Klondike Highway

Carmacks Travel Blog

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Nachdem ich mich ausgeschlafen habe, bin ich vormittags Richtung Süden aufgebrochen. Der nächste Ort war Haines Junction, mehrfach wurde mir gesagt, daß es dort eine ganz hervorragende Bäckerei (aber sonst nicht viel) gäbe, die wollte ich zum Frühstück aufsuchen. Im Informationsbüro, das nur zufällig gerade offen war, wurde mir gesagt, die Bäckerei sperre erst Mitte Mai wieder auf. Im Grunde nicht verwunderlich, denn für die handvoll Einwohner lohnt sich die Bäckerei wohl nicht, also ist sie nur während der Hauptsaison geöffnet.

Stattdessen habe ich einen Abstecher Richtung Süden gemacht - in den Kluane Nationalpark, konkret zum Kathleen Lake.. Dahinter erheben sich die St. Elias Mountains, eine Bergkette, die von großen Gletschern und Eisfeldern bedeckt ist. Ich bin dem Ufer, an dem das Eis gerade wegzutauen begonnen hat, entlanggegangen. Die Stille wurde nur ab und zu vom Krachen der schmelzenden Eisdecke zerrissen. An diesem schönen Ort habe ich Mittagspause gemacht.

Danach bin ich wieder umgekehrt und dem Alaska Highway nach SÜden gefolgt. Die Landschaft ist hier geprägt von großen, verbrannten Wäldern. Obwohl Waldbrände hier genauso "normal" sind wie in Australien, hat sich die Natur nicht von einem Waldbrand im Jahr 1953 erholt - kaum Vegetation, nur Baumgerippe, und das seit mehr als 50 Jahren. Erklärung gibt es dafür keine, denn normalerweise erholen sich die Wälder nach nur wenigen Jahren. Eigentlich wollte ich heute noch Whitehorse erreichen, aber kurz vor dem Ort bin ich wieder nach Norden auf den Klondike Highway abgebogen, der nach Dawson City führt, dem Zentrum des Klondike Goldrauschs. Dawson City liegt allerdings noch ziemlich weit im Norden, um bis dorthin vorzudringen, fehlt mir die Zeit. Stattdessen bin ich nur etwa ein Drittel der Strecke bis Carmacks gefahren, vorbei an einigen schönen Seen beiderseits der Straße, aus deren Eisdecke lauter kleine Inseln herausschauen.

In Carmacks kreuzt die Straße den Yukon River, der hier nicht annähernd so breit ist wie in Alaska. Dort wollte ich eigentlich unter der Brücke nächtigen, nach einer guten Stunde allerdings habe ich den Ort wieder verlassen, denn es war zwar nicht viel Verkehr auf der Brücke, die vereinzelten darüberfahrenden Autos haben aber heftigen Lärm verursacht. Also bin ich noch etwa 20 Kilometer weiter nach Norden gefahren, hier gibt es einen Aussichtspunkt, von dem man ins Tal und den Yukon River hinuntersehen kann. Als ich hier angekommen bin, war es schon beinahe dunkel, aber morgen früh ist das bestimmt ein schöner Anblick.
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