Gum Diggers Forest

Russell Travel Blog

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Auch die ganze Nacht hat es heftig weitergeregnet - von der angekündigten Wetterbesserung keine Spur. Schon in der Nacht haben wir befürchtet, daß sich der ohnehin beunruhigende Straßenzustand noch weiter verschlechtern könnte. Nachdem wir um halb sieben immer noch von Wolken und Regen umgeben waren, haben wir die Hoffnung auf Sonnenaufgang am Leuchtturm begraben und haben Neuseelands nördlichsten Punkt wieder verlassen. Im Grunde hatten wir heute nichts Anderes vor, als die gleiche Strecke wieder zurückzufahren.

Ein paar Abstecher haben wir allerdings noch untergebracht, zunächst haben wir die großen Sanddünen besucht - sehr beeindruckend, bei schönem Wetter kann man sich eine Art Snowboard ausleihen und damit die Dünen hinunterrutschen - darauf bestand aber absolut keine Hoffnung. Trotzdem haben wir bei den Dünen einige Zeit auf Wetterbesserung gewartet, die aber auch nach einer halben Stunde nicht eingetreten ist und so sind wir weiter nach Waitiki Landing gefahren, ein schrecklich trostloses Maori-Dorf, wo es außer ein paar schäbigen Häusern praktisch nichts gibt. Der Legende nach allerdings wurde Neuseeland von dort aus um das Jahr 1000 besiedelt, als die ersten Siedler von den polynesischen Inseln Neuseeland erreichten. Weil es aber immer noch geregnet hat, haben wir uns dort nicht wirklich aufgehalten.

Auch dem Ninety Mile Beach haben wir wieder einen Besuch abgestattet - allerdings an anderer Stelle als gestern, gottseidank in einer der wenigen Regenpausen sodaß wir einen kurzen Strandspaziergang machen konnten. Interessant war allerdings unser nächster, eigentlich nicht geplanter Aufenthalt: Wir haben den "Gum Diggers Forest" besucht, in dem bis vor gut 100 Jahren nach Bernstein gesucht wurde. Vor etwa 100000 und 45000 Jahren gab es unbekannte Ereignisse, die dazu geführt haben, daß große Kauri-Wälder einfach umgefallen und im Sumpf versunken sind, wo sie bis heute konserviert sind - genauswo wie ihr mittlerweile zu Bernstein gewordenes Harz. Alle paar Meter tauchen etwa ein bis fünf Meter tiefe Löcher mit einem Querschnitt von etwa einem Quadratmeter auf, in denen nach Bernstein gesucht wurde - beinahe wie anderswo nach Gold. Unter anderem wurden natürlich ganze Kauri-Bäume aus dem Sumpf geborgen und es gibt die Wurzeln eines besonders großen und alten Baumes zu bestaunen - angeblich das älteste nicht fossile Holz, das jemals gefunden wurde - 45000 Jahre alt.

Nachdem die Straße in den Norden etwas schlammig war, hat unser Auto natürlich auch entsprechend ausgesehen und bevor wir weitergefahren sind, haben wir beim "Ancient Kauri", wo wir schon gestern waren, den gröbsten Schmutz abgewaschen. Unterwegs haben wir nur in Kerikeri angehalten - bei einem Takeaway, wo wir schon gestern waren und wo wir die frisch zubereiteten Burger in guter Erinnerung behalten haben. Auf der gleichen Route, auf der wir gestern gekommen sind, sind wir wieder zur Fähre nach Opua zurückgefahren, einschließlich des 40 Kilometer langen Umweges über die "Million Dollar View Road", die Hoffnung, heute mehr zu sehen als gestern, hat sich leider nicht erfüllt.

Bereits im Dunkeln haben wir den Fähranleger erreicht, das Schiff war schon zur Abfahrt bereit - wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen. Nach fünf Minuten Überfahrt und weiteren 15 Minuten Autofahrt waren wir wieder am Flagstaff Hill, wo wir bereits die vorletzte Nacht verbracht haben. Hier endet auch der heutige Tag - natürlich im Regen.
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Russell
photo by: rrrenata