Rattlesnake

Vernon Travel Blog

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Nach einem etwas klebrigen Frühstück (Apfel-Zimt Gebäck das wir uns schon gestern besorgt hatten), haben wir unsere Fahrt durch Kanadas Weinwüste fortgesetzt. Heute sind wir einigen Seen entlanggefahren, der erste war der Skaha Lake. Dort gab es Bänke und Tische, neben der Straße am See - doch kurioserweise hat ein Schild gleich daneben auf ein bestehendes Picknickverbot hingewiesen, was die Sinnhaftigkeit der Bänke und Tische gleich wieder ad absurdum geführt hat. Ein ähnliches Kuriosum ist uns nur wenig später begegnet: Ein Hinweisschild hat uns dazu motiviert, die Okanagan Falls zu suchen. Nachdem wir aber nur ein kaskadiertes Laufkraftwerk erblickt haben, haben wir vermutet, daß die Wasserfälle wohl der Energiegewinnung zum Opfer gefallen sind. Diese Vermutung hat sich dann in der Touristeninformation in Penticton bestätigt.

Von dort sind wir zuerst der Ostküste des Okanagan Lake zu einem kleinen Künstlerdorf namens Naramata entlanggefahren. Die Straße endet dort, aber dort wurde einst eine Eisenbahn durch die Berge gebaut. Die existiert zwar nicht mehr und anstelle der Schienen gibt es nur noch eine staubige Straße, aber der mit konstant zwei Prozent ansteigende Weg ist bei Radlern und Fußgängern sehr beliebt. Die Straße bietet eine schöne Aussicht auf den See, wir haben beschlossen, bis zu einem ehemaligen Eisenbahntunnel zu gehen. Das war ein netter, zweistündiger Spaziergang. Während wir uns unterhalten, hat uns plötzlich ein Rasseln vor uns aufgeschreckt: Nur wenige Meter vor uns hat sich eine Klapperschlange am Weg breit gemacht. Wir sind ziemlich erschrocken, die Schlange allerdings auch und hat sich gemächlich aus dem Straßenstaub gemacht.

Schließlich haben wir den Tunnel erreicht, ein etwa 50 Meter langes, roh in den zum See hin abfallenden Felsen gehauenes Loch mit herrlicher Aussicht. Am Rückweg hat die Sonne die Wolken verdrängt, dementsprechend ist uns ziemlich warm geworden. Nachdem die Straße hier zuende ist, sind wir nach Penticton zurückgefahren und haben der SS Sicamous, einem hölzernen Raddampfer, der dort am Ufer zur Besichtigung abgestellt ist. In der Abendsonne sind wir dem Westufer des Okanagan Lake Richtung Norden gefolgt. Das Ufer ist hier von frühlingsgrünen Trauerweiden gesäumt, die ausreichend für Fotomotive gesorgt haben. Schließlich wurde die Straße schmäler und kurvenreicher und gottseidank ist vor uns ein anderes Auto unterwegs gewesen: Der Fahrer desselben hat nun ein totes Reh auf dem Gewissen und eine Delle in seinem Auto mehr. Wäre er aber nicht gewesen, wäre die Delle nun wohl in unserem Auto. Unglücklicherweise war das Reh nicht sofort tot, der Anblick des verendenden und sich vor Schmerzen windenden Rehs war alles andere als schön. Gegen Abend haben wir Vernon, einen Ort im Norden des Sees erreicht und ein Motel zur Übernachtung auserkoren.
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Vernon
photo by: peppertm