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Nanning

Nanning Travel Blog

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Der heutige Tag war relativ unspektakulär, um 07:21 ging mein Zug von Guangzhou nach Nanning. Bin früh genug aufgebrochen, sodaß ich gegen 7 am Bahnhof war. In China darf man erst auf den Bahnsteig, wenn der Zug schon dasteht, dafür gibts große Warteräume. In einem solchen habe ich also gewartet, bis der Zug da war. Habe einen Liegewagen gebucht, obwohl die Fahrt tagsüber war, aber 12 Stunden auf dem gleichen Platz sitzen und sich nicht bewegen können wollte ich auch nicht - und der Liegewagen war nicht viel teurer. Die Fahrkarte ist natürlich auf chinesisch - lediglich Abfahrtsort und Destination sind zusätzlich in lateinischen Lettern aufgedruckt. Gottseidank verwenden die Chinesen das arabische Ziffernsystem, sodaß ich Waggon- und Abteilnummer identifizieren konnte. Allerdings sind nicht die einzelnen Betten durchnummeriert, sondern auf der Karte steht "oben", "mitte" oder "unten" auf chinesisch, was ich natürlich nicht lesen kann und so bin ich schließlich im richtigen Abteil, aber im falschen Bett gelandet. War aber nicht weiter tragisch, in dem Abteil waren natürlich lauter Chinesen und -innen. Auch heute hat sich herausgestellt, daß einer von ihnen zumindest ein klein wenig Englisch spricht.

Für die Chinesen scheinen Europäer immer noch eine Seltenheit zu sein, jedenfalls hat der Englischsprechende die tausenden Fragen der anderen übersetzen dürfen und wenn ich ganz langsam gesprochen habe, dann hat er sogar Teile meiner Antwort verstanden. Irgendwann wollte ich dann wissen, wie Österreich denn auf Chinesisch heißt. Die Frage konnte er mir nicht beantworten, er wisse es nicht, denn das Land sei zu klein. Überhaupt scheinen die Chinesen mit Geographie außerhalb ihres Landes nicht besonders vertraut zu sein, denn auch als ich ihm Vietnam auf der Karte gezeigt habe, konnte er mir darüber nicht viel sagen - obwohl Vietnam schließlich ein Nachbarland von China ist.

Wir haben uns jedenfalls gut unterhalten und mit der Zeit sind es immer mehr Chinesen im Abteil geworden. Der Zug ist bis Kunming gefahren - dort sind eigentlich alle hingefahren außer mir, ich bin also in Nanning ausgestiegen, was den Chinesen im Abteil sichtlich leid getan hat, denn die hätten sich gerne noch mehr unterhalten. Als erstes bin ich nach meiner Ankunft zum Fahrkartenschalter und habe gefragt, wann ein Zug nach Hanoi geht. Die Antwort war morgen. Nachdem mein chinesisches Geld aber schon wieder zuende war, mußte ich erst zum Bankomaten. Der war zwar nicht weit weg, aber es hatte sicher über 30 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit, sodaß mir der Schweiß in Strömen runtergelaufen ist. Danach bin ich wieder zurück zum Bahnhof und habe ein Ticket nach Hanoi erstanden - das Ticket ist kurioserweise in deutscher und russischer Sprache.

Dann mußte ich das zuvor gebuchte Hotel finden. Bin am Bahnhof von einer Informationsstelle zur nächsten gelaufen, aber keiner wußte wos ist, obwohl im Internet gestanden ist, daß es nur 10 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt ist. Schließlich hat mich ein Chinese hinbegleitet, der es gekannt hat. Die Überraschung war groß, denn das Hotel hat sich als ziemlich luxuriös herausgestellt. Mir wurde gleich am Eingang mein Rucksack abgenommen und nach dem Check-In aufs Zimmer gebracht, das hervorragend ausgestattet ist. Eigentlich wollte ich noch was essen gehen, aber nachdem die Preise vom Zimmerservice sehr gering waren (EUR 3.- und weniger) hab ich das ausprobiert. Hab dann noch meine Wäsche gewaschen, damit ich sie morgen mit Mückenschutz imprägnieren kann - eigentlich bin ich ja schon mitten im Malariagebiet, aber nachdems in Großstädten nicht gefährlich ist, habe ich mich bis jetzt nicht darum gekümmert, aber mit Vietnam wirds ernst.
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photo by: davidfeng