Mongolei

Naushki Travel Blog

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Bis etwa 10 Uhr hab ich geschlafen, dann hab ich angefangen das gestern gekaufte Essen über den Tag verteilt zu verzehren. Alles mitsammen wieder sehr langweilig, auch der Schinken hat nach gar nichts geschmeckt. Die Landschaft hat sich über Nacht aber stark verändert. Während die Strecke bis Irkutsk auf weiten Teilen mit Birkenwäldern gesäumt war, war hier nichts mehr von Wald zu sehen. Nur eine hügelige Landschaft mit wenig Vegetation. Dazwischen vereinzelt sehr ärmliche Siedlungen und ich habe mich gefragt, was man hier tun kann, wenn man hier lebt, ich stell mir das extrem langeweilig vor, denn hier ist wirklich gar nichts. Trotzdem war diese Landschaft nett anzusehen. Irgendwann sind wir dann nach Naushki gekommen - dem russischem Grenzbahnhof vor der Mongolei. Eigentlich Zugendbahnhof, nur die zwei Waggons nach Ulan Baatar wurden abgehängt. In Naushki hatten wir zunächst 4 Stunden Aufenthalt, meine allerletzten kleinen Rubelscheinchen hab ich dort bei einem sehr ärmlichen Markt in Saft und Süßigkeiten getauscht. Im Waggon gab es dann ein wenig Tumult, weil die russischen Grenzler den Waggon durchsucht haben. Die Abteile der Touristen haben sie nur mit einer Taschenlampe durchleuchtet, aber am Gang mußte das Zugpersonal unzählige Fächer, Türen und Klappen öffnen, was für ein wenig Verstimmung gesorgt hat.

Dann ist es endlich weitergegangen in Richtung Mongolei. Nur die beiden Waggons alleine wurden über die Grenze gebracht. Aus unerklärlichem Grund wurden die Jalousien vor den Fenstern geschlossen, vermutlich um Passagiere vom Hinauswerfen irgendwelcher Gegenstände (nach der Grenze) abzuhalten. Irgendwann wurden die aber wieder aufgemacht, da waren wir schon in der Mongolei - und das Bild, das sich geboten hat, war sehr eindrucksvoll. Im Licht der untergehenden Sonne waren schon einige Jurten an einem Fluß zu sehen. Dieses idyllische Bild wurde aber bald durch die Silhouette der ersten mongolischen Stadt, Suche Bataar, abgelöst - das war weniger beeindruckend. Vor allem, weil wir dort abermals einen dreistündigen Aufenthalt zur Paßkontrolle hatten. Danach wurden die beiden Waggons an einen anderen mongolischen Zug gehängt. Nun war es leider schon dunkel und ich habe von der Mongolei nichts mehr gesehen, daher bin ich dann auch bald schlafen gegangen. Einzig kurioser Anblick, den ich in dieser Zeit genießen durfte, war ein Zug voller neuer Autos. Das kuriose daran: Sie waren neu, haben aber ausgesehen wie Baujahr 1970.

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Naushki
photo by: coolguy