Süden

Invercargill Travel Blog

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Mit Sonnenaufgangsstimmung war natürlich heute auch nichts - im Gegenteil, das nun schon sehr vertraute Klopfen des Regens hat auch heute wieder das Läuten des Weckers begleitet. Also haben wir das Aufstehen gleich um beinahe zwei Stunden verschoben. Nachdem das Wetter aber nicht besser wurde, haben wir uns auf den Rückweg von der Insel gemacht - allerdings auf einer etwas anderen Route. Noch auf der Insel befindet sich "Larnach Castle", Neuseelands einziges Schloss, das sich Ende des 19. Jahrhunderts eine wohlhabende schottische Familie in neugotischem Stil hat bauen lassen.

Die Besichtigung des Schlosses hat sich als ideales Regenwetterprogramm herausgestellt. Das Schloss ist in Privatbesitz und teilweise bewohnt und die Besitzer finanzieren mit dem Eintrittsgeld die Restaurierung. Das Innere war viel spannender, als man von außen vermuten würde, wir sind durch die verschiedenen Räumlichkeiten und Etagen bis zum Turm vorgedrungen. Vom Turm konnten wir beinahe die ganze Otago Peninsula überblicken, außerdem hat sich doch tatsächlich die Sonne gezeigt.

Bevor wir weitergefahren sind, haben wir wir uns im Cafe (der Ballsaal des Schlosses) eine heiße Schokolade gegönnt, um uns ein wenig aufzuwärmen, denn es war reichlich kühl und windig. Anschließend wollten wir noch Lebensmittel einkaufen, doch an der Kasse des Supermarktes haben unsere beiden Kreditkarten nicht funktioniert. Später wollten wir für morgen einen Ausflug in Te Anau buchen - auch hier haben unsere Kreditkarten versagt. Einen teuren Anruf bei Europay Austria später wußte ich, daß die Kasse im Supermarkt Probleme hatte, die Karte zu lesen und sie deswegen sicherheitshalber blockiert wurde. Das wurde zwar gleich behoben, aber es hat uns viel Zeit, Nerven und einen teuren Telefonanruf gekostet.

Unser nächstes Ziel war "Jack's Blowhole", eine eingestürzte Höhle, die zwar 200 Meter vom Meer entfernt, aber trotzdem damit verbunden ist. Bei Flut - und nur dann - spritzt das Wasser der Flutwellen im Krater mehrere Meter hoch. Leider waren wir gerade rechtzeitig zu Ebbe dort, trotzdem war der Spaziergang nett. Leider fällt mir immer öfter auf, daß Wegelagerei in Neuseeland scheinbar modern wird, denn um das Jack's Blowhole zu erreichen, muß man eine Weide überqueren - der Bauer verlangt dafür eine Weggebühr von einigen Dollars. Mein Verständnis dafür hält sich aber in Grenzen. (Wenn man in Österreich für jede Weide, die man überqueren möchte, zahlen müßte, wäre Wandern ein sehr teures Vergnügen.)

Danach wollten wir in Papatowai am Strand nach Muscheln suchen - angeblich kann man hier die so beliebten Paua-Muscheln am Strand finden. Die blau-grün schillernden Muscheln sind als Schmuck beliebt und die meisten Kunstwerke der Maori beinhalten diese Muscheln auch. Gefunden haben wir leider nichts, bis auf einen kleinen schimmernden Splitter einer solchen (oder ähnlichen) Muschel. Mittlerweile sind wir schon beinahe ganz im Süden Neuseelands. Wir wollten heute noch nach "Slope Point", dem südlichsten Punkt des neuseeländischen Festlands. Die Fahrt hat sich - wohl wegen der nicht so besonders guten Schotterstraße - ein wenig gezogen, doch kurz vor zehn Uhr abends haben wir bei 46°40.061' Süd, 169°00.318 Ost den südlichsten Punkt Neuseelands (sieht man von den umliegenden Inseln ab), der gleichzeitig der südlichste Punkt meiner Reise ist, erreicht. Dort haben wir auch zu Abend gegessen, allerdings wollten wir heute trotz später Stunde noch weiterfahren, um morgen früh Te Anau zu erreichen. Wir haben Neuseelands südlichste "Großstadt", Invercargill, noch durchquert bevor wir uns einen Platz zur Übernachtung gesucht haben.
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Invercargill
photo by: MadeleineGL