MS Jonni Ritscher (07)

Montreal Travel Blog

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Starker Seegang hat Schlafen heute Nacht beinahe unmöglich gemacht und so war ich heute auch ziemlich müde. Nach dem Frühstück wollte ich daher nochmal ins Bett, daraus wurde aber nichts: Der Kapitän hatte einen Safety Drill angesetzt, also mußten wir Schwimmwesten anlegen und zur Muster Station laufen. Während sich die Crew mit imaginären giftigen Substanzen beschäftigt hat, die aus imaginären defekten Containern ausgetreten waren, durften wir auf der Brücke warten. Dort war nur der Kapitän, der sein Wesen heute völlig verändert und sich angeregt und freundlich mit uns unterhalten hat.

Irgendwann war die Übung zuende, wir durften wieder zurück in die Kabine und dann war es ohnehin bald Zeit für das Mittagessen. Das Essen auf der MS Jonni Ritscher war nicht besser als auf den anderen Schiffen. Zwar war es auch nicht schlechter, aber es gab nun überhaupt kein Service mehr. Einerseits gab es Fast keine Früchte oder Nachspeisen, andererseits kam auch der Steward nicht auf die Kabine, um den Müll abzuholen. Hier wird offenbar an allem gespart.

Enttäuschenderweise war das Wetter bisher auf der ganzen Fahrt nahezu ununterbrochen bewölkt und regnerisch. Geregnet hat es nachmittags nicht, wegen der bevorstehenden Ankunft in Liverpool haben die Matrosen aber das Deck gereinigt und so war es überall noch naß. Trotzdem bin ich gemeinsam mit den anderen Passagieren wieder zum Bug vorgegangen, wo gerade die Ankerwinden geölt wurden. Dort haben wir wie immer die völlig vibrationsfreie Ruhe genossen, bis uns der beginnende Regen wieder zurück in die Kabine getrieben hat.

Abends wurden die Uhren ein letztes Mal vor der Ankunft in Liverpool um eine Stunde nach vorne gedreht. Ich habe ich dem deutschen Ehepaar versprochen, ihnen über die transsibirische Eisenbahn und die Reise nach Singapur zu berichten, denn die beiden (die keinen festen Wohnsitz haben und ständig auf Reisen sind) wollen als nächstes auf dem Landweg nach Australien. Das hat beinahe den ganzen Abend in Anspruch genommen und als ich mich eine Stunde vor Mitternacht verabschiedet habe, war Europa bereits zum greifen nahe, die irische Küste lag nur noch sieben Seemeilen nordöstlich - allerdings im dichten Nebel versteckt.
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Montreal
photo by: cvanzoen