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Hue

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Um nach Abschluß meines Telematikstudiums ein bisschen mehr von unserem Globus zu sehen, habe ich beschlossen, denselben einmal in östlicher Richtung zu umrunden - wenn möglich, ohne Flugzeug. Ob mir das gelingt, weiß ich nicht, aber ihr könnt meine Erfahrungen und Erlebnisse jedenfalls hier mitverfolgen. Viel Spaß!
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Hue

Offenbar hat es nachts geregnet, denn die Scheiben waren noch naß als ich gegen halb sieben aufgewacht bin. Ankunft in Hue sollte um etwa acht Uhr sein. Draußen war alles sehr, sehr naß. Nachdem aber erst vor einigen Tagen ein Taifun hier gewütet hat, nehme ich an, daß die tiefen Lacken und naßen Wiesen daher rühren. Die ohnehin immer nassen Reisfelder und die überfluteten Wiesen haben daher gleich ausgesehen. Während der letzten Stunde Fahrt nach Hue ist das Wetter auch immer besser geworden und als wir schließlich um acht angekommen sind, hat die Sonne geschienen. Der Schaffer hat mich schon 10 Minuten vor Ankunft zum Waggonende gescheucht, wo er dann bereits während der Fahrt die Tür geöffnet, die Waggonnummer außen angebracht hat und auf diese Weise bis zum Bahnhof gefahren ist.

Dort sind der Kanadier und ich in den Minibus eines Hotels eingestiegen, wo uns ein Zimmer für 8 USD versprochen worden ist, also 4 USD oder etwa 3 EUR für jeden von uns. Leider hat sich dann herausgestellt, daß wir im gleichen Bett schlafen müßten, weil kein Twin-Room frei war. Das wollten wir natürlich nicht also haben wir uns für ein Einzelzimmer um jeweils 5 EUR entschieden, morgen kriegen wir dann das günstigere.

Ich hab mich dann dazu entschlossen, alleine und zu Fuß die Stadt zu erkunden. Der interessante Teil ist die Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe), die von einer Stadtmauer vollständig umgeben ist. So wirklich alt sehen die Gebäude dort aber nicht aus. Im Inneren befindet sich nochmals eine Mauer, nämlich jene einer verbotenen Stadt. Die ist natürlich viel kleiner als jene in Peking und in deutlich schlechterem Zustand, teilweise sind nur noch Fundamente übrig. Allerdings ist man auch hier am Restaurieren, wobei das meiste einfach neu aufgebaut wird, angeblich, so habe ich sagen hören, sind 20% der Gebäude dort neu wiederaufgebaut.

In der Stadt gibt es viel Wasser, auf dem irgendein Gewächs wuchert, das offenbar geerntet wird, denn dazwischen sind Frauen mit Strohhüten in winzigen Booten durch das grüne Gewächs gefahren und haben damit die Boote gefüllt. Ich bin dann noch weiter durch die Stadt spaziert und irgendwie in eine ärmliche Wohngegend geraten, war interessant zu sehen, wie Leute in einer vietnamesischen Stadt wohnen. Weil es extrem warm war, habe ich natürlich Durst bekommen und wollte mir etwas zu Trinken kaufen. Ersteinmal war das in diesem Gebiet nicht so einfach, zwar einige Läden, aber ohne Getränke, schließlich bin ich aber fündig geworden. Doch ich war blöd genug anstatt von Wasser eine Dose zu kaufen, auf der in Englisch "Winter Melon Juice" stand. Ich hab mir gedacht, das hab ich noch nie gesehen und ich könnte das probieren, allerdings war es so ziemlich die ekligste Flüssigkeit, die ich jemals getrunken habe. Wenns nicht in einer original verschlossenen Dose gewesen wäre, hätte ich gedacht, da hätte jemand was weiß ich was hineingefüllt.

Schließlich habe ich aber doch eine Literflasche Wasser gekauft und mich, weil müde, auf den Weg zum Hotel gemacht. Einkaufen in Vietnam ist generell lustig, weil die Einheimischen immer Touristenpreise verlangen. Teilweise kann man zwar handeln, aber viele sind ziemlich stur. Preisangaben in Geschäften gibt es keine. Obwohl diese Touristenpreise natürlich immer noch sehr billig sind, glaube ich kaum, daß die Einheimischen den gleichen Preis bezahlen.

Am Nachmittag habe ich mich also ein wenig erholt, wie schon erwähnt, die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit machen ziemlich schnell müde. Abends hab ich mich dann mit dem Kanadier zum Essen getroffen. Er war generell ziemlich enttäuscht vom vietnamesischen Essen, weil es einige vietnamesische Lokale in Kanada gibt, die wie er sagt viel besser sind als das Essen hier - vermutlich, weil einfach die Zutaten in Kanada besser sind. Fleisch gibt es zwar in Vietnam, aber es schmeckt anders als zuhause.

Nach dem Essen sind wir dann gemeinsam zu einer der Brücken über den Fluß gegangen, die wird nachts beleuchtet - bunt, und die Farben ändern sich ständig. Danach haben wir uns vorgenommen, früh schlafen zu gehen, denn morgen wollen wir unterschiedliche Dinge in der DMZ, der entmilitarisierten Zone, ansehen, Abfahrt ist um sechs Uhr morgens.
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