MS Jonni Ritscher (08)

Liverpool Travel Blog

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Die letzte Gelegenheit, einen Sonnenaufgang am Schiff zu sehen, wollte ich natürlich nicht ungenutzt verstreichen lassen, aber als um halb fünf Uhr morgens der Wecker geklingelt hat, hat sich die aufgehende Sonne wie auch in den vergangenen Tagen hinter den Wolken versteckt. Als nach dem Frühstück der Nebel nachgelassen hat, war tatsächlich Land in Sicht! Über Nacht sind wir zwischen Irland und England nach Norden gefahren, am östlichen Horizont war die englische Küste zu sehen.

Jede Kabine verfügt (sinnloserweise) über einen Fernseher mit Sat-TV. Nachdem Astra nur Europa abdeckt, ist über dem Atlantik nicht viel mit Fernsehen. Mir war das auch egal, aber den deutschen Passagieren nicht - schon in den letzten Tagen war ihre größte Sorge, ab wann denn nun endlich der Fernseher funktionieren würde. Heute war es dann endlich soweit, ich mußte ihnen zwar behilflich sein, allerdings waren sie ganz glücklich, endlich wieder fernsehen zu können.

Am frühen Nachmittag wurde der Anker ausgeworfen, denn wir waren nur noch etwa 17 Seemeilen von Liverpool entfernt und damit viel zu früh da - kein Wunder, waren wir stellenweise doch mit mehr als 20 Knoten unterwegs. Noch war kein Liegeplatz im Hafen frei und kein Lotse verfügbar. Von unserem Ankerplatz waren einige Ölbohrinseln zu sehen. Als gegen halb neun Uhr abends die Anker wieder gelichtet wurden, sind wir recht knapp an einer Windfarm vorbeigefahren - 25 Windräder, die auf dem Meer errichtet worden waren.

Nun wurde es bereits dunkel und wir haben uns entlang des Mersey River den Lichtern Liverpools genähert. Hier wo der Fluß ins Meer mündet, unterliegt er starken Tidenschwankungen, weswegen große Schiffe den Hafen nur bei Flut erreichen können. Das Hafenbecken selbst ist, um die Wassertiefe konstant zu halten, nur über eine Schleuse zu erreichen. Pünktlich um 22 Uhr waren wir vor der Schleuse, die Tore waren zur Einfahrt bereits geöffnet und die Jonni Ritscher wurde von kleinen Tugs in die schmale Schleuse geschoben. Zehn Minuten hat es gedauert, bis der Wasserstand hoch genug war, um die Schleuse am anderen Ende wieder verlassen zu können. Währenddessen hat sich der Kapitän ausgiebig darüber beklagt, daß die Schleuse so schmal und ungeschützt sei, daß bei starkem Wind das Schiff völlig zerkratzt würde. Starken Wind hatten wir zwar nicht, allerdings heftigen Regen. Wenig später waren wir bereits in Liverpool festgebunden und ich habe mich zu Bett begeben, um die letzte Nacht auf dem Schiff hier im Hafen zu verbringen. 
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Liverpool
photo by: monkeymia79