Katherine Gorge

Katherine Travel Blog

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Kurz nach acht Uhr wurde ich mit einigen anderen beim Hostel von einem Shuttlebus abgeholt. Der Bahnhof in Darwin, von dem "The Ghan" abfährt, liegt mehr als 15km außerhalb der Stadt mitten im Nichts - dort, wo man für gewöhnlich einen Flughafen, aber nicht einen Bahnhof hinstellt. Der Bahnhof selbst ist genau so winzig wie jener in Townsville, es gibt nicht einmal einen Bahnsteig. Auch wie am Flughafen mußte zuerst das Gepäck eingecheckt werden - dabei wurde es gewogen und wer mehr als 20kg in einer Tasche hatte, mußte das Übergewicht aus- und in andere Taschen umpacken. Danach wurden alle zum Einsteigen aufgefordert - eine gute Stunde vor Abfahrt des Zuges. Es wurden alle Passagiere abgezählt und anschließend wurde die Crew aufgefordert, die Türen zu versperren. Als sich der Zug gegen zehn Uhr endlich in Bewegung gesetzt hat, wurden - abermals wie im Flugverkehr - die Sicherheitseinrichtungen an Bord und die Notausgänge erklärt. Es wurde darauf hingewiesen, daß elektronische Geräte während der Fahrt verwendet werden dürfen (etwas anderes hätte ich eigentlich nicht erwartet) - ich habe nur noch auf den Hinweis gewartet, man möge diese während Start und Landung ausgeschaltet lassen.

Der Zug besteht aus zwei Teilen, dem Red Kangaroo Service und dem Gold Kangaroo Service. Letzteres ist die Luxusversion mit geräumigen Schlafwagen und Luxusrestaurant, ersteres ist die teure Kategorie, weswegen ich mir hier gerade noch einen Sitzplatz leisten konnte - etwas billigeres gibt es leider in diesem Zug nicht. Der Waggon war allerdings beinahe leer, jedoch hat der Schaffner angekündigt, daß ab Alice Springs alles ausgebucht ist. Die Scheiben der Waggons sind wegen besserer Isolierung doppelt verglast und leider nicht ganz sauber.

Bereits nach wenigen Stunden hat der Zug kurz nach ein Uhr Katherine erreicht. Und weil es Züge in Australien nicht eilig haben, gab es hier gute fünf Stunden Aufenthalt. Die konnte man zu einem Ausflug zu den Katherine Gorges nutzen, was ich, wie viele andere auch, gemacht habe. Dort wurden wir auf ein Boot verladen und durch die Schlucht gefahren. Obwohl eigentlich gerade "Wet Season" ist und der Wasserstand um diese Jahreszeit deutlich höher sein sollte, mußten wir zwischendurch bei einer Untiefe aussteigen, zu Fuß weitergehen, und später wieder in ein anderes Boot einsteigen. Die Schluchten selbst waren beeindruckend, steil abfallender orangeroter Felsen zu beiden Seiten des Wassers. Der Ausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt, war aber ob der 45°C (oder 48°C, die Angaben variieren, es ist aber beides zu heiß) etwas anstrengend.

Der Bus zurück zum Bahnhof, der natürlich auch hier deutlich abseits des Ortes liegt, war früh dran und so gab es im Ortszentrum nocheinmal eine Dreiviertelstunde Aufenthalt. Ich hätte mir gern ein wenig von Katherine angesehen, ob der hohen Temperatur habe ich mich aber in eine große Woolworths-Filiale zurückgezogen, in der man schon beinahe einen Pullover gebraucht hätte. Um mich wenigstens ein kleinwenig in Weihnachtsstimmung zu begeben, habe ich mich dort auf die Suche nach Lebkuchen gemacht. Es gab allerlei Süßigkeiten, die Hälfte davon aus Europa importiert, aber Lebkuchen waren keine aufzutreiben, also habe ich mich mit Schokolademuffins begnügt.

Schließlich hat mich der Bus wieder zum Bahnhof gebracht und die Fahrt ging in der Abendsonne weiter. Nach einiger Zeit ist das Grün der Landschaft wieder rotbraunen Farbtönen gewichen. Lang konnte ich die vorbeiziehende Landschaft allerdings nicht beobachten, denn es hat nicht lange gedauert und die Sonne ist hinter dem Horizont verschwunden. In jedem Waggon gab es zwei Duschen und eine offenbar unendliche Menge frischer Handtücher. Nachdem ich heute etwas ins Schwitzen gekommen bin, habe ich das natürlich ausgenutzt. Nachts wurde im Waggon gottseidank das Licht ausgeschaltet. Heute hatte ich wieder zwei Sitze, um mich für die Nachtruhe zu betten - besonders komfortabel war das allerdings auch nicht.
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Katherine
photo by: Morle