronto erst mit vier Stunden Verspätung und daher erst um Mitternacht erreichen wird, habe ich mit einem anderen Passagier Scrabble gespielt, so ist die Zeit doch recht flott vergangen. Für heute Nacht hatte ich allerdings schon zuvor ein Hostel gebucht - dort schließt die Rezeption jedoch um Mitternacht. Nachdem ich Toronto nicht vor Mitternacht erreichen würde, hatte ich Sorge, vor verschlossener Türe zu stehen. Diese Sorge habe ich dem Schaffner gegenüber erwähnt, der hat sofort den Zugmanager gerufen und der hat schließlich beim Hostel angerufen, die Sachlage erklärt und organisiert, daß bis ein Uhr jemand vor Ort ist. Er hat dann sogar zugegeben, daß der Zug immer um ein paar Stunden zu spät sei und soetwas eigentlich jedes Mal vorkomme. Auf die Frage, warum dann der Fahrplan nicht entsprechend angepaßt würde, wußte er dann auch keine Antwort, aber das soll angeblich in der nahen Zukunft passieren.

Wenige Minuten vor Mitternacht ist der Zug schließlich in der Union Station in Toronto eingerollt. Nun mußte ich aber noch mein Gepäck ausfassen, das war am Förderband abzuholen. So lange habe ich noch nie auf Gepäck warten müssen, aber nach mehr als einer Viertelstunde ist mein Rucksack auf dem Förderband gelegen. Nachdem ich meine Fahrt gleich morgen früh nach New York fortsetze, habe ich mir ein Hostel in unmittelbarer Umgebung des Bahnhofes gesucht. Beim Verlassen des Bahnhofes ist mir ein Franzose über den Weg gelaufen, der auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht war. Ich habe ihn zum "Canadiana", in dem ich gebucht habe, mitgenommen. Unterwegs hat er mir erzählt, daß er auf dem Rückweg von Whitehorse, Yukon ist, wo er sich zehn Monate auf einer Fischfarm verdingt hat. Auf meiner Reise nach Fairbanks und zurück bin ich auch zweimal durch diesen Ort gekommen, ob ich es dort zehn Monate aushalten würde, weiß ich nicht so recht. Im Hostel angekommen, gab es offenbar kleine Schwierigkeiten mit dem Buchungssystem, als wir einen Zimmerschlüssel erhalten haben, war es schon lange nach ein Uhr morgens und eine kurze Nacht abzusehen.
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Toronto
photo by: yasuyo