Cinderella

Sydney Travel Blog

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Nachdem wir gestern eine Führung durch die Oper um 10 Uhr gebucht haben, konnten wir nicht ganz so lange schlafen, denn der Weg dorthin nimmt auch einige Zeit in Anspruch. Die Führung selbst hat eine Stunde gedauert und durch verschiedene Räumlichkeiten geführt. Die Architektur war in der Tat beeindruckend, auch wenn es, wie wir erfahren haben, einst Unstimmigkeiten mit dem Architekten gab: Dieser wurde, weil die Baukosten überschritten wurden, vergrault, der Bau der Nachfolgearchitekten war aber noch weit teurer. Das Gebäude, das nicht nur ein sondern gleich mehrere Theater unterschiedlicher Größe beherbergt, hat uns jedenfalls beeindruckt und so haben wir im Anschluß an die Führung leider nicht ganz billige Karten für die abendliche Vorstellung von Rossinis "La Cenerentola" erworben.

Der heutige Tag war mindestens so verregnet wie der gestrige, also sind wir gleich nach der Führung wieder zurückgefahren. Nachmittags wollten wir einerseits uns mit unserer bevorstehenden Neuseelandreise auseinandersetzen und uns außerdem für die abendliche Vorstellung ausschlafen. Schließlich haben wir am Nachmittag einen günstigen Campingbus für Neuseeland bestellt, bevor wir am frühen Abend abermals Richtung Oper aufgebrochen sind.

Am Circular Quay angekommen haben wir noch Nahrung aufgenommen, Stephan hat allerdings seinen Schirm liegen lassen. Das ist ihm zwar nur wenige Minuten später aufgefallen, allerdings zu spät, denn als wir nachgeschaut haben, hat er offenbar schon einen neuen Besitzer gefunden gehabt. Etwa 20 Minuten vor Vorstellungsbeginn waren wir schließlich in der Oper. Mangels adäquater Kleidung im Reisegepäck natürlich etwas underdressed. Bevor wir die Tickets gekauft haben, haben wir uns allerdings nach der Kleiderordnung erkundigt: Soetwas gäbe es hier nicht. In der Tat sind sogar einige Leute in kurzen Hosen herumgelaufen während andere Abendkleider getragen haben - eine etwas eigenartige Mischung.

Die Vorstellung war im größten Saal der Oper, den wir bei der Führung am Vormittag nicht sehen konnten. Dieser Saal unterscheidet sich von allen anderen Opernhäusern, die ich bisher gesehen habe, kein Rot, kein Gold, vielmehr hat das Ambiente eher etwas von einem riesig großen Kinosaal. Die sehr hohe Decke ist völlig schwarz, Säulen gibt es auch überhaupt keine und so hatten wir sehr gute Sicht, auch wenn unsere Plätze sehr weit hinten waren. Während es in der Oper zuhause meist viel zu warm ist, ist es hier dank ausgesprochen gut funktionierender Klimaanlage ziemlich kühl.

Die Aufführung selbst war gut, natürlich italienisch, aber mit englischen Obertiteln. Die Inszenierung war klassisch, ohne moderne Experimente, dafür mit einem guten Schuß Humor, auch die Akkustik im Raum war in den hinteren Reihen unerwartet gut. Das Stück war also wirklich gut, aber auch die Pause war beeindruckend, denn vom Foyer sieht man durch die Glasfront direkt aufs Wasser und die beleuchtete Harbour Bridge dahinter. Alles in allem also ein sehr schönes Erlebnis.
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Sydney
photo by: Sunflower300