Kiwi360

Bombay Travel Blog

 › entry 181 of 296 › view all entries
Hobbiton heute morgen war wolkenverhangen. Unser erster Weg hat uns nach Matamata gefĂŒhrt - auch dort begrĂŒĂŸt ein Schild Ankommende mit den Worten "Welcome to Hobbiton". In der danebenliegenden I-Site, dem InformationsbĂŒro, gibt es eine ganze Menge ĂŒberteuerter Herr-der-Ringe Devotionalien zu erstehen, darunter das Hobbit-Bier "Sobering Thought". Peter Jackson, der Regisseur, hat die Brauerei gekauft und dort Bier mit einem Alkoholgehalt von 1% brauen lassen - eigens fĂŒr die Trinkszenen im Film, die natĂŒrlich mehrmals gefilmt wurden. Bei normalem Bier wĂ€ren die Schauspieler nicht lange nĂŒchtern gewesen.

Gegen Mittag haben wir Matamata wieder verlassen. Erst am Abend wollten wir in Te Puke sein, wir hatten also genug Zeit, in Tauranga in die "Hot Salt Water Pools" zu gehen, eine Art Mini-Therme mit aufgewÀrmtem Meerwasser. Im Grunde nichts Besonderes, aber der Hauptgrund des Besuchs war weniger das Salzwasser als die Duschen, denn Duschgelegenheiten sind in Neuseeland nur sporadisch zu sehen.

Gestern waren wir in einem Kiwi-Haus, heute wollten wir ein weiteres besuchen - in Te Puke stehen allerdings Neuseelands ExportfrĂŒchte Nummer Eins im Vordergrund - nicht die gleichnamigen Vögel. Schon von einiger Entfernung ist die grĂ¶ĂŸte Kiwi der Welt, mit der Kiwi360 wirbt, zu sehen - mindestens 10 Meter mißt das Denkmal, das der Frucht hier gesetzt wurde. FĂŒr die wenigen Kilometer nach Te Puke haben wir etwas lĂ€nger gebraucht, als ursprĂŒnglich geplant, daher sind wir nur knapp zu spĂ€t fĂŒr die letzte FĂŒhrung gekommen. Auf unsere Bitte hin, ob es nicht eine Möglichkeit gĂ€be, sich noch der FĂŒhrung anzuschließen, hat uns die Kassierin in ihr Auto gesetzt und ist dem kleinen Zug, der durch die Kiwiplantagen fĂ€hrt, querfeldein nachgefahren sodaß wir doch noch teilnehmen konnten.

DafĂŒr haben wir interessante Dinge ĂŒber Neuseelands Fruchtikone gehört und außerdem eine ErklĂ€rung dafĂŒr bekommen, warum ich vor einigen Tagen italienische Kiwis in einem neuseelĂ€ndischen Supermarkt gefunden habe: Neuseeland exportiert so viele Kiwis, daß der eigene Bedarf nicht mehr gedeckt werden kann. Unmengen an Kiwis werden binnen zehn Wochen geerntet, zwischen 0 und 1°C eingekĂŒhlt und dann portionsweise exportiert. Die gekĂŒhlten Kiwis halten bis zu neun Monate lang, 50 Prozent der Ernte gehen nach Europa. Normalerweise lassen sich Kiwis so lange kĂŒhlen, bis die nĂ€chsten geerntet werden. Wenn aber der Vorrat erschöpft ist, muß Neuseeland Kiwis importieren - vorwiegend aus Italien, dem zweitgrĂ¶ĂŸten Kiwiexportland. Und der Import auslĂ€ndischer FrĂŒchte kommt offenbar billiger als eigene Kiwis dem Export vorzuenthalten. Im Grunde war das zwar eine schlĂŒssige ErklĂ€rung, aber es ist trotzdem ökologischer Nonsens.

Die Kiwiplantagen, von denen unsere Neuseelandkiwis stammen, sehen aus wie eine Mischung zwischen Obst- und Weingarten. Die KiwibĂ€ume werden in Reihen gepflanzt und ranken sich an Seilen entlang. WĂ€hrend es in China, dem Ursprungsland der Kiwi, 150 unterschiedliche Sorten gibt, werden in Neuseeland nur drei davon kommerziell angebaut. Diese Kiwifelder sind jeweils etwa ein Hektar groß und von sehr hohen und dichten BĂ€umen umgeben, denn der grĂ¶ĂŸte Feind der Kiwipflanzen ist der Wind. Dieser Windschutz aus BĂ€umen erklĂ€rt, warum wir bisher auf unserer Reise keine einzige Kiwiplantage gesehen haben - die sind alle hinter einer dichten Wand aus BĂ€umen versteckt.

Im Kiwi360 gibt es natĂŒrlich auch einen Laden, der alles verkauft, was mit Kiwis zu tun hat oder auch nicht. Neben den grĂŒnen gab es auch goldene Kiwis zu sehen, leider aber nicht zu kosten, denn die waren noch nicht reif. Nach Te Puke, wo 80 Prozent der neuseelĂ€ndischen Kiwis wachsen, haben wir uns auf den Weg Richtung Norden gemacht. Nachdem Stephan seinen RĂŒckflug, der eigentlich gestern gewesen wĂ€re, um eine Woche verschoben hat, haben wir nun noch etwas Zeit, um uns Northland auch noch anzusehen - Neuseelands Norden, die Gegend nördlich von Auckland. Ganz bis Auckland haben wir es heute nicht mehr geschafft, aber in einem etwa 60 Kilometer entfernten Vorort namens Bombay haben wir uns zur Nachtruhe niedergelassen.
Join TravBuddy to leave comments, meet new friends and share travel tips!
Bombay