Nordlicht 1

Fairbanks Travel Blog

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Bald nach Sonnenaufgang habe ich mich auf den Rückweg nach Fairbanks gemacht. Mein erster Weg hat mich zum Flughafen geführt, dort habe ich den Mietvertrag für mein Auto um eine Woche verlängert. Anschließend wollte ich das Auto einer dringend nötigen Reinigung unterziehen, nachdem ich endlich eine Waschanlage gefunden habe, hat sich herausgestellt, daß mein Vorrat an US Bargeld erschöpft war - bisher kein Problem, denn ich konnte überall und alles mit Kreditkarte begleichen, also mußte zunächst ein Bankomat her.

Das Autowaschen habe ich auf später verschoben, stattdessen habe ich das Besucherzentrum in der Stadt aufgesucht - eine durchaus sehenswerte Einrichtung, dort gibt es wirklich gute Schautafeln zu den unterschiedlichen Regionen Alaskas - und nebenan in einer Bank den gesuchten Bankomaten. Schließlich war Bargeld behoben und das Auto gewaschen und ich habe mich auf den Weg zum Cleary Summit gemacht - einer Anhöhe am Steese Highway, nicht allzu weit von Fairbanks entfernt. Der Weg dorthin führt vorbei an den zwei großten Goldminen Alaskas, der Fort Knox Mine und der El Dorado Mine. Letztere könnte man, leider nur im Sommer, besuchen - von außen sehen beide Minen sehr unscheinbar und bei weitem nicht so edel wie das abgebaute Metall aus.

Mein Ziel, den Cleary Summit, habe ich viel zu schnell erreicht. Nachdem ich mir habe sagen lassen, daß der Steese Highway sehr schon und interessant sein soll, habe ich beschlossen, dort ein Stück weiterzufahren. Unterwegs bin ich an einem Raketentestgebiet vorbeigekommen. Interessanterweise werden hier allerdings keine Waffen getestet. Die Universität Alaskas in Fairbanks führt Nordlichtversuche durch. Um das Zustandekommen dieses Phänomens zu untersuchen, wurde versucht, Nordlicht künstlich herzustellen, indem (harmlose) Chemikalien in die Atmosphäre geschossen wurden. Die ersten Versuche liegen schon einige Jahrzehnte zurück und waren offenbar erfolgreich.

Ob der durch einen der größten Brände in Alaskas Geschichte vernichtete Wald gleich daneben einer fehlgeleiteten Rakete zum Opfer gefallen ist, weiß ich nicht, mittlerweile wachsen zwischen den vielen schwarzen Baumgerippen wieder junge Bäume heran - das ganze in einer Gegend mit viel Wasser und Eis. In mitten dieser Einsamkeit habe ich dann umgedreht und bin gegen sieben Uhr zum Cleary Summit zurückgekommen. Ich habe beschlossen, gleich schlafen zu gehen und gegen halb zwölf wieder aufzustehen - denn laut Yukon Aurora Forecast, den ich vormittags im Internet nachgelesen habe, standen die Chancen für Nordlicht heute nicht so schlecht - wolkenloser Himmel natürlich vorausgesetzt.

Als mich der Wecker nach nur vier Stunden aus dem Schlaf geklingelt hat, war es noch immer nicht dunkel. Aber nur eine halbe Stunde später waren die ersten Sterne zu sehen und, leider nur für wenige Minuten, war grünes, sich sehr rasch bewegendes Nordlicht direkt über mir zu sehen - ein wunderbarer Anblick, auf den ich schließlich gewartet habe. Noch zwei weitere Stunden habe ich auf weitere Aktivität am Himmel gewartet, der ist allerdings dunkel geblieben, weswegen ich gegen halb drei Uhr morgens meinen Schlaf fortgesetzt habe.
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Fairbanks
photo by: Hummingbird