Magnetic Island

Magnetic Island Travel Blog

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Nachdem das Schnorcheln bei den Whitsunday Islands eigentlich ganz nett, aber nicht ganz unmittelbar am Great Barrier Reef war, wollte ich dort auch noch hin, weswegen ich mich bereits gestern nach entsprechenden Angeboten für heute oder morgen erkundigt habe. Gestern hat es geheißen, für morgen könne ich eine Fahrt zum Riff buchen. Als ich heute allerdings an der Rezeption buchen wollte, war das nicht mehr möglich, denn am Schiff würden irgendwelche Wartungsarbeiten durchgeführt und Alternative gab es keine. Das war eigentlich recht enttäuschend, denn damit habe ich natürlich nicht gerechnet.

Den heutigen Tag wollte ich damit verbringen, über die Insel zu einigen der zahlreichen Strände zu wandern. Dazu gibt es schön angelegte Wege über die ganze Insel. Den Weg, mit dem ich beginnen wollte, habe ich allerdings nicht gleich gefunden, was daran gelegen het, daß er bei Flut zum Teil unter Wasser war. Als ich schließlich sicher war, daß auf der anderen Seite des Wassers der Weg weitergeht, wurde mir jedoch dringend vom Durchwaten des Wassers abgeraten - es sei nicht ganz ungefährlich wegen der Stingers, der gefährlichen Quallen.

Nachdem es bereits 11 Uhr und unglaublich heiß war, habe ich beschlossen, über Mittag Siesta zu halten und meine Inselerkundung erst nach der größten Hitze zu starten. Also habe ich mich von 11 bis 2 ins Hostel zurückgezogen, bevor ich mich mit drei Wasserflaschen und Kamera bewaffnet auf den Weg gemacht habe. An der zuvor unpassierbaren Stelle war nun nur noch ein schmales Rinnsal. Der Weg durch den Busch war spannend, immer wieder hat es beiderseits des Wegs geraschelt, als ich irgendwelches Getier aufgescheucht habe. Von den vielen Schlangen, die es hier geben soll, ist mir gottseidank keine begegnet, dafür aber genug Spinnen in unterschiedlichen Farben und Größen.

Der erste Strand, Balding Bay, war völlig einsam, am zweiten Strand namens Radical Bay sind auch nur zwei Leute unter einer Palme gesessen. Arthur Bay, der dritte Strand, den ich besucht habe, war genauso verlassen wie der erste. Die Tatsache, daß niemand dort badet, ist wohl teilweise auf die Quallen zurückzuführen. Zu sehen sind sie zwar nicht, aber die gefährlichsten von ihnen sind nahezu unsichtbar. Andererseits kann man überall auf der Insel Stingersuits ausleihen, mit denen man trotzdem ins Wasser gehen kann.

Der Weg war ziemlich weit und irgendwann vor sechs Uhr bin ich zum Ausgangspunkt des Fort Walk gekommen. Das ist der beliebteste Weg der Insel, denn dort kann man häufig Koalas antreffen - und das am ehesten Abends. Und tatsächlich, etwas abseits des Weges, ist ein junger Koala in einer Astgabel gesessen und hat vor sich hingedöst. Ich habe vorher noch nie einen Koala gesehen, der nicht in Gefangenschaft gelebt hätte. Der Weg hat schließlich zu einer Beobachtungs- und Verteidigungsanlage aus dem zweiten Weltkrieg geführt. Die Aussicht war zwar toll, aber die Vorstellung, daß hier jemand auf die Idee kommt, Krieg zu führen, war irgendwie abartig.

Am Weg zurück war es schließlich schon dunkel und ein Ehepaar aus Brisbane, das auch am Rückweg war, hat mich gefragt, ob ich eine Taschenlampe hätte. Zufälligerweise hatte ich eine und habe ihnen den Weg zurück beleuchtet und sie auch noch zu dem Koala geführt, den ich vorher gesehen habe. Der ist immer noch in seinem Baum gehockt und hat geschlummert. Auch das anschließende Blitzgewitter konnte ihn nicht wirklich aus dem Schlaf reißen. Besagtes Ehepaar hat mir noch ausgiebig von ihrer Weltreise erzählt, als das Gespräch darauf kam. Schließlich haben sie mich freundlicherweise nach Horseshoe Bay, wo mein Hostel ist, zurückgebracht.

Obwohl ich von dem Hostel nicht so begeistert war (angeblich wurde es zum besten in Queensland gewählt, aber es fehlen Steckdosen, Klimaanlage, Abstellmöglichkeiten, ...), habe ich meinen Aufenthalt noch um eine Nacht verlängert, damit ich übermorgen mit der Fähre nach Townsville und dann mit dem Zug weiterfahren kann. Nachdem der Supermarkt schon geschlossen war, wollte ich im Hostel etwas essen, das hat sich leider als völlig überteuert und geschmacklich wertlos herausgestellt.
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Magnetic Island
photo by: Morle