Mordor

Palmerston North Travel Blog

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Nachdem wir gestern eigentlich im Dunkeln am Lake Taupo vorbeigefahren sind, wollten wir uns heute den See wenigstens bei Morgengrauen ansehen, also sind wir in der Früh ein paar Kilometer zurück Richtung Norden gefahren. Unser heutiges Ziel war der Tongariro National Park - wir haben beschlossen, den Nationalpark zu umrunden und auf zwei Straßen ins Innere des Parks vorzudringen. Östlich des Nationalparks verläuft die "Desert Road", die zwar nicht durch eine Wüste, aber durch eine sehr einsame und kahle Gegend führt und dabei auf über 1000 Meter ansteigt. Diese Straße sind wir von Norden nach Süden entlanggefahren. Neuseeland ist das Land mit der größten Entfernung von Mitteleuropa und so haben wir auf dieser Straße auch jenen Punkt meiner Reise erreicht, der von zuhause am weitesten entfernt ist - der antipodische Punkt liegt einige hundert Kilometer südöstlich von Neuseeland mitten im Meer.

Die ersten Kilometer waren leider sehr bewölkt, nach und nach ist die Sicht klarer geworden und wir konnten die zwei Berge im Zentrum des Nationalparks erkennen: Den in der Morgensonne rot leuchtenden Mt. Ruapehu im Süden und den Vulkankegel des Mt. Ngauruhoe im Norden. Leider war es kaum möglich, die Straße zu verlassen, da gegenüber des Nationalparks ein Truppenübungsplatz liegt, den man nicht betreten darf. Aber auch von der Straße aus haben sich tolle Blicke auf die karge Landschaft ergeben, unter anderem haben wir einen geschmückten Christbaum am Straßenrand entdeckt - warum er um diese Jahreszeit und mitten im Nichts steht, war uns nicht ganz klar.

Von Waiouru im Südosten des Nationalparks sind wir dann dem südlichen Rand des Nationalparks bis Ohakune gefolgt - dem Beginn der "Ohakune Mountain Road", die sich 16km ziemlich steil auf den Mt. Ruapehu hinaufwindet. Zwar nicht nach ganz oben, aber die Aussicht war trotzdem überwältigend und wir haben beschlossen, hier unser Mittagessen zuzubereiten. Wir hatten einen riesengroßen Parkplatz ganz für uns alleine - im Winter scheint dies ein sehr beliebtes Schigebiet zu sein, während im Sommer nur die Größe der Parkplätze erahnen läßt, was hier in schneereichen Wintern los ist.

Die Straße mußten wir natürlich wieder zurückfahren und wir haben den Nationalpark weiter bis in den Nordosten umrundet, wo eine Straße nach Iwikau Village, wieder am Mt. Ruapehu, führt. Dieser Ort, bzw. die Gegend dahinter, hat bei der Verfilmung von "Herr der Ringe" als Hintergrund für "Mordor" gewirkt. Daß trotz des hohen Bekanntheitsgrades des Films daraus offenbar keinerlei Profit geschlagen wird, hat uns sehr verwundert, wird doch sonst überall in Neuseeland versucht, aus allem Profit zu schlagen. Mordor wird hier mit keinem einzigen Wort erwähnt, der Ort lebt auch hier von einem offenbar sehr florierenden Schitourismus. Die Aussicht auf die die Vulkane umgebende Landschaft ist auch hier sehr beeindruckend.

Im Anschluß sind wir Richtung Nordosten weitergefahren und haben damit den gut 200km langen Kreis um den Tongariro National Park beendet - allerdings mußten wir nochmals die Desert Road entlagfahren, was durchaus unserem Plan entsprochen hat. Nicht geplant war allerdings der Regen und die vielen Wolken, die die zweite Fahrt entlang dieser Strecke zu einem eher ungemütlichen Erlebnis werden ließen. In der Hoffnung auf besseres Wetter haben wir im Auto zu Abend gegessen - nach gut einer Stunde hat sich allerdings nicht viel verändert und wir sind weiter Richtung Süden gefahren und haben schließlich - bereits zu nächtlicher Stunde - einen Stellplatz in Utiku, einem sehr kleinen Ort auf dem Weg nach Palmerston North, gefunden.
TramperJoe says:
Verdammt, Mordor existiert nicht wirklich? Und ich war schon in freudiger Erwartung (nein, anders) dass ihr mir einen schicken Ring mitbringt... :-(
Posted on: Feb 08, 2008
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Palmerston North
photo by: mkrh