Te Papa Museum

Wellington Travel Blog

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Seit längerer Zeit wieder hat uns heute wieder das Klopfen des Regens geweckt - statt des eigentlich geplanten Morgenspazierganges auf dem Mt. Victoria war wieder einmal Umdrehen und Weiterschlafen angesagt. Den heutigen Tag haben wir zum Waschtag erklärt und so haben wir zunächst Duschen im Zentrum von Wellington aufgesucht. Nachdem wir wieder halbwegs sauber waren, sollte es unsere Wäsche auch sein und so haben wir Kleidung und Bettwäsche bei der Wäscherei abgeliefert. Zuletzt mußte auch unser Auto daran glauben - an der nächsten Tankstelle haben wir eine Fahrt durch die Waschstraße gewagt.

Nun war es bereits nach elf Uhr vormittags und wir wollten das Te Papa Museum besuchen. Der Besuch hat sich auch gelohnt, das Museumsgebäude ist riesig groß und es gibt Themenbereiche zu Neuseelands Geschichte, Natur, Entstehung, Bevölkerung und mehr. Ein großer und interessanter Teil ist dem vulkanische Neuseeland und den damit verbundenen Gefahren für die Bevölkerung gewidmet. Überhaupt war alles sehr interessant und multimedial aufgebaut, sicher eines der besten Museen, die ich jemals gesehen habe.

Irgendwann, noch bevor wir alles gesehen hatten, sind wir der Reizüberflutung erlegen und haben uns bereits am späteren Nachmittag im Museumscafe ein Mittagessen besorgt. Nachdem wir unsere Wäsche wieder abgeholt hatten, sind wir noch ein wenig durch die Stadt spaziert. Heute ist Samstag, die Geschäfte sperren früher zu und auch sonst scheint nicht allzuviel los zu sein und so sind wir mit der "Wellington Cablecar" auf den Hügel gefahren, auf dem der botanische Garten liegt. Diese Standseilbahn ist vielleicht etwas länger als die Schloßbergbahn in Graz, allerdings schnurgerade und nicht ganz so steil.

Oben haben wir auch noch einen kurzen Spaziergang gemacht, aber eigentlich waren wir vom vielen Gehen, speziell durch das Museum, schon ziemlich müde und sind bald wieder nach unten gefahren. In der Hauptstadt Wellington hat sich Neuseeland heute ganz ungewohnt nicht von seiner kapitalistischen Seite gezeigt, im Gegenteil: Das wirklich tolle Te Papa Museum war, genauso wie die Duschen in der früh, völlig kostenlos, das Essen im Cafe auch nicht teuer und der Studentenpreis für ein Return-Ticket mit der Cablecar hat gerade einen Euro gekostet.

Abends wollten wir den gleichen Schlafplatz wie gestern nutzen und so haben wir uns über den Mt. Victoria auf den Weg nach Südosten gemacht. Unterwegs haben wir noch in einem Supermarkt Großeinkauf an Nahrungsmitteln für die nächsten Tage gemacht. Nachdem Neuseeland ja bekannt ist für den Export an Kiwis (laut einer Broschüre deckt Neuseeland 90% des weltweiten Bedarfs an Kiwis ab), essen wir praktisch jeden Tag zumindest eine. Aber was mir heute in dieser Woolworths-Filiale ins Auge gestochen ist, habe ich nicht mehr verstanden: Um 4,95 NZD, also etwa 2,50 EUR gab es ein Kilo "Kiwifruits - Product of Italy" zu kaufen. Ich habe einen Verkäufer gefragt, wo der Witz dabei ist und ob es auch einheimische Kiwis gibt - gab es natürlich irgendwo, den Sinn der Sache konnte er mir auch nicht erklären. Eulen nach Athen zu tragen ist verglichen damit harmlos. Die Kiwimetropole schlechthin, Te Puke, liegt nur 400km von hier entfernt, von dort stammen die meisten Früchte, die wir auch in Europa bekommen. Stattdessen werden hier Kiwis aus dem fast 20.000km entfernten Italien verkauft. Vielleicht gelingt es mir ja noch, eine halbwegs schlüssige Erklärung dafür zu finden.
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Wellington
photo by: Ils1976