Novosibirsk

Novosibirsk Travel Blog

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Erst mal lang geschlafen und dann wieder mit dem Bus nach Novosibirsk gefahren. Dort habe ich meinen Rucksack gleich zur Gepäckaufbewahrung gebracht. Sehr russisch, denn dafür war mein Zugticket sowie mein Reisepaß vonnöten. Dann sind wir zu zweit, mein Gastgeber und ich, durch Novosibirsk spaziert. Es gibt zwar keinen nennenswerten Sehenswürdigkeiten, aber es war interessant, eine typische russische Stadt zu sehen. Im Gegensatz zu Moskau ist diese Stadt sehr, sehr grau. Ich habe mich beinahe wie in einem Schwarzweißfilm gefühlt, alles ist sehr schmutzig. Meiner Meinung nach war das schönste Gebäude der Bahnhof. Der sei angeblich einer überdimensionalen Lokomotove nachempfunden, die Ähnlichkeit habe ich aber nicht sehen können.

Von hier wollte ich auch Ansichtskarten schreiben - doch so wirklich einfach war das nicht. Erst mal welche finden, nicht so leicht. Dann hab ich in einer Buchhandlung welche gefunden. Im Postamt wars dann lustig, denn ich mußte erst Kuverts mit Marken kaufen, dann die geschriebenen Karten da reinstecken und dann nochmal fürs aufgeben Zahlen. Dann hieß es, ob per Luftpost oder per Bahn. Bahn war billiger, also hab ich das genommen, denn in Summe wars relativ teuer. Obwohl am Kuvert dick und fett Luftpost geschrieben stand. Irgendwas war wohl sehr kompliziert an meinem Anliegen. Mein Gastgeber hat mich dann an einem Internetcafe abgesetzt und ich bin von dort zum Bahnhof, hab mein Gepäck abgeholt und auf meinen Zug gewartet.

Der ist auch pünktlich gekommen, war aber anders als der erste Zug. Nicht ganz so sauber und komfortabel, aber immer noch in Ordnung. Endstation dieses Zuges war Ulan Bator, deswegen waren auch zahlreiche Mongolen an Bord. die haben gleich ihre Waren am Bahnsteig verkauft, die sind aus dem Zug gesprungen, noch bevor er stehengeblieben ist und haben ihre Tücher und darauf ihre Waren ausgebreitet. In meinem Abteil waren bereits drei österreichische Studenten drin, von der Boku in Wien, die ein Projekt in der Uni in Ulan Ude abschließen sollten. Im Grunde waren es 6 Personen je zu dritt auf zwei Abteile aufgeteilt. Ich hab mein Bett bezogen und mein Gepäck verstaut, danach haben wir uns unterhalten und die Studenten aus dem Nebenabteil sowie eine Studentin aus Holland sind zu uns gekommen. Nach einiger Zeit der Unterhaltung ist aus dem Abteil auf der anderen Seite eine Frau gekommen, die offenbar den Studenten russisch beibringen wollte. Das war aber in diesem Moment nicht ihre Absicht. Sie wollte lediglich die Studenten darauf hinweisen, daß sie unbedingt die Abteiltür schließen sollen, wenn sie nicht drin sind, weil die Mongolen viel klauen.

Einer von den Studenten ist gleich aufgesprungen und rausgerannt und wenige Sekunden danach ganz erschrocken zurückgekehrt, denn sein Notebook hatte in der Zwischenzeit auf nicht ganz legalem Wege offenbar einen neuen Besitzer gefunden. Erschrocken waren alle, aber im Grunde war es leichtsinnig, das Notebook ganz offensichtlich im Abteil rumliegen zu lassen. Naja, das war jedenfalls das Gesprächsthema des Abends. Ein paar Gläschen Wodka haben jedoch über den Verlust hinweggeholfen. Der Bestohlene hat das jedenfalls umgehend dem Zugbegleiter gemeldet, der wiederum hat die Polizei verständigt. Da soetwas offenbar öfter vorkommt, ist bei diesem Zug auch immer Polizei an Bord. Naja, Wodka hat müde gemacht und so sind wir bald schlafen gegangen.
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photo by: rostovcat