Icefield Parkway

Jasper Travel Blog

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Mitten in der Nacht gingen plötzlich die Lichter an, offenbar war das Problem in der Stromversorgung behoben. Morgens haben wir erfahren, daß das eigentlich ganz normal sei und öfter vorkomme, besonders natürlich bei Schlechtwetter. Dieses war allerdings vorbei, heute war endlich wieder blauer Himmel angesagt. So sind wir relativ früh aufgestanden und nachdem wir alles eingepackt hatten, haben wir all jene Orte aufgesucht, die wir schon vorgestern als ideale Fotopunkte ausgekundschaftet hatten. Allerdings war heute alles in eine dicke weiße Schneeschicht gehüllt. Zuerst sind wir zu den beiden Seen, Two Jack Lake und Minnewanka Lake, gefahren. Offenbar war noch niemand vor uns hier, denn der Schnee am Parkplatz war noch völlig unberührt und so konnten wir ein paar schöne Fotos im Schnee machen.

Auch zu den Bow River Falls sind wir nocheinmal gefahren. Der Schnee am Parkplatz war schon von zahlreichen Besuchern zusammengetreten. Der Wasserfall ist nicht hoch, aber liegt malerisch und breit an einer Flußbiegung im Tal. Hier hat sich die Sonne wieder kurz gezeigt und so waren der beleuchtete Wasserfall und die Bäume und Steine unter der Schneedecke ein schöner Anblick, den wir ausgiebig genossen haben. Unmittelbar darüber liegt das Fairmont Hotel, das wir schon vorgestern aus der Ferne gesehen haben. Der Bau stammt aus dem 19. Jahrhundert und sieht aus wie ein riesiger Palast. Das Gebäude wollten wir uns auch noch bei schönem Wetter ansehen. Im Süden Banffs liegen ein paar kleine Seen, die wir auch noch aufsuchen wollten. Auf der kurzen Fahrt dorthin wurde es deutlich wärmer und der nachts gefallene Neuschnee ist in Bächen dahingeschmolzen. Diese kleinen Seen sind offenbar ein Paradies für Natur- und Vogelbeobachter, von denen wir einige angetroffen haben.

Dann haben wir uns auf den Weg nach Lake Louise gemacht, dorthin haben wir eine Nebenstraße genommen, den Bow Valley Parkway, der uns als Einstimmung für unser heutiges Tagesziel schon einige wunderbare Ausblicke auf die Rocky Mountains gegeben hat. Zuerst haben wir aber noch beim Lake Louise, einem der wohl beeindruckendsten Seen der Rocky Mountains, einen Fotostop eingelegt. Der See liegt in einem tiefen Tal, beiderseits und dahinter erheben sich hohe Berge. Der See war noch zugefroren und dank des Schneefalls der letzten Nacht war statt des Sees nur eine große weiße Fläche zu sehen, die aber durch ihre Größe und Lage nicht minder faszinierend war. Nur das nördliche Ende des Sees ziert auch hier ein riesiger Hotelpalast, der allerdings bei weitem häßlicher war als jener in Banff.

In Lake Louise beginnt auch der "Icefield Parkway", von dem wir vorgestern schon ein wenig bei Schlechtwetter gesehen haben. Heute allerdings ist der angeblich schönste Highway Nordamerikas diesem Titel durchaus gerecht geworden. Beiderseits der Straße waren immer wieder hohe Bergspitzen zu sehen, deren frisches Weiß in den blauen Himmel geleuchtet hat - dazwischen immer wieder Flüsse und Seen, in denen sich dieselben gespiegelt haben. Unterwegs haben wir Bergziegen angetroffen, die auf und neben der Straße herumgeklettert sind. Die vielen Autos, die ihretwegen stehengeblieben sind, haben sie kalt gelassen und wir konnten ihnen einige Zeit zusehen. Auch das Wetter war uns gnädig, aus dem Staunen über die Landschaft sind wir kaum herausgekommen. Als die Sonne schon tiefer stand, haben wir den Höhepunkt des heutigen Tages erreicht: Die Columbia Icefields. Von diesem riesigen Eisfeld gehen acht Gletscher aus, zu einer dieser Gletscherzungen sind wir hinaufgegangen.

Zwar war der Anblick des Gletschers zwischen den mehr als 3000 Meter hohen Bergspitzen ein toller Anblick, viel mehr haben uns aber die Fahrzeuge fasziniert, mit denen Touristen über den Gletscher fahren können. Der Gletschertourismus scheint hier ein sehr altes Geschäft zu sein, denn nicht nur moderne Busse mit riesigen breiten Reifen warten dort auf Touristen, auch einige Oldtimer sind ausgestellt, alle zusammen Gletscherfahrzeuge, die zum Touristentransport bestimmt sind. Wohl weil wir etwas spät dran waren und die Sommersaison noch nicht begonnen hat, waren wir beinahe alleine auf diesem riesigen Parkplatz. Von dort gab es auch die beste Sicht auf das Eisfeld.

Von dort haben wir uns auf den Weg nach Jasper gemacht. Unterwegs hat die untergehende Sonne die schneebedeckten Bergspitzen in einem kontrastreichen rosa leuchten lassen. Kurz vor Jasper haben wir auch bald eine recht günstige Unterkunft gefunden, allerdings wollten wir zuerst etwas in der Stadt essen. Der Ort ist klein, eigentlich Banff sehr ähnlich, nur die Kulisse ist nicht ganz so spannend. Das Pizzaessen hat doch ein wenig länger gedauert und als wir zurückgekehrt sind, war das Motel bereits nicht mehr besetzt, doch gottseidank haben wir noch eine Alternative gefunden.
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Jasper
photo by: marg_eric