Puzzling World

Whataroa Travel Blog

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Wie schon gewohnt war es morgens etwas kalt, wenn auch nicht ganz so eisig wie in den letzten Tagen. Gleich in der Früh sind wir nochmals zum Diamond Lake gegangen - diesmal gemeinsam. Als wir jene Stelle am See erreicht haben, an der ich gestern Abend umgekehrt bin, ist über dem gegenüberliegenden Ufer die Sonne aufgegangen und hat Ufer und Berge in warmes Licht getaucht. Wir sind den Weg noch etwas weiter gegangen, nach weiteren fünf Minuten steilen Anstiegts hatten wir eine schöne Aussicht über den Diamond Lake. Das Laub einiger Bäume war schon leicht gelb gefärbt, am Weg zurück nach Wanaka waren die Bäume links und rechts der Straße in Bodennebel gehüllt - die ersten Anzeichen des Herbstes sind zumindest auf Neuseelands Südinsel unverkennbar.

Unser erstes Ziel heute war die "Puzzling World" in Wanaka. Statt wie angepeilt um halb neun waren wir erst 20 Minuten später dort - trotzdem waren wir unter den ersten Besuchern an diesem Tag und der Andrang hat sich in Grenzen gehalten. Hier gibt es einerseits ein großes Labyrinth und andererseits eine Sammlung verschiedenster optischer Täuschungen, fünf davon füllen ganze Räume. Zunächst war da der schiefe Raum - ein ganzes Zimmer, das einfach nur schief steht. Kurioserweise paßt sich die Wahrnehmung daran an und gewisse Dinge in diesem Raum wirken dann reichlich seltsam, wie etwa Wasser, das aufwärts zu fließen scheint, eine Schaukel, die nicht senkrecht zum Boden sondern schief im Raum hängt oder Kugeln, die aufwärts rollen. Lustig war es auch, andere Leute in diesem Raum zu beobachten, denn die scheinen völlig schief zu gehen. Die Wände eines weiteren Raumes bestanden aus unzähligen plastischen Gesichtern, die den Betrachter immer anzuschauen scheinen - egal wo dieser im Raum gerade ist. In einem anderen Raum erscheint man in einer Ecke ganz klein, in der anderen ganz groß zu sein - ein perspektivischer Effekt.

Anschließend wollten wir natürlich das Labyrinth auch ausprobieren. Das ist nicht gerade klein und hat in jeder Ecke einen Turm. Ziel ist es, alle Türme und anschließend den Ausgang zu finden. Das Labyrinth ist im freien und besteht nicht nur aus verwinkelten Gängen, sondern außerdem aus mehreren Brücken. Die Türme hatten wir nach einer halben Stunde alle gefunden, um den Ausgang zu finden, haben wir nocheinmal so lange gebraucht. Anschließend haben wir dort eine Kleinigkeit gefrühstückt. Bevor wir wieder diesen kuriosen Ort wieder verlassen haben, haben wir noch die Toilette aufgesucht - der Vorraum derselben ist ein römisches Klo, dessen eine Hälfte nur aufgemalt, die andere tatsächlich existent ist.

Unsere Zeit auf der Südinsel geht zuende - ursprünglich haben wir die Rückfahrt mit der Fähre am 20., also morgen, gebucht. Vor einigen Tagen haben wir diese Buchung auf den 22. verschoben. Trotzdem gibt es noch ein paar Dinge, die wir sehen wollen - die Zeit ist kurz und der Weg nach Picton lange. Unser Tagesziel heute waren der Fox- und der Franz-Josef-Gletscher. Von Wanaka sind wir dann mit nur wenigen Unterbrechungen zu den Gletschern gefahren - beinahe 400 Kilometer, was mit unserem Auto auf einer kurvenreichen Straße relativ viel ist. Unterwegs haben wir abseits der Straße bei den "Blue Pools" Pause gemacht - tiefblaue Seitenarme des Flußes entlang der Straße Nummer 6. Wenige Kilometer später haben wir die Fahrt nocheinmal bei einem Wasserfall unterbrochen, der in den gleichen Fluß gestürzt ist. Eigentlich hätte man im Wasserfall und in den Blue Pools baden können, aber wir waren ob der vielen noch zu fahrenden Kilometer etwas in zeitlicher Bedrängnis.

Kurz vor Sonnenuntergang schließlich, etwa um halb neun Uhr abends, haben wir den ersten Gletscher erreicht: Der Parkplatz des Fox Glacier war beinahe leer und wir sind bis zu einem kleinen Aussichtshügel gegangen und gleich zum Franz-Josef-Glacier weitergefahren. Der Parkplatz hier war bereits ganz leer und die Sonne bereits untergegangen. Im Laufschritt sind wir den Touristenpfad zum Aussichtspunkt entlanggegangen und konnten den Franz-Josef-Glacier noch von der Ferne bewundern, bevor die Dunkelheit hereinbrach. Beide Gletscher waren zwar interessant, aber meiner Meinung nach völlig überbewertet, denn besonders der Franz-Josef-Glacier ist eine der Hauptattraktionen auf Neuseelands Südinsel.

Obwohl es schon dunkel war, sind wir noch gute 60 Kilometer weitergefahren, bis wir uns einen Schlafplatz nahe Whataroa gesucht haben. Wir sind wieder von der Straße Nummer 6 auf einen einsamen Forstweg abgebogen und haben uns dort auf einer kleinen Lichtung neben der Straße zur Nachtruhe niedergelassen.
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Whataroa
photo by: PawleCB