Kanadas Wüste

Oliver Travel Blog

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Nach einem ausgiebigen Frühstück im Motel haben wir uns bei Sonnenschein auf den Weg zum nahegelegenen Fort Langley gemacht, das vor langer Zeit eine Siedlung war, an der Fell und andere Waren gehandelt wurden. Eigentlich ist es ein mit dichten und hohen Holzbalken umzäuntes Gebiet, auf dem mehrere Gebäude stehen - ebenfalls aus Holz. In der Geschichte Kanadas spielt Fort Langley offenbar eine wichtige Rolle als der Ursprung British Columbias. So spektakulär hat es dann aber nicht ausgesehen und als wir dorthin gekommen sind, war es noch geschlossen, also haben wir uns mit den wenigen Blicken durch den Zaun begnügt.

Wir sind der Autobahn Richtung Osten gefolgt und bald auf die "Bridal Veil Falls" gestoßen. Wasserfälle dieses Namens gibt es offenbar überall, aber als wir diese nach einem kurzen Fußmarsch erreicht haben, haben sie uns mit ihrer Größe doch beeindruckt. Der Wasserfall war nur sehr dünn, tatsächlich wie ein Schleier, der nach unten hin immer breiter wird. Unweit des Wasserfalls haben wir beim "Lightning Lake" angehalten, einem immer noch zugefrorenen See. Aus dem tiefen Schnee rundherum haben nur die "Outhouses", also die kleinen Toiletten, herausgeragt. Lange haben wir uns allerdings nicht ausgehalten, denn angesichts der Außentemperaturen von beinahe 20 Grad war der Schnee natürlich entsprechend naß.

Auf dem Weg nach Princeton, das weiter im Osten liegt, ist die Landschaft wieder trockener geworden, das saftige Frühlingsgrün ist allmählich wieder verschwunden. In Princeton selbst haben wir uns einen Vorrat an Lebensmitteln angelegt, einen Teil davon haben wir auf einer Wiese neben der geschlossensn Touristeninformation gleich als Mittagessen verzehrt. Unser Weg weiter nach Südosten hat durch ein eigentlich recht trockenes Tal geführt, trotzdem gab es stellenweise große Obstgärten beiderseits der Straße mit rosa und weiß blühenden Kirschbäumen. Am Rand eines solchen Kirschbaumgartens hat ein Bauer eine Sammlung alter Traktoren zwischen den Bäumen platziert, die dort unter den Blüten vor sich hinrosten.

Nur wenig später, nachdem sich die Straße einen Berg hinaufgeschlängelt hatte, haben wir neben der Straße den "Spotted Lake" erblickt. Dieser See besteht aus lauter runden Wasserlöchern in einem weißen Salzfeld, erinnert irgendwie an schweizer Käse mit vielen Löchern. Von der Hauptstraße hat man nicht allzu viel gesehen, der See selbst ist in Privatbesitz, umzäunt und nicht leider zugänglich, trotzdem haben wir versucht, den See in unwegsamem Gelände außerhalb des Zaunes zu umrunden. Bald danach haben wir das Okanagan Valley erreicht - British Columbias Weinbaugebiet. Weil die Gegend so bekannt für ihren Weinbau ist, wollten wir eine Flasche Rotwein erstehen. Leider war es schon so spät, daß die meisten Weinkeller bereits geschlossen hatten. Hier wollten wir übernachten, nach einiger Zeit der Suche haben wir eine günstige Unterkunft in Oliver, der Hauptstadt des Weinbaus, gefunden - und unweit in einem Liquor Store die gesuchte Flasche Rotwein, die wir abends genießen konnten.
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Oliver
photo by: Gypsy