New York

Hillsborough Travel Blog

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So wie ich gestern Toronto erreicht habe, wollte ich es heute wieder verlassen. Abermals sollte ich eine Stunde vor Abfahrt des Zuges mein Ticket abgeholt haben. Wäre es wieder ein Ticket der kanadischen Eisenbahngesellschaft VIA gewesen, hätte ich das diesmal ignoriert. Nachdem die Fahrt aber nach New York ging, fiel das Ticket in den Zuständigkeitsbereich der US Bahngesellschaft Amtrak. Aber im Prinzip war es das gleiche: Ticket abgeholt, dann lange gewartet. Abgefahren ist der Zug aber nur mit 10 Minuten Verspätung. Der von außen schäbig wirkende Zug, war innen recht modern, abermals mit viel Platz zwischen den Sitzreihen. Die Fahrt sollte heute jedoch nur einen Tag dauern.

Nach zweistündiger Fahrt hat der Zug Niagara Falls erreicht - die Grenzstation auf der kanadischen Seite. Dort gab es einen recht langen Aufenthalt, passiert ist aber nichts Aufregendes. Unmittelbar danach hat der Zug die hohe Brücke über den Niagara River passiert - schön langsam, so konnte ich die Wasserfälle und besonders die hohe Gischt in der Ferne erkennen. Ausgestiegen bin ich hier nicht, denn die Niagara Falls habe ich vor wenigen Jahren bereits besucht, dieser Ort war bis heute mein westlichster Punkt auf der Weltkarte.

Auf der anderen Seite wurde der Zug von der US-Einwanderungsbehörde kontrolliert, ich mußte nun schon zum dritten Mal das Einreiseformular ausfüllen. Der Beamte hat mich dann in sehr unfreundlichem Ton gefragt, was der Grund meiner Einreise sei. Ich habe erklärt, ich wolle meinen Onkel in New Jersey besuchen. Das war offenslichtlich nicht Grund genug, und er hat wieder "Warum" gefragt. Ich habe weiter erklärt, daß ich der Taufpate meines Cousins sei, der auch dort lebt. Auch das war nicht Grund genug, und er hat mich wieder gefragt, ich solle ihm nun endlich sagen, was der Grund meiner Einreise sei. Mir ist kein Grund mehr eingefallen, offenbar sind Verwandtenbesuche nicht Grund genug. Nachdem er mich mit verdächtigem Blick begutachtet hat, hat er sich dann doch den beiden Israelis neben mir angenommen, die beiden waren offenbar noch verdächtiger, sodaß die beiden zur Gepäckkontrolle antreten mußten.

Nach gut eineinhalb Stunden konnte der Zug seine Fahrt fortsetzen. Auch dieser Zug mußte nun sehr oft außerplanmäßig anhalten und hat so Verspätung angesammelt. Mir wurde erklärt, daß es in den USA, ähnlich wie auch zuhause, ein Unternehmen gibt, das für die Schienen zuständig ist und einige, die mit ihren Fahrzeugen auf diesen Schienen verkehren. Die allermeisten der letzteren sind Frachtunternehmen, die mehr Geld einbringen, daher hat der Güterverkehr auf der Schiene Vorrang vor dem Personenverkehr. So war es schließlich halb elf, als der Zug mit etwa einer Stunde Verspätung New York Pennsylvania Station erreicht hat. Dort bin ich allerdings gleich in einen Vorortezug nach New Jersey umgestiegen. Eine Stunge später, gegen Mitternacht, hat mich mein Onkel in Bridgewater abgeholt und nach Hause gebracht. Die ganze Familie hat schon geschlafen und nach einem spätabendlichen Imbiss habe ich mich dem angeschlossen.
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