Northern Fortune, Tag 5

Singapore Travel Blog

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Der Vormittag war entspannend wie immer. Nachmittags habe ich mich dazu entschlossen, der Brücke einen Besuch abzustatten. Das habe ich auch gemacht und mir neben der tollen Aussicht (außer Containern nur Meer und Himmel) die zahlreichen Geräte angesehen, die dort so herumstehen. Neben Radar und GPS auch sehr profane Dinge wie Faxgerät und Telefon. Ich habe mir das also eine ganze Weile angesehen und mich dann wieder zum Lesen zurück in die Kabine begeben.

Nach nur wenigen Minuten Lesen hat unangekündigt der Alarm zum "Safety Drill" geschrillt hat. Nachdem ich keine Ahnung hatte, wo derselbe stattfinden sollte, bin ich einfach den anderen nachgelaufen. Schließlich haben alle Crewmitglieder und mit mir der einzige Passagier in einem großen Raum Platz genommen und der Obermaat hat einzelne Crewmitglieder stichprobenartig gefragt, was sie im Falle eines Feuers oder im Falle des Verlassens des Schiffes zu tun hätten. Irgendwann sollte der Feuerwehrmann dann möglichst schnell in sein feuerfestes Einsatzgewand schlüpfen. Bleibt zu hoffen, daß kein Feuer ausbricht, denn die Seelenruhe mit der er sich angezogen hat, hat eher an jemanden erinnert, der abends im Halbschlaf seinen Pyjama anzieht. Daß er die Sauerstoffflasche verkehrt am Rücken und den Hut zuerst verkehrt am Kopf hatte, ist dabei gar nicht so sehr ins Gewicht gefallen. Aber ich denke, er wird ein wenig üben. Auch dem Koch war im ersten Moment nicht ganz klar, daß er im Falle eines Brandausbruchs in der Kombüse den Feuerlöscher zu bedienen hat. Beruhigend, daß er jetzt weiß, wo der Feuerlöscher ist und wie man ihn benutzt.

Nachher gabs eine Unterweisung im "Emergency Steering". Hiefür gibt es eine genaue Rangordnung, wer wann das Notfallsteuer übernehmen muß. Obwohl ich wohl ganz am Ende dieser Ordnung stehe und hoffentlich nicht Gelegenheit habe, dieses Notfallsteuer zu benutzen, habe ich es mir trotzdem angesehen - zumal es interessant war, die Rudereinheit eines so großen Schiffes zu sehen.

Nun war es schon halb sechs, eigentlich Zeit zum Abendessen, allerdings hat sich die Sonne bereits dem Horizont genähert und nachdem es in den letzten Tagen zwar immer schön war, aber die Sonne abends kurz vor Sonnenuntergang hinter Wolken verschwunden ist, habe ich heute die Gelegenheit genutzt und mir den selben angesehen - war beeindruckend. Nach dem Abendessen bin ich nochmal auf die nunmehr in Dunkelheit liegende Brücke, denn der Obermaat hat mich gebeten, ihm meine Fotos zu zeigen und so habe ich ihm gut eineinhalb Stunden einen Reisebericht geliefert.

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