Eurostar

Brussels Travel Blog

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Gestern habe ich nur die moderne Kathedrale besucht, ein etwas älteres gotisches Gegenstück gibt es aber auch noch. Vorbeigegangen bin ich dort noch gestern abend nach dem Abendessen, zwar war es noch hell und die Sonne noch nicht untergegangen, aber trotzdem schon spät und so war sie leider schon geschlossen. Daraufhin habe ich nachgefragt, wann sie denn öffnen würde - sieben Uhr morgens wurde mir daraufhin mitgeteilt.

Also war ich heute pünktlich um sieben Uhr morgens vor der Kathedrale, die von meiner Unterkunft nur ums Eck ist. Alle Eingänge waren jedoch mit Eisengittern und dicken Schlössern abgesperrt. Eine gute Viertelstunde habe ich gewartet, doch nichts und niemand ist aufgetaucht, also habe ich mich wieder auf den Rückweg gemacht. Im Internet habe ich dann herausgefunden, daß die Kathedrale um acht Uhr morgens zum ersten Gottesdienst öffnet. Das war allerdings zu spät, denn ich mußte noch frühstücken (Pizza von gestern, üppiges Frühstück) und einpacken.

Kurz nach neun Uhr hat mich dann das bereits gestern bestellte Taxi abgeholt. Hier in Liverpool gibt es ein Taxiunternehmen, das extrem günstig ist und so habe ich für die Fahrt zum Busterminal nur wenige Pfund bezahlt. Ebenso billig war der Bus, mit dem ich dann nach London weitergefahren bin. Die Fahrt war lang, eng und unbequem, der Bus war völlig ausgebucht. England hat sich von seiner sommerlichen Seite gezeigt - mit Regen und Wolken. Fünf Stunden später bin ich endlich bei Londons Victoria Station angekommen.

Von dort bin ich per "Tube" nach Kings Cross gefahren, wo der Eurostar an der St Pancras Station abfährt. Ich habe, weil ich nicht wußte, wann ich in Liverpool ankommen würde und wie lange ich nach Kings Cross brauchen würde, den letzten Zug nach Brüssel gebucht - dementsprechend war ich viel zu früh da. Ich mußte gute drei Stunden totschlagen, während derer zwei andere Züge nach Brüssel gefahren sind. Das Ticket zu ändern war natürlich völlig unmöglich. Von der Gepäckaufbewahrung habe ich dann auch Abstand genommen, dafür sind ganze sechs Pfund, also fast zehn Euro, zu bezahlen - das war mir zu viel und ich habe meine letzten Pfund in einen abendlichen Imbiss investiert.

Schließlich konnte ich dann doch einsteigen und der Zug war ziemlich voll. Wie Eurostar mit so vielen Passagieren Verluste schreiben kann, wundert mich. Die Fahrt führt Richtung Südosten, schließlich war das Meer in Sicht und kurz darauf war der Zug auch schon im gut 40 Kilometer langen Kanaltunnel und 20 Minuten später in Frankreich. Ein letztes Mal auf meiner Reise mußte ich hier meine Uhr um eine Stunde nach vorne drehen. Abgesehen von meinem Transrapid-Experiment in Shanghai war das wohl der schnellste Teil meiner Reise, war der Eurostar doch teilweise mit 300 km/h unterwegs. Gegen halb elf Uhr abends kam der Zug schließlich in Brüssel an.

Bereits in Kanada habe ich ein paar Euros gekauft, um bei meiner Ankunft in Europa passende Währung zu haben. Natürlich hatte ich aber nur Scheine - und nun brauchte ich aber ein Ticket für die Tram. Es gibt zwar Automaten, aber die nehmen keine Scheine an. Alle Wechselstuben und Lokale waren bereits geschlossen, also konnte ich keine Euromünzen für den Automaten bekommen. Den Tram-Fahrer habe ich daraufhin angesprochen und er hat mich freundlicherweise ohne Ticket mitfahren lassen. Wenige Stationen später war ich im Stadtzentrum und hatte es nicht mehr weit zu einem Hostel, wo ich die Nacht verbracht habe.
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Brussels
photo by: Vlindeke