Cape Reinga

Cape Reinga Travel Blog

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Auch heute morgen hat sich die Bay of Islands ganz grau in grau gezeigt - dichte Wolken in allen Richtungen. Die Stra├če, ├╝ber die wir gestern nach Russell gelangt sind, f├╝hrt durch wirklich sch├Âne Landschaft, aber bei Regen hatten wir nur wenig Lust, die kurvenreiche Schotterstra├če zur├╝ckzufahren. So haben wir die Halbinsel per F├Ąhre von Okiato, nicht weit von Russell entfernt, verlassen. Die F├Ąhre war winzig klein und sehr spartanisch, eigentlich nur ein St├╝ck schwimmende Stra├če, aber nach nur wenigen Minuten haben wir Opua erreicht, von wo wir nur wenige Kilometer zum bekanntesten Ort in der Bay of Islands gefahren sind - nach Waitangi, wo anno 1840 der Vertrag von Waitangi zwischen Briten und Maori geschlossen wurde.

Au├čer dem Vertragshaus gibt es aber nicht viel zu sehen. Wir haben zuvor noch einen Stop in der Touristeninformation in Paihia gemacht, wo wir eine gute und eine schlechte Nachricht erhalten haben. Die gute war, da├č das Wetter nachmittags besser werden sollte, die schlechte, da├č die Stra├če nach Cape Reinga, zu unserem Tagesziel am n├Ârdlichsten Punkt Neuseelands (der n├Ârdlichste ist eigentlich das Nordkap, das 800m weiter n├Ârdlich und ein paar Kilometer ├Âstlich liegt, aber nicht erreichbar ist) durch den Regen arg in Mitleidenschaft gezogen und nur schwer zu passieren sei.

Davon allerdings haben wir uns nicht irritieren lassen, sollte sich die Stra├če als unpassierbar herausstellen, k├Ânnten wir ja immer noch umdrehen. Wir haben noch bei den "Haruru Falls" angehalten - einem sehr breiten und sehr viel Wasser f├╝hrenden Wasserfall - bevor wir unseren Weg nach Norden fortgesetzt haben. Unterwegs bei Kaeo haben wir die Hauptstra├če verlassen und sind der sogenannten "Million Dollar View Road" gefolgt. Faszinierende Landschaft, keine Frage, aber der immer noch anhaltende Regen hat sich langsam auf unser Gem├╝t geschlagen, die angek├╝ndigte Besserung lie├č auf sich warten. Trotzdem haben wir unterwegs an einigen Stellen die vielen vorgelagerten Inseln sehen k├Ânnen.

Kurz nach Awanui, wo die Stra├če zu Cape Reinga beginnt, haben wir das "Ancient Kauri" besucht, wo Kauri-Holz verarbeitet wird. Das besondere daran: Das Holz stammt nicht von lebenden B├Ąumen (die ja unter Naturschutz stehen), sondern von B├Ąumen, die vor etwa 45000 Jahren in einem Sumpfgebiet in der N├Ąhe versunken sind und nun ausgegraben werden. Das Holz hat sich erstaunlich gut gehalten. Das gr├Â├čte St├╝ck, das dort jemals gefunden wurde, war mehr als 100 Tonnen schwer. Ein gro├čes St├╝ck dieses gut 2 Meter dicken Stammes wurde im Laden aufgestellt und ein Treppenhaus ins Innere des Stammes hineingeschnitten. Nat├╝rlich gibt es dort alle m├Âglichen Dinge aus Kauriholz f├╝r teures Geld zu erstehen.

Im Norden Neuseelands erstreckt sich der "Ninety Mile Beach", der zwar bei weitem keine 90 Meilen, aber immerhin fast 40 Kilometer lang ist und bei Fahrern geeigneter Fahrzeuge beliebter ist als die in einiger Entfernung parallel verlaufende Stra├če. Wir haben uns den Strand an der erstbesten Zufahrt zu Fu├č angesehen und das Auto zur├╝ckgelassen. Auf beiden Seiten hat der Strand im Nebel geendet, soda├č wir seine L├Ąnge nur erahnen konnten. Das immer noch schlechte Wetter hat uns von weiteren Aufenthalten abgehalten, wir wollten ehestm├Âglich Cape Reinga erreichen.

Etwa 20 Kilometer vor seinem n├Ârdlichen Ende ist auch die Asphaltdecke des State Highway 1 zuende. Zun├Ąchst war die Schotterstra├če noch in passablem Zustand, nur wenige Kilometer vor Cape Reinga allerdings war die Stra├če an mehreren langen Abschnitten von tiefem Schlamm bedeckt. Dennoch haben wir auch die letzten paar Kilometer bis Cape Reinga ohne Schwierigkeiten hinter uns gebracht. Der Ablick, der sich uns dort geboten hat, war allerdings ziemlich trist - nicht nur wegen des Wetters. Eine gro├če Tafel informiert dar├╝ber, da├č auch die letzten Kilometer der Stra├če asphaltiert werden sollen, aber zuvor sollen ein Besucherzentrum und geeignete Parkpl├Ątze entstehen. Auch die umgebende Landschaft wurde offenbar in geeignete Form gebracht und die aufgesch├╝tteten H├Ąnge und H├╝gel waren mit riesigen Teppichen vor Erosion gesch├╝tzt worden.

Ganz im Norden, am Ende des Kaps, steht sehr fotogen ein Leuchtturm, den wir nat├╝rlich aufsuchen wollten. Weil der frisch angelegte Fu├čweg sehr aufgeweicht war, sind wir querfeldein, teils ├╝ber die riesigen Teppiche, gegangen bis wir den (asphaltierten) Weg zum Leuchtturm erreicht haben. Wegen einbrechender Dunkelheit und anhaltenden Regens sind wir jedoch bald wieder zum Auto zur├╝ckgekehrt und haben am Parkplatz die Nacht verbracht - in der Hoffnung auf das im Wetterbericht angek├╝ndigte bessere Wetter morgen.

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Cape Reinga
photo by: chunkybeats