Mekong, Tag 3

Phnom Penh Travel Blog

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Heute war der letzte Tag der dreit├Ągigen Tour ins Mekong-Delta. Es hie├č Abschied nehmen von Vietnam. Ein Boot hat uns zun├Ąchst zu einem "Minority Village" gebracht, ein kleines Dorf bestehend aus H├Ąusern auf Holzpf├Ąhlen, in denen unter anderem Muslime aus Malaysia leben und arbeiten. Dort gab es eine Weberei zu sehen und nat├╝rlich die fertigen Produkte zu kaufen. Um das Dorf zu erreichen, mu├čten wir ├╝ber einen schmalen, wackeligen und rutschigen Steg laufen - gottseidank ist trotzdem niemand ins Wasser gefallen.

Unweit dieses Dorfes mu├čten wir dann auf das Schnellboot umsteigen, das uns nach Phnom Penh bringen sollte. Schnellboot ist dabei relativ, mit 25km/h war es deutlich langsamer als das Boot zwischen Hong Kong und Macao. Die Fahrt ging zun├Ąchst aus einem Seitenarm hinaus auf den Mekong-Flu├č und dort dem Ufer entlang Richtung Norden zur Grenze nach Kambodscha. Das war neu f├╝r mich, ich habe noch nie (au├čerhalb der EU) eine Grenze auf dem Wasserweg ├╝berquert. Das Boot mit etwa 10 Personen an Bord hat also zun├Ąchst auf der vietnamesischen Seite angehalten. Der Grenzposten hat lustig ausgesehen, ein H├Ąuschen mitten zwischen Palmen. Nach dem Zufallsprinzip haben die Grenzbeamten beschlossen, meinen Rucksack durchsuchen zu wollen. ├ťberraschenderweise gab es dort sogar ein Ger├Ąt zum durchleuchten von Gep├Ąck - wie am Flughafen. Ich sollte also meinen Rucksack auf das dazugeh├Ârige F├Ârderband legen. Doch anstatt die Maschine auch zu benutzen, haben sie gemeint, ich solle meinen Rucksack ausr├Ąumen. Ich war aber nicht willens, alle F├Ącher auszupacken also hab ich gefragt, was genau sie sehen wollen, schlu├čendlich habe ich nur mein Moskitonetz ausgepackt und damit waren sie zufrieden und ich durfte wieder aufs Boot zur├╝ck - nicht bevor ich meine letzten vietnamesischen Dong in Proviant umgesetzt habe.

Nur einige hundert Meter weiter, auf der Seite Kambodschas, war dann wieder B├╝rokratie angesagt. In einem stroh├╝berdachten Bereich, aber eigentlich im Freien, mu├čte man f├╝r 20 USD ein Visum erwerben, das dann 50 Meter weiter unter dem n├Ąchsten Dach in den Pa├č geklebt und weitere 50 Meter ├╝berpr├╝ft wurde. Das alles an einem Punkt zu erledigen w├╝rde vermutlich nicht genug Arbeitspl├Ątze schaffen. Schlie├člich ging die Fahrt weiter, entlang rechten Ufers. Die wenigen Geb├Ąude, oder besser gesagt, Behausungen, waren deutlich armseliger als auf der vietnamesischen Seite, die Einheimischen haben aber alle gewunken, als das Boot vorbeigefahren ist. Nach insgesamt beinahe f├╝nf Stunden haben wir Phnom Penh, die Hauptstadt Kambodschas, erreicht. Die meisten Passagiere, darunter auch ich, haben beschlossen, gemeinsam ein Hotel zu suchen, weil es erstens sicherer ist und zweitens l├Ą├čt sich der Hotelpreis besser verhandeln, wenn mehr Leute auf einmal einfallen. So habe ich schlie├člich im Paragon Hotel f├╝r mein Einzelzimmer 15 statt 20 USD bezahlt. Zwar gibt es auch g├╝nstigere ├ťbernachtungsm├Âglichkeiten, aber von denen wurde im Allgemeinen abgeraten, das Gep├Ąck sei dort nicht unbedingt sicher.

Am Abend, als ich eigentlich auf der Suche nach einem Internetcafe war, habe ich die englische Familie, die die letzten drei Tage mit mir unterwegs war, wieder getroffen und habe mit ihnen zu Abend gegessen. Die Familie ist mit zwei sechsj├Ąhrigen M├Ądchen f├╝r mehrere Monate in S├╝dostasien unterwegs. So einen Urlaub mit kleinen Kindern stelle ich mir ziemlich anstrengend vor, deswegen habe ich mir erlaubt, nachzufragen. Die Antwort war simpel: Es sei ziemlich egal, wo man gerade sei, wenn sie l├Ąstig sind, sind sie das zuhause auch, wenn ihnen langweilig ist, ist ihnen auch zuhause langweilig, es macht also keinen Unterschied - Abgesehen davon, da├č sie massig Gep├Ąck zur Unterhaltung der beiden M├Ądchen mitschleppen. In England besteht keine Schulpflicht, lediglich eine Art Bildungspflicht, und der kann auch zuhause - oder auf Reisen - nachgekommen werden. Das funktioniert offenbar wirklich gut, denn die beiden M├Ądchen sind, obwohl sie noch kaum lesen k├Ânnen, ausgesprochen clever und wissen eine ganze Menge. Ihr Vater kommt ├╝brigens aus Nepal und hat dort 17 Jahre lang als Sherpa gearbeitet.

In dem Lokal, in dem wir zu Abend gespiesen haben, gab es auch einen PC f├╝r Internet - kostenlos. Nachdem die beiden M├Ądchen den PC freigegeben haben, habe ich davon Gebrauch gemacht. Nachdem ich die letzten Wochen eigentlich immer irgendwo herumgelaufen bin, habe ich heute Abend nicht so recht Lust dazu gehabt, mir Phnom Penh anzuschauen, auch wenn ich morgen wieder weiterfahre. W├Ąhrend ich also ├╝berlegt habe, wie ich den Abend am besten verbringe, bin ich an einem DVD-Laden vorbeigekommen. Unz├Ąhlige DVDs gab es hier zu Spottpreisen, also habe ich 3 DVDs zum Preis von 5 USD erworben. Da├č es sich dabei nicht um Originale gehandelt hat, versteht sich von selbst.
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Phnom Penh
photo by: terminalfunk