Tahiti

Papeete Travel Blog

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Heute wollte ich die Ankunft in Papeete natürlich mitverfolgen, dementsprechend bin ich etwas früher, kurz nach sechs Uhr morgens, aufgestanden. Noch vor Sonnenaufgang waren die zwei Inseln am Horizont zu erkennen, aber es hat noch mehr als drei Stunden gedauert, bis das Schiff im Hafen festgebunden war. Die Zollbeamten waren an allem, nur nicht an mir und meinem Paß interessiert, denn Tahiti bzw. Französisch-Polynesien gehört quasi zur EU.

Das Wetter war eigentlich recht gut und der Hafenagent war so freundlich, uns (die drei Passagiere) ins Stadtzentrum zu bringen. Das war nicht wirklich weit weg, denn Papeete ist mit weniger als 25000 Einwohnern nicht gerade groß. Für den heutigen Tag wollte ich natürlich Geld wechseln - hiefür habe ich dann allerdings sehrwohl meinen Paß benötigt, warum auch immer. Ich habe mir bei der Touristeninformation eine Karte besorgt und bin dann zuerst einmal dem Ufer entlangspaziert. Leider hat es nicht lange gedauert, dann hat es zu regnen begonnen. In der Annahme, es würde sich zu einem tropischen Regen entwickeln - kurz und heftig - habe ich mich in ein Internetcafe gesetzt, doch das Wetter wurde schlechter statt besser und auch die Einheimischen waren überrascht, als es ein richtiges Gewitter gab, was hier eher selten vorkommt.

Ich habe mich dann trotz Regens aufgemacht zur Markthalle, dem einzigen in irgendeiner Form sehenswerten Punkt der Stadt. Die war auch tatsächlich interessant, weil dort europäische und asiatische Kultur ziemlich heftig aufeinander stoßen. Auf der einen Seite gibt es Baguettes und Crepes zu kaufen (mein Mittagessen), gegenüber asiatische Früchte, Gewürze und Gerichte. Auf der Straße sieht es aber eher aus wie in Frankreich. Endlich wieder Rechtsverkehr, daran mußte ich mich erst gewöhnen, das hatte ich zuletzt in Kambodscha. Aber überraschenderweise, ganz und gar nicht französisch, Autos bleiben sofort stehen, wenn man sich dem Zebrastreifen nur nähert.

Im Schutze meines Regenschirms bin ich noch ein wenig weiter durch den Ort spaziert, allerdings gab es nicht wirklich viel zu sehen. Was Urlauber hierher zieht, ist mir schleierhaft, denn zum einen scheint es hier, wenn man den Einheimischen Glauben schenken darf, sehr oft zu regnen, andererseits gibt es kaum Strände und die, die es gibt sind größtenteils künstlich angelegt und gehören zu häßlichen Riesenhotels. Als Regenprogramm wollte ich die Insel mit dem Linienbus umrunden, was vier Stunden dauern würde, das wäre sich theoretisch noch zweimal ausgegangen, denn ich mußte erst um acht wieder am Schiff sein. Praktisch fährt der Bus aber nur zweimal täglich, einmal sehr früh und einmal spät abends, sodaß ich den Gedanken wieder verworfen habe. Die Busse sehen allerdings lustig aus, eher wie umgebaute LKWs.

Eigentlich wollte ich zu Fuß zum Schiff zurückgehen, unterwegs bin ich aber auf die anderen beiden Passagiere gestoßen und so habe ich mit ihnen auf den Hafenagenten gewartet, der uns angeboten hat, uns jederzeit zum Hafen zurückzufahren. Angesichts des Regenwetters habe ich mich ihnen angeschlossen. Wieder zurück am Schiff habe ich mich ein wenig ausgeruht und getrocknet, erst am späteren Nachmittag ist das Wetter ein wenig besser geworden. Ich bin nochmals vom Schiff gegangen, der Hafen hier ist sehr, sehr klein und man darf zu Fuß durchgehen, was in allen großen Häfen streng verboten ist. Das habe ich natürlich ausgenutzt, um ein paar Fotos im Hafen zu machen.

Abendessen gab es wieder am Schiff, das Fotographieren habe ich nachher fortgesetzt. Ich habe mich noch mit der Crew unterhalten, kurz vor neun Uhr abends ist der Lotse an Bord gekommen. Das Ablegemanöver habe ich von der Brücke beobachtet, aber als die wenigen Lichter Tahitis am Horizont immer kleiner wurden, bin ich schlafen gegangen.
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Papeete
photo by: alexchan