Inside Passage

Prince Rupert Travel Blog

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Ich habe eigentlich recht gut geschlafen, allerdings gab es zwischenzeitig sehr hohen Seegang - wie mir später gesagt wurde, sieben Meter hohe Wellen. Das allerdings nur an einigen kurzen Stellen, wo die Inside Passage zum Pazifik hin geöffnet ist. Die Aussicht auf die bewaldeten Inseln beiderseits war auch heute morgen einfach faszinierend - auch wenn sich das Wetter seit gestern nicht gebessert hat.

Die Fähre ist beinahe leer, die wenigen Passagiere haben sich über das ganze große Schiff verteilt. Ich habe einen in Yukon lebenden Kanadier getroffen, der sich gerade ein Auto im Süden gekauft hat und dieses nun nach Hause bringt. Er hat mir ein bisschen über den Norden Kanadas und Alaska berichtet, außerdem habe ich erfahren, daß bis zu diesem Winter die Fahrt nach Prince Rupert deutlich schneller gewesen ist. Bis vor einigen Wochen wurde ein schnelleres Schiff auf der gleichen Route eingesetzt, das allerdings bei einer der Inseln auf Grund gelaufen ist - angeblich, weil sich das auf der Brücke diensthabende Personal dem Liebesspiel anstatt der Navigation gewidmet hat, seien hier unlängst einige Passagiere und Crewmitglieder im kalten Wasser ertrunken.

Glücklicherweise hat die Queen of Prince Rupert jedoch am frühen Nachmittag sicher ihr namensgebendes Ziel erreicht. Hier stand ich jetzt vor der Entscheidung, ob ich meinen Weg Richtung Norden auf dem Land- oder Seeweg fortsetzen möchte. Nachdem der nicht durchgehend asphaltierte Highway 37 berüchtigt für die vielen rücksichtslosen Holzlaster ist, habe ich mich für den "Alaska Marine Highway" entschieden, auf welchem Fähren die Inseln und Orte in Südostalaska verbinden - Straßen gibt es in diesem hauptsächlich unbewohnten Gebiet keine.

Ich habe mir also ein Ticket gekauft und hatte noch zwei Stunden Zeit bis zum Check-In, die Zeit habe ich, nachdem es geregnet hat genutzt, um in der Stadt Internet zu finden. Pünktlich um 16:15 war ich zurück beim Alaska Marine Highway Terminal. Hier überprüft die US Einwanderungsbehörde Dokumente und Fahrzeuge - und das sehr gründlich, dementsprechend hat sich vor den zwei Schaltern schon eine lange Autoschlange gebildet, die sich nur sehr langsam fortbewegt hat. Um Treibstoff zu sparen, habe ich den Motor immer wieder abgestellt - mit dem Effekt, daß sich dieser, als ich schließlich an der Reihe war, nicht mehr starten ließ - Die gut 20 Starts, um das Auto jeweils einige Meter vorwärts zu bewegen, haben der (nagelneuen) Batterie offenbar den Rest gegeben.

Der Beamte am Grenzposten hat das mit Humor genommen und hat zunächst ausgiebig Dokumente und Fahrzeuginhalt überprüft, bevor er mich und mein Auto freundlicherweise über die Grenze geschoben hat. Nach ein paar Minuten habe ich auch Starthilfe bekommen und bin auf die Fähre (MS Taku)  gefahren, allerdings werde ich vermutlich genau das gleiche Problem haben, wenn ich die Fähre wieder verlassen möchte. Das wird in Juneau der Fall sein, wo ich auf die Fähre nach Skagway umsteigen muß.

Das Auto war also nun sicher am Fahrzeugdeck geparkt, ich habe wieder alle Decken mitgenommen. Die Fähre war noch leerer als jene von Port Hardy nach Prince Rupert, als sie um sechs Uhr abends schließlich Prince Rupert verlassen hat. Die meisten Reisenden scheinen sich nach Norden zu begeben, um dort in der beginnenden Sommersaison als Touristenführer zu arbeiten. Die meisten Touristen kommen auf Kreuzfahrtschiffen (durch die Inside Passage) nach Alaska. Auch ein junges Paar aus Alaska habe ich getroffen, die beiden können ihren Heimatort auch nur per Schiff oder Flugzeug erreichen. Die Kälte hierzulande scheinen die beiden gewöhnt zu sein, denn sie haben die Nacht in ihrem Schlafsack auf dem überdachten, aber offenen Sonnendeck verbracht. Ich habe mich in einen der vielen Aufenthaltsräume zurückgezogen - nachts allerdings war es dort tatsächlich etwas warm.
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Prince Rupert
photo by: Adrian_Liston