MS Hansa Flensburg (04)

Auckland Travel Blog

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So wie gestern auch bin ich heute am Dienstag, dem 11. März aufgewacht. Ursprünglich war vorgesehen, den Montag zweimal stattfinden zu lassen, aber der erste Maat, ein Russe übrigens, hat gemeint, Dienstag sei besser: "I don't like Mondays". Mittags hat der Kapitän ein paar Schauergeschichten von US-amerikanischen Häfen zum Besten gegeben und ich war froh, mir einen Hafen außerhalb der USA als Ziel ausgesucht zu haben - auch wenn das Schiff unterwegs in den USA anlegen wird.

Nach dem Essen gab es Obst. Darunter Kiwis - natürlich aus Neuseeland, allerdings diesmal goldene Kiwis. Diese Kiwis mit gelbem Fleisch, die deutlich süßer sind als die grünen, habe ich vergeblich versucht, in Neuseeland zu bekommen. In Te Puke hat man mir erklärt, die seien noch nicht reif, erst in einigen Wochen sei es so weit. Tatsache ist, sie sind sehr gut und eine habe ich mir noch für später aufgehoben.

Nachmittags, eigentlich schon kurz vor dem Abendessen, habe ich einen Ausflug zum Bug gemacht - eine sehr feuchte Angelegenheit, denn die Kombination von Wind und Wellen hat dafür gesorgt, daß ich ausgiebig Gischt abbekommen habe. Das ständig aufs Schiff spritzende Wasser hat an vielen Stellen eine an Schnee erinnernde Salzschicht am Boden hinterlassen - und ich Spuren in derselben.

Auch heute abend habe ich wieder einen (für mich) interessanten Längengrad überquert: 164°32.734' West. Wenn man denselben über die Pole hin fortsetzt, wird er zu 15°27.266' Ost. Den von zuhause am weitesten entfernten Punkt habe ich zwar schon in der Desert Road Neuseelands hinter mir gelassen, aber von hier ist der Rückweg über die westliche Hemisphäre sicher kürzer als über die östliche.

[Achtung, der naechste Eintrag ist heute direkt drunter - dank Datumsgrenze]

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Ein ganz und gar unspektakulärer Tag, die westliche Hemisphäre fühlt sich überraschenderweise genauso an wie die östliche. Ich habe in den Büchern, die ich in Devonport gekauft habe, gelesen und einige DVDs angesehen. Währenddessen habe ich einen Teil meiner Wäsche gewaschen, die Waschmaschine hat es aber irgendwie geschafft, Flecken auf meine Wäsche zu zaubern, die vorher ganz bestimmt noch nicht da waren. Beim Abendessen hat der Kapitän kundgetan, wir sollten das Leitungswasser doch nicht trinken, es sei gerade die Nachricht gekommen, daß das im Labor überprüfte Wasser doch nicht ohne abkochen genießbar sei. (Das Trinkwasser wird normalerweise durch Destillation und chemische Behandlung aus Meerwasser gewonnen.) Dafür haben alle kostenlos Mineralwasser bekommen. Um genau neun Uhr abends (oder zehn Uhr) haben wir den 172sten westlichen Längengrad überfahren - die internationale Datumsgrenze und zugleich die Grenze zur nächsten (ersten) Zeitzone. Das heißt also Uhr um 23 Stunden zurückstellen - damit bin ich in der Zeit auf den 10. März zurückgereist. Also habe ich heute die letzten zwei Stunden des gestrigen Tages nochmal durchlebt - hauptsächlich aber mit Schlafen verbracht.
Auckland
photo by: Fulla