Nordlicht 3

Pink Mountain Travel Blog

 › entry 241 of 296 › view all entries
Die Nacht am Ende des Airstrip hat nur kurz gedauert, konkret eine Stunde, dann hat mich mein Wecker aus dem Schlaf geklingelt. Für heute standen die Chancen für Nordlicht wieder relativ gut und tatsächlich hatte ich Glück. Von hier aus konnte ich jedoch nur einen grünen Schimmer erkennen, also bin ich die paar Kilometer zurück an den Muncho Lake gefahren, um das Schauspiel zu beobachten. Nachdem ich nun schon etwas weiter südlich war, war die Aurora nur am nördlichen Horizont und nicht mehr über mir so wie am Lake Kluane und dementsprechend nicht ganz so spektakulär, aber trotzdem sehenswert. Zumindest solange, bis Wolken aufgezogen sind. Denselben wollte ich natürlich entwischen und so bin ich noch weiter Richtung Norden gefahren, als ich den Wolken aber gegen drei Uhr morgens schließlich entkommen bin, ist es am Horizont langsam heller geworden. Das war jedoch kein Nordlicht mehr, sondern der Beginn eines neuen Tages.

Also habe ich versucht, mich ein wenig auszuschlafen. Morgens war es dann etwas dunstig, aber ich konnte nochmals dem Lake Muncho entlangfahren. Im Hintergrund waren bereits die nördlichen Rocky Mountains zu sehen. Der Übergang vom Muncho Lake Provincial Park in den Stone Mountain Provincial Park war eher fließend, nur daß die Straße nicht mehr unten am See, sondern oben den Bergspitzen entlanggeführt hat, bis ich den Summit Lake erreicht habe. Hier oben war es wohl noch etwas kälter und die blau schimmernde Eisdecke am See hat noch einen recht dicken Eindruck gemacht. Jeder Zugang zum See war aber noch tief verschneit, so habe ich mich dort nicht lange aufgehalten. Unterwegs habe ich noch in Toad River Mittagspause gemacht, wieder einer jener irgendwie faszinierenden winzigen Orte, der aus fünf Gebäuden besteht. Davon ist eines ein Motel mit Tankstelle und Restaurant - sonst gibt es beiderseits des Ortes für gut 100 Kilometer gar nichts.

Die Rocky Mountains habe ich aber bald wieder hinter mir gelassen. Weit später als ich eigentlich gedacht habe, habe ich Fort Nelson erreicht, einen etwas größeren Ort. Von hier an war die Landschaft wieder ziemlich eben, die Straße ein breites graues Band mit genauso breiten kahlen Grasstreifen auf beiden Seiten, was mich ein wenig an die Straßen in Finnland erinnert hat. Die sanften Hügel wären sicher hübsch gewesen, hätten nicht dichte Wolken ihren Schatten darauf geworfen. Später hat es sogar zu regnen begonnen, aber ich war von meinem Tagesziel nicht mehr weit entfernt: In einem weiteren Mini-Ort namens "Pink Mountain" wollte ich übernachten. Wie der Ort zu diesem irreführenden Namen gekommen ist, ist mir nicht ganz einleuchtend, denn keine Erhebung in der Umgebung könnte man als Berg bezeichnen. Auch diese Nacht konnte ich den grünen Schimmer tanzender Nordlichter am nördlichen Horizont ausmachen, aber ich war nun schon eindeutig zu weit südlich, um davon wirklich etwas sehen zu können.
Join TravBuddy to leave comments, meet new friends and share travel tips!
Pink Mountain