Jungle Walk

Kuala Tahan Travel Blog

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Erst einmal gab es Frühstück im schwimmenden Restaurant. Das Frühstück bestand aus vier Scheiben Toastbrot und Erdbeermarmelade, die, so wie sie geschmeckt hat, wahrscheinlich keine Erdbeeren beinhaltet hat. Oh Wunder, es gab sogar Kakao, der hat allerdings nur nach Wasser geschmeckt. Nachdem ich mich noch mit zwei Halbliterflaschen Wasser eingedeckt habe, ging es dann los Richtung Dschungel. Natürlich wieder per Boot. Nur wenige hundert Meter entfernt konnten wir wieder aussteigen und einige Stufen hinauf laufen bis zum "Canopy Walk", einer etwa 500 Meter langen Hängebrücke durch die Baumkronen. Im Prinzip waren es mehrere kurze Brücken mit Plattformen dazwischen, die jeweils an Bäumen befestigt waren. Die Aussicht auf die Pflanzen darunter und darüber war schon recht beeindruckend.

Im Anschluß war wieder ein Dschungelspaziergang angesagt - diesmal bei Tageslicht und zu einem Aussichtspunkt auf etwa 350m Höhe. Der Weg war steil, matschig und rutschig. Natürlich war das Wetter heiß und feucht und ich bin ziemlich heftig ins Schwitzen gekommen. Trotzdem war der Weg ein Erlebnis, nicht nur wegen der vielen unbekannten Pflanzen sondern auch wegen der Geräusche. Überdimensionale Farne, seltsam geformte Wurzeln und Lianen waren überall zu sehen. Zwischendurch hat es zu regnen begonnen. Die Luftfeuchtigkeit war so hoch, daß sich die Linse meiner Kamera ständig beschlagen hat, was fotographieren ein wenig schwierig gemacht hat. Die Investition in den Blutegel-Imprägnierungsspray hat sich wohl gelohnt, denn die haben mich gottseidank verschont, während andere bereits gestern Nacht von Blutegeln heimgesucht wurden. Den Erzählungen zu Folge spürt man überhaupt nichts, allerdings sind irgendwann Schuhe oder Socken plötzlich voller Blut.

Ziemlich ausgelaugt sind wir dann wieder mit dem Boot zurück zum schwimmenden Restaurant, wo es Mittagessen gab. Dürfte Rindfleisch mit Ingwer und Gemüse gewesen sein - und massig Reis. Satt war ich danach nicht wirklich. Für den Nachmittag war der Besuch einer Siedlung von Eingeborenen geplant. Wieder mit einem der schmalen Holzboote sind wir dorthin gefahren und das war wirklich interessant. Die Eingeborenen sind nomadisch veranlagt und ziehen daher ständig weiter, ein paar davon arbeiten allerdings in der Gegend als Touristenführer, denn für längere Ausflüge in entlegenere Gebiete vertrauen viele Touristen der Dschungelerfahrung der Eingeborenen. Die leben in ganz primitiven, mit blätterbedeckten Hütten. Für die Kinder gibt es keine Schule, allerdings lernen sie von kleinauf, wie man mit Speer und Blasrohr umgeht und wie man Feuer macht. All das konnten wir uns auch ansehen: Das Feuer entsteht durch aneinanderreiben verschiedener Holzsorten und hat eigentlich ziemlich simpel ausgesehen. Ich habe es dann auch probiert, war reichlich anstrengend und außer ein bisschen Rauch ist nicht viel passiert. Auch das Blasrohr konnten wir ausprobieren - das war überraschend einfach und ich habe das Ziel nur ganz knapp verfehlt. Auch die Herstellung der vergifteten Pfeile für das Blasrohr konnten wir uns ansehen.

Am späteren Nachmittag gab es dann Gelegenheit zum "Rapid Shooting" am Tembeling River. Das war eine ziemlich nasse Angelegenheit, weswegen ich alles, was ich bei mir getragen habe, im Restaurant zur Aufbewahrung hinterlassen habe. Bei der Bootsfahrt habe ich sogar einen Affen in den Bäumen klettern und fressen gesehen. Ist natürlich was anderes als wenn man einen Affen im Zoo bestaunt und im Grunde etwas Besonderes, denn im Allgemeinen sind die Tiere im Dschungel eher scheu. Das Rapid Shooting war schließlich eine Fahrt mit dem Boot durch die Stromschnellen des Flusses. Schon bei der ersten der sieben Stromschnellen war ich völlig durchnässt. Es war aber lustig und auf der Rückfahrt hat heftiger und dichter Monsunregen eingesetzt - das hat aber nicht gestört, denn ich war ohnehin schon naß und außerdem hat es irgendwie zur Umgebung gepaßt. (Was wäre Regenwald ohne Regen.) Zurück im Hostel habe ich die nassen Sachen kurz gewaschen und hoffe, daß sie bis morgen wieder trocken sind.  

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