Gold!

Whitehorse Travel Blog

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Ein dringendes Bedürfnis hat mich um vier Uhr morgens geweckt - gerade recht, denn um diese Zeit wurde das Gebäude des Alaska Marine Highway aufgesperrt. Ich habe gleich eingecheckt und das Auto in der mir zugewiesenen Wartespur geparkt - dort habe ich noch bis halb sechs weitergeschlafen, dann mußte ich nicht mehr lange warten und ich konnte auf die Fähre fahren. Auch das Ehepaar, mit dem ich mich auf der letzten Fähre unterhalten habe, war wieder da - in der Wartespur nebenan, freundlicherweise haben sie mir sogar Frühstück mitgebracht.

Die Fähre war diesmal etwas kleiner, wirklich viele Passagiere waren es auch diesmal nicht. Der letzte Teil der Inside Passage war auch sehr schön, wir sind an einem beeindruckendem Leuchtturm mitten im Nichts vorbeigefahren. Mittags haben wir Haines erreicht, dort war der Aufenthalt etwas länger als geplant. Gegen drei Uhr Nachmittags schließlich haben wir mein Ziel, Skagway, erreicht.

Nur wenige hundert Meter nach dem Fährterminal steht der Bahnhof der "White Pass & Yukon Route" Schmalspurbahn, die natürlich Winters nicht verkehrt. Das Bahnhofsgebäude ist aus Holz, sowie alle anderen Gebäude im Ort auch, darin untergebracht ist ein kleines Museum, das sich mit dem Klondike Goldrausch auseinandersetzt, der hier seinen Ausgang genommen hat. Überraschenderweise war das Museum geöffnet und noch dazu kostenlos. Im Anschluß an diesen Museumsbesuch bin ich noch durch den Ort gewandert - der besteht im Grunde nur aus einer Straße und ist vielleicht dreihundert Meter lang, die Gehsteige sind überall aus Holz. Die Bewohner bemühen sich, die typischen Holzhäuser zu erhalten und sind auch hier gerade dabei, alles für den Sommertourismus auf Vordermann zu bringen.

Allzu lange habe ich mich jedoch nicht aufgehalten, denn der einzige Weg, auf dem man, abgesehen von der Fähre, Skagway verlassen kann, führt über den White Pass. Bei der Touristeninformation habe ich mich über den Straßenzustand informiert, dort wurde mir gesagt, die Straße sei in Ordnung, allerdings werde für heute Nacht heftiger Schneefall erwartet. Ob dieser Prognose habe ich mich also auf den Weg über den White Pass gemacht, der gleichzeitig die Grenze zwischen Alaska, USA und Yukon, Kanada bildet. Der US amerikanische Grenzposten hat sich nicht für mich interessiert, der 20km entfernte kanadische auch nicht wirklich. Die Fahrt ging entlang eines wunderschönen, komplett zugefrorenen Sees.

Nur kurze Zeit nachdem ich den Grenzposten passiert hatte, bin ich in den prophezeiten Schneesturm geraten. Binnen weniger Minuten ist die Temperatur um gute 10 Grad gefallen und die Straße war schneeweiß. Verkehr gibt es auf dieser Straße praktisch keinen, insgesamt sind mir vielleicht vier Autos begegnet. Erst nach einer mühsamen Dreiviertelstunde hat sich von hinten ein Streuwagen genähert, nachdem dieser überholt hat, war es ein wenig einfacher. Bis nach Whitehorse, der Hauptstadt Yukons, habe ich es schließlich geschafft, dort habe ich in einer Wohngegend mein Nachtquartier am Straßenrand bezogen - in der Hoffnung, daß falls es noch heftig schneit, hier vielleicht ein Schneepflug vorbeifährt.
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Whitehorse
photo by: silan